„Ihr nehmt Klima nicht ernst genug“

Greta Thunberg wird Chefredakteurin - Leser erhoben schwere Vorwürfe gegen Zeitung

Greta Thunberg will eine andere Berichterstattung über die Klimakrise sehen. Eine schwedische Zeitung gibt ihr nun im Dezember die Chance, als Chefredakteurin etwas zu verändern.

  • Die Klimakrise soll in den Medien größer und ernster berichtet werden, findet Greta Thunberg.
  • In Schweden darf sie nun bald selbst in einer Redaktion arbeiten.
  • Sie hat klare Ideen davon, wie eine gute Zeitung auszusehen hat.

Stockholm - Jetzt bekommt Greta Thunberg die Chance, ihren Worten Taten folgen zu lassen. Immer wieder kritisiert die weltberühmte Klima- und Umweltaktivistin*, dass Medien das Klimaproblem nicht als die große Krise sehen und behandeln, die sie in ihren und den Augen vieler Aktivisten ist. Gemeinsam mit den Anhängern von „Fridays for Future“ geht sie für ihre Ziele immer noch regelmäßig auf die Straße.

Auch die überregionale schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter sah sich der Kritik ausgesetzt. Bereits Mitte September lud die Zeitung Thunberg zu sich ein, um über die Klimakrise und die Medien zu sprechen, berichtet das Blatt. Daraufhin kam der Redaktion die Idee: Warum Greta Thunberg nicht einen Tag Chefredakteurin sein lassen und sie an den Entscheidungen der Zeitung beteiligen?

Greta Thunberg und die Klimakrise: Als Chefredakteurin will sie mehr Hintergrundberichte sehen

Gesagt, getan: Chefredakteur Peter Wolodarski habe sie angeschrieben und die junge Klimakämpferin habe zugesagt. „Die häufigste Kritik unserer Leser im vergangenen Jahr war, dass wir das Klima nicht ernst genug nehmen“, begründet der Chefredakteur den Schritt. Er sei gespannt, was die Zusammenarbeit bringen werde. Über die Aktion und deren Abläufe wolle man sehr offen berichten, um Vorwürfen keinen Nährboden zu geben, die die Unabhängigkeit der Zeitung infrage stellen.

Somit wird Greta Thunberg* im Dezember eine Ausgabe als Chefredakteurin der Dagens Nyheter gestalten. Wie die Zeitung sie selbst zitiert, hofft Thunberg, Medien wie die schwedische Zeitung nachhaltig beeinflussen zu können. Doch wie sieht eine ideale Zeitung aus ihrer Sicht aus? „Ich denke, es gibt nicht so viele Meinungstexte und Katastrophenbeschreibungen, sondern viele Rezensionen, die zeigen, wie die Realität aussieht, wo wir uns gerade befinden, und die Klimakrise in ihrer Tiefe erklären.“ Interviews beispielsweise mit Forschern seien ihr wichtig.

Gemeinsam mit Fridays for Future kämpft Greta Thunberg um mehr Aufmerksamkeit für das Klima

Durch die Corona-Pandemie war es auf den Straßen lange Zeit ruhig um „Fridays for Future“ geworden. Sie verlagerten ihre Protestaktionen lange Zeit vorrangig ins Internet. Dennoch machten sie weiter Druck auf die Regierungschefs der Welt, die Klimakrise mindestens genauso erst zu nehmen wie die aktuelle Corona-Krise. Dafür traf sie auch Angela Merkel, da Deutschland zurzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Aktuell hofft Greta Thunberg auf eine unerwartete Wende zu den EU-Agrar-Zahlungen im Europaparlament. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Jonathan NACKSTRAND / AFP

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