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Barack Obama gibt Katharina Schulze die „Ghettofaust“ - Botschaft an die Jugend

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Früherer US-Präsident Barack Obama gibt Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze in Berlin die Ghettofaust.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat junge Menschen aufgerufen, sich in der Welt zu engagieren und sich einzumischen. Grünen-Vorsitzende Katharina Schulze bekam sogar die berühmte „Ghettofaust“.

Update vom 7. April: Ziemlich lässig mit der Faust haben sich die Grünen-Fraktionschefin in Bayern, Katharina Schulze, und der frühere US-Präsident Barack Obama in Berlin begrüßt. Beide gaben sich bei einer Veranstaltung am Samstag einen sogenannten Faustgruß - umgangssprachlich als „Ghettofaust“ bekannt. Schulze lächelte dabei, Obama blickte mit einem Mikrofon vor dem Mund ganz cool drein.

Die Mitbegründerin und Deutschlanddirektorin des Centre for Feminist Foreign Policy und Beraterin für das Auswärtige Amt Kristina Lunz freute sich mit der bekennenden Feministin Schulze über diesen Moment. Sie schrieb in ihrer Instagram-Story: „Katharina Schulze hat gerade eine Ghettofaust von Obama bekommen. Ich weiß, wer sich nie wieder die rechte Hand waschen wird.“

„Ich weiß, wer sich nie wieder die rechte Hand waschen wird.“ Kristina Lunz über die Ghettofaust zwischen Schulze und Obama.

Obama ist bekannt für seinen Faustgruß, immer wieder hatte er so als US-Präsident Leute gegrüßt, etwa Angestellte und Besucher im Weißen Haus oder den ehemaligen US-Vizepräsident Joe Biden.

Barack Obama an die Jugend: „Lasst nicht die Großväter bestimmen“

Update 20 Uhr: Die Jugend sei aufgefordert, die Welt zu verändern, und „ihr könnt die Welt verändern“, sagte Obama am Samstag in Berlin bei einer Veranstaltung mit jungen Menschen in der ESMT-Privathochschule. Er bekräftigte: „Ihr lasst euren Großvater oder eure Großmutter auch nicht entscheiden, welche Kleider ihr tragen oder welche Musik ihr hören wollt. Warum lasst ihr sie dann bestimmen, in welcher Welt ihr leben sollt?“

Die Jugend sollte über den politische Kurs mitentscheiden. Das gelte auch für die Umweltpolitik und den Klimaschutz. Je früher Engagement beginne, "umso besser". Das gelte aber auch, wenn es gegen den weltweiten Populismus gehe. Wie schon bei einem Auftritt am Donnerstag in Köln vermied Obama es, seinen Nachfolger Donald Trump beim Namen zu nennen. Aber diese Aussagen dürften wieder an diesen adressiert gewesen sein.

Das Rätsel um seinen merkwürdigen „Coffee-to-go“-Becher  

Update vom 6. April: Vor 14 000 Zuhörern sprach Barack Obama in der Kölner Lanxess-Arena über Klimaschutz. Der ehemalige US-Präsident zeigte sich „zuversichtlich und vorsichtig optimistisch“, dass die USA im Klimaschutz bald wieder führend sein werden. Natürlich seien viele frustriert aufgrund der Haltung der derzeitigen US-Regierung, aber man dürfe nicht vergessen, dass etwa der Staat Kalifornien alle Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen umsetze, so Obama. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte neben den Worten des Präsidenten ein Becher, aus dem der US-Präsident immer wieder trank. Auch wenn er so aussieht, handelt es sich dabei nicht um einen umweltschädlichen „Coffee-to-go“-Becher vom Bäcker nebenan, sondern um einen wiederverwendbaren Getränkebecher, der ausschließlich von Obamas Sicherheitsleuten oder ihm selbst befüllt werden darf, wie „Express“ berichtet. Und zwar nur mit Getränken aus geschlossenen Flaschen, die vorher vom Secret Service geprüft wurden. 

Merkel empfängt Barack Obama in Berlin

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama zu einem anderthalbstündigen Meinungsaustausch getroffen. Zentrales Thema dürften die angespannten transatlantischen Beziehungen gewesen sein. Diese hatten sich nach dem Amtsantritt von Obamas republikanischem Nachfolger Donald Trump als US-Präsident deutlich verschlechtert. Ein großer Streitpunkt zwischen Merkel und Trump ist die protektionistische Wirtschaftspolitik des Amerikaners.

Termin von Obama und Merkel ist nicht öffentlich

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, es handelte sich um einen vertraulichen Termin. Die Kanzlerin empfange den früheren US-Präsidenten zu einem Gespräch - wie es immer wieder vorkomme, dass sie mit früheren Präsidenten und Regierungschefs, „mit denen sie eine Strecke lang eng und gut zusammengearbeitet hat, auch durchaus nach deren Zeit noch einmal zusammentrifft“. Auf die Frage, ob das Treffen auch ein klares Zeichen an Trump sei, sagte Seibert: „Diesem Eindruck würde ich entschieden widersprechen.“

Zwischen Merkel und Obama hatte sich dagegen in dessen achtjähriger Amtszeit eine Art politische Freundschaft entwickelt, obwohl beide unterschiedlichen Parteienfamilien angehören. Das Gespräch sei nicht presseöffentlich, teilte eine Regierungssprecherin mit.

Alle News zum zur US-Politik gibt es in unserem Nachrichten-Ticker.

Obama auf dem „World Leadership Summit“ in Köln

Am Vorabend wurde Obama auf der Veranstaltung „World Leadership Summit“ in Köln von mehr als 14 000 Menschen gefeiert. Der demokratische Politiker äußerte sich unter anderem „zuversichtlich und vorsichtig optimistisch“, dass die USA im Klimaschutz bald wieder führend sein werden. Obama nannte Trump mit keiner Silbe, dennoch wurde an verschiedenen Stellen deutlich, wer jeweils gemeint war.

Obama hob auch hervor, dass Entscheidungen und Diskussionen auf der Grundlage von Fakten stattfinden müssten. „Ich bin ein großer Anhänger aufklärerischer Werte wie Fakten, Vernunft, Logik“, sagte der 57-Jährige. „Eine Demokratie definiert sich darüber, dass sie unterschiedliche Meinungen zulässt, aber sie kann nicht funktionieren, wenn grundlegende Fakten infrage gestellt werden.“

Zum 70. Jahrestag der Nato-Gründung dürfte zwischen Merkel und Obama auch die Forderung Trumps nach einem deutlich höheren Beitrag der Deutschen für das Verteidigungsbündnis eine Rolle spielen. Auch Obama hatte immer wieder mehr Verteidigungsanstrengungen der Nato-Partner gefordert, allerdings nicht so aggressiv wie Trump. Die Nato-Mitglieder hatten sich 2014 - während seiner Amtszeit - verpflichtet, sich bis 2024 auf die Zielmarke von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zuzubewegen. Deutschland hat nur 1,5 Prozent bis 2024 fest zugesagt.

Obama und Merkel auf einem „Town Hall“-Treffen in Berlin

Obama nimmt am Samstag in Berlin an einem „Town Hall“-Treffen teil. Dabei will er sich den Fragen von rund 300 jungen Menschen aus ganz Europa stellen, die sich in Bereichen wie der Zivilgesellschaft, der Integration oder der Ernährungssicherung engagieren. Zudem will er sich mit etwa 20 Vertretern der Umweltaktivisten von „Fridays for Future“ in Berlin treffen. Obama war schon mehrmals in Berlin. Zuletzt nahm er im Mai 2017 beim Kirchentag gemeinsam mit Merkel an einer Podiumsdiskussion teil.

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Kürzlich musste sich Katharina Schulze selbst für einen Flug in die USA einiges an Kritik anhören (Merkur.de*).  Doch die Grünen-Fraktionsvorsitzende reagiert prompt und vor allem selbstbewusst auf die negativen Reaktionen.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

dpa

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