AKK haderte mit Gott 

Annegret Kramp-Karrenbauer über dramatischen Schicksalsschlag: „Fast aus der Bahn geworfen“ 

+
Annegret Kramp-Karrenbauer.

Annegret Kramp-Karrenbauer spricht nun offen über persönliche Schicksalsschläge. Besonders ein Ereignis habe sie „fast aus der Bahn geworfen“. 

  • Annegret Kramp-Karrenbauer ist seit dem 7. Dezember 2018 Vorsitzende der CDU.
  • Sie gilt als designierte Nachfolgerin von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ihre politische Karriere jüngst vorantrieb.
  • In Umfragen büßte „AKK“ jedoch zuletzt an Beliebtheit ein.
  • Im Europawahlkampf lässt Merkel Annegret Kramp-Karrenbauer den Vortritt.
  • AKK wünscht sich mehr Hilfe von Merkel.
  • Die SPD hat ausgeschlossen, AKK im Bundestag zur Bundeskanzlerin zu wählen.

<<< AKTUALISIEREN >>>

Update vom 17. April 2019, 13.15 Uhr: Schwere persönliche Schicksalsschläge haben die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer in ihrem christlichen Glauben erschüttert. Dann und wann habe sie auch mit Gott gehadert, etwa als sie mit 19 Jahren ihren Vater verloren habe, sagte die 56-Jährige der Zeitschrift „Publik-Forum“. „Oder als mein älterer Bruder sehr früh an Krebs gestorben ist. Bei solchen Schicksalsschlägen in der eigenen Familie denke ich schon: Warum jetzt er? Was ist der Sinn?“

Besonders der Tod ihres Vaters vor fast 40 Jahren habe sie „fast aus der Bahn geworfen“, sagte die frühere saarländische Regierungschefin. „So schrecklich es war, rückblickend denke ich: Das hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Es hat mich geschärft fürs Leben, und hat mir Demut gegeben. Vielleicht auch Kraft, weil ich es überstanden habe.“ Dies mache sie auch zuversichtlich in Momenten, die ihr schwierig vorkommen, „die es aber im Vergleich dazu nicht sind“.

Update vom 16. April 2019, 07.30 Uhr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat bekräftigt, dass seine Partei die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer im Bundestag nicht zur Bundeskanzlerin wählen würde. "Wir sind eine Koalition unter Angela Merkel eingegangen", sagte Klingbeil der Saarbrücker Zeitung. "Wir haben Angela Merkel gewählt. Damit ist alles gesagt."

Zugleich forderte Klingbeil die Union auf, ihre "Personalspielchen" mit Blick auf die Nachfolge von Kanzlerin Merkel und die Besetzung des Kabinetts zu beenden. "Ich erwarte von der Union Disziplin. Wenn ich mir die Bilanzen von Herrn Altmaier, von Frau Karliczek oder Herrn Seehofer angucke, dann ist die klare Forderung, jetzt endlich Tempo zu machen."

Die SPD habe ein Interesse daran, dass der Koalitionsvertrag weiter umgesetzt werde, sagte der Generalsekretär. "Es gibt Hausaufgaben, die wir als Koalition noch machen müssen. Ich nenne die Grundrente, das Ende der sachgrundlosen Befristung und die ganzen Fragen der Zukunftsinvestitionen."

Immer wieder hat es Spekulationen gegeben, Merkel könnte noch vor der nächsten Bundestagswahl als Kanzlerin abtreten und Kramp-Karrenbauer das Zepter überreichen. Die konservative Werteunion hat dies wiederholt gefordert. Zuletzt sagte der Werteunion-Vorsitzende Alexander Mitsch (CDU), der Führungswechsel müsse nach der Europawahl eingeleitet werden.

Lars Klingbeil.

Kramp-Karrenbauer über Merkels Verhalten im Europawahlkampf enttäuscht

Update vom 14. April 2019: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" enttäuscht darüber, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fast gar nicht im anlaufenden Europawahlkampf auftreten möchte. Unter Berufung auf Vertraute der Parteichefin hieß es, Merkel habe sogar ursprüngliche Zusagen später wieder zurückgezogen, insbesondere für den gemeinsamen Wahlkampfauftakt der Unionsparteien am 27. April in Frankfurt am Main.

Einziger Termin mit Merkel ist demnach nun die Abschlusskundgebung von CDU und CSU am 24. Mai in München. Die Teilnahme hier habe die Kanzlerin damit begründet, dass auch ausländische Staats- und Regierungschefs teilnehmen, die wie sie der Europäischen Volkspartei (EVP) angehören. An reinen CDU-Veranstaltungen wolle sie sich dagegen weder vor den Europawahlen noch vor den Landtags- und Kommunalwahlen in diesem Jahr beteiligen.

Thüringens CDU-Landeschef und Spitzenkandidat für die Landtagswahlen Ende Oktober, Mike Mohring, widersprach im Berliner "Tagesspiegel" vom Sonntag Mutmaßungen, die CDU wolle Merkel im Wahlkampf verstecken. Vielmehr sei es umgekehrt: "Angela Merkel hat um Verständnis gebeten, dass sie nach dem Verzicht auf den Parteivorsitz keine reinen Parteitermine mehr wahrnimmt", sagte Mohring. Für Thüringen wolle er aber dennoch unabhängig vom Wahlkampf Wege finden, "dass die Kanzlerin in diesem Jahr in Thüringen auftritt".

Lesen Sie auch bei fnp.de*: Merz und Kramp-Karrenbauer schließen Pakt: Das Traumpaar aus dem Sauerland

News vom 12. April: Merz und AKK bei der Werteunion: "Hier trifft sich die Regierungsspitze von morgen"

Die konservative Werteunion sieht in dem gemeinsamen Auftritt von Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz am Freitag die Vorzeichen für eine baldige Regierungsumbildung mit den beiden CDU-Politikern. "Heute abend trifft sich die Regierungsspitze von morgen", sagte der Werteunion-Vorsitzende Alexander Mitsch (CDU) der Nachrichtenagentur AFP.

Damit verbänden die Konservativen und Wirtschaftsliberalen in der Union wie die Werteunion selbst sowie viele Bürger "die Hoffnung auf eine baldige und nachhaltige Politikwende, insbesondere bei der Einwanderungs- und Wirtschaftspolitik", fügte Mitsch hinzu. Erst mit dem Wechsel in der Bundesregierung werde die Union das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen können.

Mitsch hatte unlängst den Rückzug von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der Europawahl Ende Mai gefordert. Der Prozess der "Übergabe der Regierungsverantwortung" an Kramp-Karrenbauer und Merz müsse "bedacht eingeleitet" werden, sagte er in einem Interview. AKK selbst hatte die Forderung nach einem Rücktritt Merkels als "absurd" zurückgewiesen.

Auf die Frage nach der künftigen Rolle von Merz in einem Kabinett unter einer Kanzlerin Kramp-Karrenbauer sagte Mitsch, er gehe davon aus, dass Merz "jede politische Funktion sehr gut und erfolgreich ausüben kann und wird". Die Werteunion ist ein Zusammenschluss konservativer Unionspolitiker.

Kramp-Karrenbauer und Merz treten am Freitagabend im sauerländischen Eslohe erstmals seit ihrem Kampf um den CDU-Parteivorsitz gemeinsam auf. Anfang Dezember hatte Kramp-Karrenbauer das Rennen, an dem auch Gesundheitsminister Jens Spahn teilnahm, knapp für sich entschieden.

Ein Spitzenamt in der Partei wollte Merz nach der Niederlage nicht übernehmen. Allerdings kündigte er an, sich weiter für die CDU zu engagieren.

Europawahlkampf: Merkel lässt Kramp-Karrenbauer den Vortritt - das steckt dahinter

Update vom 5. April 2019, 11.55 Uhr: Die CDU will die Wähler bei der Europawahl am 26. Mai mit den Themen Wohlstand, Sicherheit und Frieden von sich überzeugen. Die CDU werde sich im Wahlkampf nicht auf die Populisten oder die „Radikalen, die Europa schaden wollen“, fokussieren, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Freitag bei der Vorstellung der Plakatkampagne seiner Partei für die Europawahl am 26. Mai. Es gehe um einen Wettbewerb der besten Ideen für die Zukunft des Kontinents. Europa solle nicht „Spielball von anderen“ werden, sondern selbstbewusst den Menschen dienen.

Erstmals geht die CDU mit einem gemeinsamen Plakat mit der CSU in den Wahlkampf - darauf ist auch der gemeinsame Spitzenkandidat Manfred Weber (CSU) zu sehen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird laut Ziemiak im Wahlkampf gemeinsam mit Weber an einigen ausgewählten Terminen im europäischen Ausland teilnehmen. Im Europawahlkampf in Deutschland überlässt Merkel die Bühne aber weitgehend ihrer Nachfolgerin, der neuen Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Merkel werde beim Wahlkampfabschluss der Europäischen Volkspartei, zu der auch CDU und CSU gehören, am 24. Mai in München zusammen mit anderen EVP-Staats- und Regierungschefs auftreten, sagte Ziemiak. Beim Wahlkampfauftakt am 27. April in Münster wird Merkel nicht dabei sein.

Lesen Sie auch: Maybrit Illner bekommt Sonderlob - Talk-Gast schlägt verrückte Brexit-Lösung vor

Trotz des gemeinsamen Spitzenkandidaten Weber gehen CDU und CSU mit jeweils eigenständig gestalteten Plakaten in den Wahlkampf. Die CDU lässt sich die Kampagne unter dem Motto „Für Deutschlands Zukunft. Unser Europa“ zehn Millionen Euro kosten - das ist so viel, wie beim jüngsten Wahlkampf 2014. Auf ihren Plakaten werden die bisherigen etwa in Dreiecken gefassten Farben Schwarz, Rot und Gold mit dem Blau der Europafahne kombiniert. Neben dem Parteilogo ist auch das der EVP zu sehen.

Merkel-Nachfolge: Diesen Drei-Stufen-Plan soll Kramp-Karrenbauer verfolgen

Update vom 28. März 2019: Einer Analyse der Bild-Redakteure Nikolaus Blome und Ralf Schuler zufolge verfolgt Annnegret Kramp-Karrenbauer auf dem Weg ins Kanzleramt einen Drei-Stufen-Plan (Artikel hinter einer Bezahlschranke). Zunächst wolle sie partei-intern die Machtbasis festigen, was ihr weitestgehend gelungen sei. Aktuell sei sie dabei, in den für den Posten relevanten Themen - etwa Migration, die Zukunft der EU oder Rüstungsexporte - ihr Profil zu schärfen. Dabei sei jedoch wichtig, Angela Merkel weder zu schädigen noch sich als ihr Gegenentwurf aufzuspielen.

Anschließend würde „AKK“ den Übergang einleiten - so die CDU denn einen Umfragewert von mindestens 35 Prozent erreichen würde. Dies solle jedoch nach Möglichkeit noch vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland - Sachsen und Brandenburg bitten am 1. September an die Urnen, Thüringen am 27. Oktober - geschehen. Denn in den neuen Bundesländern sei Merkel „bei vielen Wählern geradezu verhasst“.

Weitere News zu Annegret Kramp-Karrenbauer finden Sie in unserem früheren News-Ticker zur CDU-Chefin

News-Ticker zu Annegret Kramp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer gilt als politische Senkrechtstarterin der vergangenen Monate. Die ehemalige Ministerpräsidentin des Saarlands stieg - unterstützt und angetrieben von Bundeskanzlerin Angela Merkel - vor gut einem Jahr zur Generalsekretärin der CDU auf. Schon im Dezember gab sie den Posten wieder auf - weil sie in einer Kampfabstimmung mit Friedrich Merz und Jens Spahn zur neuen Parteivorsitzenden gewählt wurde. Spätestens seither gilt „AKK“ als designierte Nachfolgerin von Merkel als erste Frau im Staate. Die Kanzlerin hatte ihren Abschied von dem Posten zum Ende der aktuellen Legislaturperiode 2021 bereits verkündet. Auch ein früheres Abdanken scheint aber längst nicht mehr ausgeschlossen.

Der Start ins Jahr 2019 geriet für Kramp-Karrenbauer jedoch etwas holprig. So bestimmte sie wegen eines Karnevalswitzes über die Notdurftverrichtung des starken Geschlechts unfreiwillig die Schlagzeilen. In Umfragen musste sie zudem Rückschläge verkraften. Mitte März hatte ihr mehr die Hälfte der Befragten des „ZDF“-Politbarometers die Fähigkeit zur Kanzlerschaft abgesprochen. Dem jüngsten Trendbarometer von „RTL“ und „ntv“ zufolge rutschte sie seit Dezember um zwölf Prozentpunkte auf 36 Prozent ab. Bei einer Direktwahl würde „AKK“ jedoch weiterhin deutlich bessere Chancen haben als die potenziellen SPD-Kandidaten Andrea Nahles und Olaf Scholz.

Brexit-Schlacht läuft: Plötzlich bekommt May Unterstützung von ihrem Gegner - Merkel kommt überraschend

Lesen Sie auch den Kommentar von Merkur.de*: May ist gescheitert

„Fridays for Future“: Weitere Schüler-Demonstrationen für mehr Klimaschutz

mg/dpa/AFP

*fr.de ist Teil der Ippen-Digital-Zentralredaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.