Tausende Menschen auf der Straße

Querdenker-Demo eskaliert: Video zeigt heftige Attacke auf Polizisten - Politiker fordern Konsequenzen

  • Patrick Mayer
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Eine „Querdenker“-Demo mit tausenden Teilnehmern gerät in Dresden außer Kontrolle. Zwölf Polizisten werden verletzt. Politiker fordern nun Aufarbeitung.

  • In Dresden kommt es zu einer großen Demonstration der „Querdenker“ gegen die Corona*-Maßnahmen.
  • Der Protest gerät völlig außer Kontrolle: Demonstranten liefern sich wilde Rangeleien mit der Polizei.
  • Politiker von SPD, Grünen und Linken fordern nun einen politische Aufarbeitung.

Update vom 14. März, 14.16 Uhr: Wie die Polizei Dresden mitteilte, wurden bei den Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Anhängern der sogenannten Querdenker-Bewegung am gestrigen Samstag zwölf Beamte verletzt. Darüber hinaus soll auch ein Journalist Opfer eines Angriffs gewesen sein, wie der Deutsche Journalisten Verband (DJV) bekannt gab.

Die Querdenker-Demonstration wurde trotz eines Versammlungsverbotes abgehalten, welches die Stadt Dresden bereits am Dienstag ausgesprochen hatte. Das Verbot wurde sowohl vom Verwaltungsgericht Dresden als auch vom Oberverwaltungsgericht Bautzen bestätigt. Aus Kreisen der SPD und Linken kommen nun Forderungen die Ereignisse politisch und parlamentarisch aufzuarbeiten.

Querdenker-Demo: Politiker fordern Aufarbeitung - „vor gewaltbereiten Demokratiefeinden zurückgewichen“

Der Ausschuss müsse hinterfragen, ob die Taktik von Versammlungsbehörde und Polizei richtig gewesen sei, ob der Kräfteansatz gepasst habe und ob eher hätte eingegriffen werden müssen. Auch die Grünen schließen sich der Forderung nach einem Innenausschuss zur Aufklärung der Vorgänge an. „Zum wiederholten Mal ist das fatale Bild entstanden, dass der Staat teilweise vor gewaltbereiten Demokratiefeinden zurückgewichen ist“, urteilt der Grünen-Abgeordneter Valentin Lippmann.

Querdenker-Demo eskaliert: Video zeigt heftige Attacke auf Polizisten - Wasserwerfer schützen Impfzentrum

Erstmeldung vom 13. März: München/Dresden - Tumultartige Szenen, und das mitten in der Coronavirus-Pandemie*: In Dresden kam es an diesem Samstag (13. März) zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und den sogenannten Querdenkern, die trotz Demonstrationsverbots gegen die Corona*-Politik in Deutschland* auf die Straße gingen. Bis zu 5000 Teilnehmer sollen sich in der Landeshauptstadt Sachsens versammelt haben, darunter rund 1500 Randalierer.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Querdenker-Demo in Dresden eskaliert

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, gerieten die Proteste zeitweise völlig außer Kontrolle. So berichtet etwa der MDR, dass Demonstranten Polizeisperren durchbrachen und Durchsagen der Beamten nicht nachkamen. Mehr noch: Im Internet kursieren Fotos und Videos, die tätliche Attacken auf Polizisten zeigen.

So twitterte zum Beispiel der Journalist Julius Geiler ein Video, das dokumentiert, wie gleich mehrere mutmaßliche Demonstranten - ohne Mundschutz - einen Polizisten treten und zu Boden reißen.

Auch, als der Beamte am Boden liegt, wird weiter auf ihn eingetreten. „Es eskaliert, es eskaliert“, ist immer wieder in dem Video zu hören. Am Samstagabend veröffentlichte die Polizei Sachsen dann ihren Bericht zum Einsatz in Dresden. Demnach wurden vier Beamte verletzt. Die Polizisten sprachen ferner 49 Platzverweise aus, zeigten rund 390 Ordnungswidrigkeiten an und stellten 32 Straftaten fest. Damit nicht genug.

Demo gegen Corona-Maßnahmen in Dresden - Wasserwerfer schützen Impfzentrum

Wie die Bild berichtet, rückten zeitweise sogar Wasserwerfer an, um das Corona*-Impfzentrum am Ostragehege zu schützen. „Der Einsatz der Wasserwerfer ist eine Vorsichtsmaßnahme, da eine größere Gruppe in die Richtung unterwegs war“, erklärte ein Polizeisprecher. Durch Straßensperren habe die Polizei die Lage am frühen Samstagabend wieder in den Griff bekommen.

Erst in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte das Oberverwaltungsgericht Bautzen das Demonstrationsverbot gegen die „Querdenker“ bestätigt.

Dennoch war die sächsische Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort, unterstützt wurde sie durch Kollegen aus Nordrhein-Westfalen und von der Bundespolizei. Die Randalierer hielt dies offenbar nicht ab. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN MEDIA

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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