Sind die Fahrverbote völlig überzogen? 

Großer Aufstand nach „Hart aber fair“: „Wahnsinnige Hysterie“

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Lungenfacharzt Dieter Köhler (M.) diskutierte bei „Hart aber fair“ mit Barbara Metz, Vize-Chefin der Deutschen Umwelthilfe, über die Aussagekraft von Emissionsstudien. 

Bei „Hart aber fair“ ging es am Montag um Grenzwerte, Dieselfahrverbote und Nachrüstungsmöglichkeiten. Lungenfacharzt Dieter Köhler erklärte dabei, warum er die vorgegebenen Emissionswerte für „einen Witz“ hält.  

Update vom 23. Januar 2019, 16.29 Uhr: In der Debatte um Luftverschmutzung hat das Bundesumweltministerium die geltenden Grenzwerte verteidigt. Die Gesetzgebung sei darauf ausgerichtet, dass alle Menschen überall und jederzeit die Außenluft problemlos einatmen könnten, sagte ein Sprecher von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Mittwoch in Berlin. „Das muss für gesunde Menschen gelten genau so wie für Menschen mit Asthma, für Menschen, die älter sind oder eben vor allen Dingen auch für Kleinkinder.“

Diesem Motiv folgten die Grenzwerte für Stickoxid und Feinstaub. Sie fußten auf einer „soliden wissenschaftlichen Basis“ und folgten der Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Dass Luftschadstoffe die Lebenszeit verkürzten und Krankheiten beförderten, sei wissenschaftlich unumstritten, erklärte der Sprecher. Es gehe bei den Grenzwerten um eine dauerhafte Belastung, nicht um Einzelereignisse.

Eine Sprecherin von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) verwies auf die Aussage des Ministers, der die Stellungnahme der Ärzte einen „wichtigen und überfälligen Schritt“ genannt hatte, um „Sachlichkeit und Fakten“ in die Debatte zu bringen. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums von Jens Spahn (CDU) sprach von „ernst zu nehmenden Stimmen“. Die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz sagte, die Bundesregierung habe die Position der Mediziner „mit Aufmerksamkeit registriert“, alle Aspekte müssten beleuchtet werden.

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Dutzende Lungenärzte rebellieren gegen „willkürliche Grenzwerte“

Update vom 23. Januar 2019, 6.30 Uhr: Es gibt einen Ärzte-Aufstand gegen die Feinstaub-Grenzwerte. Angeführt wird er von Professor Dr. Dieter Köhler. Der 70-Jährige war am Montag zu Gast in der ARD-Talksendung „Hart aber fair“. Köhler hält die Emissionsgrenzwerte für völlig überzogen. Er argumentiert: Raucher, die eine Zigarettenschachtel am Tag konsumieren, würden in weniger als zwei Monaten die Feinstaubdosis erreichen, die ansonsten ein 80-jähriger Nichtraucher in seinem ganzen Leben einatmen würde - sowie entsprechend fast die NOx-Menge (Stickoxide). „Würde die Luftverschmutzung ein solches Risiko darstellen, müssten die meisten Raucher nach wenigen Monaten alle sterben, was offensichtlich nicht der Fall ist“, so der Professor. 

Wie die Bild-Zeitung berichtet, wenden sich - initiiert von Professor Köhler - bereits insgesamt 107 Experten öffentlich gegen die aktuellen Grenzwerte, die auch zu Fahrverboten in deutschen Städten führten, darunter Klinikchefs, Chef- und Oberärzte sowie niedergelassene Fachärzte. Sie alle gehören zur Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und sehen keine wissenschaftliche Begründung für die aktuellen Grenzwerte für Feinstaub und NOx (Stickoxide). Die Experten unterzeichneten einen gemeinsamen Aufruf. Die Kernforderung der Ärzte: Eine Aussetzung der aktuellen Grenzwerte und eine erneute Überprüfung durch unabhängige Forscher. Einer der Unterzeichner ist der Hamburger Pneumologe Prof. Dr. Peter von Wichert. Auf Anfrage der Bild-Zeitung sagte er: „Die aktuellen Grenzwerte sind willkürlich gezogen, die Debatte ist von einer wahnsinnigen Hysterie geprägt.“

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Lungenfacharzt bei „Hart aber fair“ (ARD): „Dann müssten Raucher tot umfallen“

Ist Deutschland im Diesel-Wahn? Diese Frage versuchte Moderator Frank Plasberg bei „Hart aber fair“ mit Talk-Gästen aus Politik, Wirtschaft und Medizin zu beantworten. „Fahrverbote sind ein völliger Unsinn, weil der Grenzwert ein Witz ist“ - dieses Statement kam nicht etwa vom Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) Bernhard Mattes, sondern von Lungenfacharzt Dieter Köhler. Der Mediziner ist sich sicher: Selbst wenn die vorgegebenen Emissionsgrenzwerte doppelt so hoch wären, gäbe es kein Gesundheitsrisiko. 

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Eine Erklärung für seine überraschenden Standpunkte lieferte Köhler in Form eines anschaulichen Vergleichs: Bei einer Zigarette werde ein halbes Kilo Feinstaub pro Kubikmeter freigesetzt, und damit ein Millionenfaches von einem Dieselauto. „Wenn man das umrechnet, müssten Raucher in wenigen Wochen tot umfallen“, war die Schlussfolgerung des Arztes. Mit der Vize-Chefin der Deutschen Umwelthilfe Barbara Metz lieferte sich Köhler außerdem eine angeregte Diskussion über die Aussagekraft der Emissionsstudien. Er kritisierte, dass die Richtwerte aus Studien der 1980er und 90er Jahren stammen. Nun brauche man ernsthafte neue Studien.

Lungenfacharzt Dieter Köhler: Fahrverbote sind Unfug

Metz hielt dagegen, dass in den vergangenen Jahren viele Studien durchgeführt wurden. Die würden jedoch auf falschen Grundlagen basieren, sagte Köhler. Sein Fazit: Die vorgegebenen Emissionswerte und demzufolge auch die Fahrverbote seien Unfug. 

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Nicht so richtig zu Wort kommen ließ Moderator Plasberg Grünen-Politiker Cem Özdemir. Als Özdemir dazu ansetzte, sich über den VW-Skandal zu empören, nahm Plasberg ihm den Wind aus den Segeln. Mitreden durfte der Grüne nur, als er den strauchelnden Auto-Lobbyisten Mattes in die Ecke drängte. Ihm führte Plasberg einen Einspieler vor, der zeigte, dass eine Hardware-Nachrüstung bei den Dieselautos, die über der Schadstoffnorm von maximal 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter liegen, möglich wäre. In den USA werden solche Nachrüstungen bereits eingebaut. Der VDA-Chef dementierte dies nicht, sondern betonte nur die unterschiedliche Wettbewerbssituation in den Ländern. „Wir tun nicht das, was wir können - sondern nur das, wozu wir im jeweiligen Land gezwungen werden“, folgerte Plasberg. 

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Für VDA-Chef Bernhard Mattes ohne konkrete Aussage zur Nachrüstung 

Diese Aussage musste der Moderator noch zweimal wiederholen, bevor Mattes einfiel, Zweifel daran zu äußern, ob die Nachrüstung wirklich so einfach umsetzbar wäre. „Das heißt ja, dass es technisch machbar wäre“, bohrte Özdemir weiter nach. „Da gibt es für mich noch viele offene Fragen“, lautete die ausweichende Antwort des VDA-Chefs. Beantworten konnte Mattes‘ Fragen im Laufe der Sendung jedoch niemand. 

Währenddessen deckte „Frontal 21“ im ZDF auf, wie eine Versicherung einen Schlaganfall-Patienten schamlos ausspionieren ließ.

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