Söder: Absage an dritte Startbahn

„In meiner Amtszeit kommt sie nicht mehr“ – Groß-Projekt am Münchner Flughafen wohl erledigt – Staatshilfe nötig

Paukenschlag für Bayern: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gibt den Bau der dritten Startbahn am Flughafen München vorerst auf.

  • Paukenschlag am Flughafen München.
  • Söder erteilt dem Bau der dritten Startbahn nun eine vorläufige Absage.
  • Damit folgt er auch dem Wunsch der Freien Wähler.

Flughafen München - Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat dem Bau der dritten Startbahn am Flughafen München nun offiziell eine Absage erteilt. „In meiner Amtszeit wird die dritte Startbahn nicht mehr kommen“, sagte er nach Informationen unserer Redaktion am Mittwochmittag in einer internen Sitzung der Landtagsfraktion. Der Flughafen sei massiv in die Krise geraten, betreibe aktuell praktisch nur noch eine Startbahn und erlebe einen gewaltigen Passagiereinbruch. „Die eine Milliarde Euro für eine dritte Startbahn hat der Flughafen aktuell nicht mehr.“

Flughafen München: Söder (CSU) erteilt Bau der dritten Startbahn eine Absage

Söder sagte laut Teilnehmer, statt dessen sei es wohl bald nötig, den Flughafen (und die Messen in Bayern) aus dem Staatshaushalt zu stützen. „Der Flughafen ist extrem betroffen.“ Für den Startbahn-Bau ist das eine sehr langfristige Ansage: Söder meinte, so heißt es, mit seiner Ansage nicht nur die 2023 endende Legislaturperiode, für die ohnehin in der Koalition mit den Freien Wählern ein Startbahn-Moratorium vereinbart ist. Bei einer längeren Verzögerung bedeutet das: Alle Genehmigungen für den Bau laufen aus und müssten in mutmaßlich jahrelangen Verfahren, die sich ins nächste Jahrzehnt ziehen, neu beantragt werden.

Keine dritte Startbahn am Flughafen München: „In meiner Amtszeit kommt sie nicht mehr“

Die Freien Wähler hatten einen solchen Schritt vor einer Wochen gefordert; Söder vollzieht ihn nun, wenn auch formal nicht mit einer immerwährenden Absage an das Projekt. Die Gegner der 3. Startbahn am Münchner Flughafen hofften bereits im Mai, dass sich nach der Corona-Krise der Luftverkehr reduziert – und die Piste daher dauerhaft gestrichen werden kann.

In seiner Grundsatzrede verteidigte Söder zudem seinen Corona-Kurs – unter Beifall der Abgeordneten. Er rief zum Zusammenhalt auf und bekräftigte auch seine Entscheidung, Gesundheitsministerin Melanie Huml wegen der Testpannen im August nicht zu entlassen. „Fehler passieren immer wieder. Loyalität ist keine Einbahnstraße, ich muss auch loyal sein zu Ministern.“

Seine eigene Zukunft schilderte Söder vor den Abgeordneten ohne neue Andeutungen. Er stellte erneut klar: „Mein Platz ist in Bayern“ – diesmal aber mit dem Nachsatz: „Da bleibt er auch.“

Rubriklistenbild: © MIS

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