Nach „Superspread“-Event im Rosengarten

US-Senat setzt Sitzungen aus: Mitch McConnell kritisiert das Weiße Haus und Donald Trump

Nach Donald Trump sind weitere hochrangige Beamte in den USA mit dem Coronavirus infiziert. Der Senat setzt seine Sitzungen aus - Mitch McConnell übt deshalb Kritik am Weißen Haus.

  • US-Präsident Donald Trump* hat sich mit dem Coronavirus* infiziert.
  • Zahlreiche hochrangige Staatsbeamte in den USA* erkranken nach einem Event im Rosengarten des Weißen Hauses an Covid-19. Der US-Senat muss seine Sitzungen für die kommende Woche absagen.
  • Trump-News*: Alle Informationen und Neuigkeiten rund um den US-Präsidenten*.

Update vom Mittwoch, 7.10.2020, 10.44 Uhr: Nach dem „Superspreader“-Event im Rosengarten des Weißen Hauses und den Corona-Infektionen mehrerer Senatoren gab es deutliche Kritik von Mitch McConnell. Der Mehrheitsführer der Republikaner im US-Senat warf Donald Trump und dem Weißen Haus vor, rücksichtslos gehandelt zu haben. „Ich glaube, dass es riskantes Verhalten gegeben hat, jedoch nicht im Senat“, so McConnell in einem Interview mit „Fox News“ am Dienstagabend. „Also denken Sie, dass das Weiße Haus zu viele Risiken eingegangen ist?“, fragte die Nachrichtensprecherin Martha MacCallum. „Es steht außer Frage, dass einige der Infektionen woanders erfolgt sind und nicht hier [im Senat]“, antwortete McConnell. Der Senat würde die Corona-Regeln allerdings einhalten, behauptete der 78-Jährige.

Im Rosengarten des Weißen Hauses wurde gefeiert - ohne Einhaltung von Corona-Auflagen.

Vorerst wird der Senat seine Sitzungen aussetzen, nachdem bekannt wurde, dass sich mehrere republikanische Senatoren mit dem Coronavirus infiziert hatten. McConnell will Trumps Kandidatin für den US Supreme Court jedoch noch vor der Präsidentschaftswahl am 3. November durchsetzen. Im Rosengarten wurde die Nominierung von Amy Coney Barrett gefeiert.

„Superspread“-Event im Rosengarten mit Donald Trump: Senat setzt Sitzungen aus

Erstmeldung vom 5.10.2020: Washington - Der US-Senat wird seine Sitzungen in der kommenden Woche aussetzen. Das hat der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, bekannt gegeben. Grund dafür ist laut McConnell, dass drei Senatoren in den vergangenen Tagen positiv auf das Coronavirus getestet worden seien: Mike Lee aus Utah, Thom Tillis aus North Carolina und Ron Johnson aus Wisconsin.

Donald Trump gibt Empfang im Rosengarten des Weißen Hauses: Ohne Abstand oder Masken

Zwei der erkrankten Senatoren hatten einem Empfang von Donald Trump im Rosengarten des Weißen Hauses besucht. Bei dem Empfang, in dessen Ramen die Nominierung von Amy Coney Barrett für den Obersten Gerichtshof der USA gefeiert wurde, waren weder die Abstandsregeln eingehalten worden, noch hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Masken getragen.

Ob sich die Senatoren bei diesem Empfang angesteckt haben und ob am Ende sogar Donald Trump das Virus dort verbreitet hatte, ist bislang nicht klar. Allerdings weckt allein die Tatsache, wie viele Menschen nach der Party im Rosengarten positiv auf Corona getestet wurden, einen entsprechenden Verdacht. Insgesamt sind es bereits sieben Personen: First Lady Melania Trump, Kellyanne Conway, ehemalige Beraterin im Weißen Haus, Chris Christie, Ex-Gouverneur des Bundesstaates New Jersey, John Jenkins, Präsident der Universität Notre Dame, die bereits genannten Mike Lee und Thom Tillis sowie ein namentlich unbekannter Journalist.

Donald Trump im Rosengarten: Familienmitglieder und Unterstützerinnen dabei

An dem Event hatten zahlreiche weitere Personen aus dem Umfeld von Donald Trump teilgenommen. Auf einem Foto sind unter anderem Tochter Tiffany Trump*, Pressesprecherin Kayleigh McEnany und Fox News*-Moderatorin Laura Ingraham zu sehen. Auch Vizepärsident Mike Pence und Justizminister William Barr waren anwesend. Beide waren im Anschluss an Donald Trumps Corona-Infektion ebenfalls getestet worden - mit negativem Ergebnis.

Jede Menge wichige Leute, aber kaum Masken: Donald Trumps Empfang im Rosengarten des Weißen Hauses könnte sich als „Superspreader-Event“ in der Corona-Krise offenbaren.

Ob Hope Hicks ebenfalls im Rosengarten anwesend war, ist bislang nicht bekannt. Sie wurde mehr oder weniger zeitgelich mit Donald Trump positiv auf das Coronavirus getestet. Laut Trumps Stabschef Mark Meadows wurde das Virus auch bei weiteren Angestellten des Weißen Hauses nachgewiesen. Es könnte laut der „Washington Post“ also durchaus der Fall sein, dass sich die Verbreitung auf höchster Regierungsebene erst nach dem Event im Weißen Haus ereignete.

Veranstaltung im Rosengarten mit Donald Trump verstößt gegen Vorgaben - eigentlich

Die Veranstaltung im Rosengarten, an der mehr als 50 Personen teilgenommen hatten, hat eigentlich auch gegen die Vorgaben des Distrikts Washington in der Corona-Krise verstoßen. Wie die „Washington Post“ berichtet, sind in Washington D.C. Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmer*innen nicht gestattet. Allerdings umfassen die Regelungen nicht die Gebäude der Bundesregierung.

EventNominierungsfeier von Amy Coney Barrett
StandortRosengarten des Weißen Hauses
Anzahl der Gäste150
Erlaubte Gästeanzahl bei Veranstaltungen im Bundesstaat50
Anzahl positiv getesteter Personen in Zusammenhang mit Event11

Der Rosengarten war erst vor kurzem in einem aufwändigen Prozess umgestaltet worden. Melania Trump hatte den Umbau zu ihrem persönlichen Projekt erklärt. Zuletzt war die First Lady aber auch anderweitig in die Schlagzeilen geraten. Die traditionelle Aufgabe der First Lady, für den Weihnachtsschmuck im Weißen Haus zu sorgen, hatte Melania Trump gegenüber ihrer einstigen Vertrauten Stephanie Wolkoff sehr abschätzig kommentiert.

Ob die Zwangspause des US-Senats die Nominerung von Amy Coney Barrett für den Posten am „Supreme Court“ verzögert, ist unklar. Die Republikaner wollen den Prozess so schnell wie möglich abschließen. „Der Zeitplan des Senats wir den fairen und historisch wichtigen Prozess der Nominierung, der bereits beschlossen ist, nicht unterbrechen“, sagte McConnell in einem Statement.

Das aber sehen die Demokraten anders. Deren Führer im Senat, Chuck Schumer aus New York, griff McConnell und dessen Entscheidung scharf an. Der Senat könne nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, „nachdem mindestens drei republikanische Senatoren positiv auf Covid-19 getestet wurden“, sagte Schumer. „Es ist zu gefährlich, Sitzungen im Senat abzuhalten und es ist auch zu gefährlich für Anhörungen im Senat.“ (Von Daniel Dillmann) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © CHIP SOMODEVILLA

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