Angriff auf Vorsitzenden

„Von China gekauft“: Trumps Außenminister erhebt wilde Vorwürfe gegen WHO - Johnsons Großbritannien als Opfer?

US-Außenminister Mike Pompeo ist zu Gast in London. Dort erhebt er heftige Anschuldigungen gegen die WHO. Präsident Ghebreyesus sei von China gekauft.

  • Die USA und China befinden sich im Hinblick auf die Corona-Pandemie auf Konfrontationskurs.
  • Nun erhebt US-Außenminister Mike Pompeo auch schwere Vorwürfe gegen die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
  • WHO-Chef Tedros Ghebreyesus sei von Peking gekauft und habe das Sterben in Großbritannien zugelassen, soll der US-Politiker behauptet haben.

London - US-Außenminister Mike Pompeo war zu Besuch in Großbritannien. Bei einem privaten einem Treffen mit britischen Abgeordneten in London soll er heftige Vorwürfe gegen die Weltgesundheitsorganisation (WHO), insbesondere gegen ihren Präsidenten Tedros Ghebreyesus, erhoben haben. Der Kongress wurde von der Henry Jackson Society, einem neokonservativen Think-Tank mit klarer Linie gegen Peking, organisiert. „Times“ und „Daily Telegraph“ berichten von den heftigen Anschuldigungen des Republikaners.

WHO-Chef Ghebreyesus sei von der chinesischen Regierung gekauft worden, wirft Pompeo demnach in den Raum, Peking habe dem Vorsitzenden der Gesundheitsorganisation zu seinem Posten verholfen. Die Entscheidungen der WHO seien von der Abmachung maßgeblich beeinflusst worden.

Coronavirus: Wilder USA-Vorwurf gegen USA und China - Briten starben „wegen ausgehandeltem Deal“

„Als es hart auf hart kam, gab es tote Briten“, schimpfte der US-Politiker dem Bericht zufolge, „wegen dem ausgehandelten Deal.“ Die WHO sei eher eine politische, denn eine wissenschaftlich fundierte Organisation und habe während der Corona-Pandemie im Krisenmanagement versagt, soll er weiter gewütet haben.

US-Außenminister Mike Pompeo spricht von einem Deal zwischen WHO-Chef Ghebreyesus und der chinesichen Regierung.

Diese Aussagen wurden von Teilnehmern des internen Kongresses an die Presse weitergegeben. Mike Pompeo soll sich dabei auf „unverrückbare“ Informationen des Geheimdienstes berufen haben. Es ist nicht das erste Mal, dass er die Schuld an der Ausbreitung des Coronavirus an China festmacht. Die Theorie, der Erreger käme aus einem Labor in Wuhan, wurde von ihm ebenfalls vertreten. Zwar ruderte er jüngst etwas zurück, spricht aber dennoch von „signifikanten Belegen".

USA gegen WHO: Sprecher weist Anschuldigungen entschieden zurück

Nun gerät also erneut auch die Weltgesundheitsorganisation ins Schussfeld der US-amerikanischen Politik. Bereits am 6. Juli waren die USA offiziell ausgetreten. Vorwürfe gegen China wurden vonseiten der Trump-Regierung ohnehin wiederholt erhoben. Die Anschuldigung einer sinistren Kollaboration kommt jetzt dennoch gänzlich aus dem Nichts, auch für die WHO selbst.

„Die Weltgesundheitsorganisation hat keine Kenntnis von derlei Statements, aber wir weisen jegliche scheinargumentativen Angriffe und grundlose Anschuldigungen entschieden zurück“, reagiert ein Sprecher auf die kolportierte Pompeo-Attacke, „die WHO mahnt alle Länder, weiterhin darauf konzentriert zu bleiben, die Pandemie zu bekämpfen, die so viele tragische Verluste und so viel Leid mit sich bringt.“ (*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.)

Rubriklistenbild: © AFP / MANDEL NGAN

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