Die beiden Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und Donald Trump präsentieren sich im Vordergrund, während im Hintergrund das Weiße Haus zu sehen ist. Statt dem Nachthimmel wurde eine amerikanische Flagge eingefügt.
+
US-Wahl 2020: Joe Biden setzte sich gegen Donald Trump durch.

Biden neuer US-Präsident

US-Wahl 2020: Karte zeigt Vergleich zur Wahl 2016 - so konnte sich Biden den Sieg sichern

  • Luisa Billmayer
    vonLuisa Billmayer
    schließen
  • Selin Hubert
    Selin Hubert
    schließen

Die Präsidentschaftswahl am 3. November konnte Joe Biden für sich entscheiden. Seit 20. Januar 2021 ist er nun im Weißen Haus.

  • In den USA fand am 3. November 2020 die Präsidentschaftswahl statt. Auch Mitglieder von Senat und Repräsentantenhaus wurden ganz oder teilweise neu bestimmt.
  • Am 20. Januar wurden der neue Präsident Joe Biden und die Vizepräsidenten Kamala Harris vereidigt und nahmen ihre Arbeit auf.
  • Eine Analyse der Wahlbeteiligungen in den einzelnen Staaten zeigt, dass die Menschen in demokratischen Staaten häufiger zur Wahl gingen. (siehe Update vom 6. November, 12.06 Uhr)

Joe Biden als 46. Präsident der USA vereidigt

Update vom 21. Januar, 12.37 Uhr: Die Ära von Donald Trump ist nun offiziell vorbei. Joe Biden wurde am Mittwoch, 20. Januar als neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt* und hat auch sogleich mit seiner Arbeit begonnen. Anders als nach den Unruhen am Kapitol zu befürchten war, verliefen die Amtsübergabe und die Vereidigung friedlich. Donald Trump, der der Zeremonie fern blieb, wünschte seinem Nachfolger in seiner letzten Rede viel Erfolg, ohne dass er dabei Joe Bidens Namen erwähnte.

Bereits an seinem ersten Tag revidierte der neue Präsident 17 Beschlüsse, die unter Trump getroffen wurden. So will Biden etwa den Ausstieg aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und aus dem Pariser Klimaabkommen rückgängig machen und den Bau der Mauer an der mexikanischen Grenze stoppen. Auch die Einreiseverbote einiger muslimischer Länder hat er bereits abgeschafft. Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie setzt der neue US-Präsident ebenfalls auf andere Maßnahmen und beschloss eine Maskenpflicht für alle Behörden. So zeigte sich bereits in den ersten Stunden, dass Joe Biden und seine Vizepräsidentin Kamala Harris eine gänzlich andere Politik verfolgen werden als ihre Vorgänger.

Update vom 20. Januar, 13.10 Uhr: Heute wird der neue US-Präsident Joe Biden offiziell vereidigt und anschließend in das Weiße Haus einziehen. Dann kann der Demokrat auch endlich seine Arbeit aufnehmen. Nach den Unruhen der letzten Wochen, wurden nochmals strengere Sicherheitsvorkehrungen getroffen um eine friedliche Übergabe zu gewährleisten. Da der scheidende Präsident Donald Trump der Vereidigung nicht beiwohnen wird* und stattdessen in sein Golf-Ressort geflogen ist, kommt auf die Behörden noch großer organisatorischer Aufwand für die Übergabe zu. In seinen letzten Tagen als Präsident stellte Trump noch über 70 Begnadigungen aus, unter anderem auch an seinen Ex-Berater Steve Bannon oder den bekannten Rapper Lil Wayne.

Am Donnerstag, den 21. Januar werden außerdem noch drei neue demokratische Senatoren ihren Amtseid ablegen. Somit besteht der Senat kurz nach Bidens Amtsantritt je zur Hälfte aus demokratischen und republikanischen Vertretern. Kamala Harris, die neue Vizepräsidentin und zugleich Präsidentin des Senats, steht es zu bei Stimmengleichheit die entscheidende Stimme zu vergeben. Somit haben die Demokraten theoretisch die Kontrolle über den Senat.

Bei der Präsidentschaftswahl 2020 gewannen die Demokraten im Vergleich zu den letzten Wahlen 2016 gleich fünf neue Bundesstaaten hinzu. Gleichzeitig haben sie keinen Bundesstaat an die Republikaner verloren. Somit konnte sich der neue US-Präsident Joe Biden bei der Wahl 73 weitere Wahlleute sichern und letztendlich 306 entscheidende Wählende hinter sich vereinen. Um zu gewinnen wären schon 270 ausreichend gewesen.

Update vom 8. November, 15.24 Uhr: Joe Biden ist bereits neuer US-Präsident. Noch sind aber nicht alle Stimmen ausgezählt. In Alaska und North Carolina wurde noch kein endgültiges Ergebnis bekannt gegeben. An dem Sieg von Biden kann sich aber trotzdem nichts mehr ändern.

Update vom 6. November, 12.06 Uhr: Der Wahl-Krimi um das höchste Amt der USA hält noch weiter an. Gespannt blick die Welt auf die aktuellen Battleground States. Aktuell führt Joe Biden in Arizona, Georgia und Nevada und liegt daher in den Prognosen vorne. CNN berichtet, dass der Demokrat sogar in Pennsylvania noch aufholen könnte. Dort führt Trump aktuell mit 18.229 Stimmen. Mit einem Auszählungsstand von 95 Prozent müssen dort noch rund 340.000 Stimmen ausgezählt werden.

Ein erster Blick auf geschätzte Wahlbeteiligungen in den verschiedenen Staaten, zeigt, dass die Wahlbeteiligung in demokratischen Staaten tendenziell höher ausfällt. Fast alle Staaten, in denen mehr als 73 Prozent der berechtigten Bevölkerung ihre Stimmen abgaben, wählten überwiegend Joe Biden. Lediglich die Staaten Iowa und North Carolina fallen aus diesem Muster. Die Wahlmänner Iowas konnte sich Donald Trump sichern. In North Carolina liegt noch kein finales Ergebnis vor, doch auch hier liegt Trump derzeit vorn.

US-Wahl 2020: Höchste Wahlbeteiligung seit 100 Jahren

Generell lag die bundesweite Wahlbeteiligung bei rund 64 Prozent. Das war somit die höchste Beteiligung seit 1900 sein. Davon geht das U.S. Elections Project schätzungsweise aus. Noch mehr Menschen gingen in Maine*, Minnesota* und Iowa* zur Wahl. Hier lag die Wahlbeteiligung bei rund 79 Prozent. Am wenigsten stark beteiligten sich die Wahlberechtigten in West Virginia, Arkansas und Oklahoma. Dort stimmten unter 57 Prozent der Menschen an, die überwiegend für Donald Trump stimmten.

Update vom 5. November, 11.45 Uhr: Die US-Wahl ist noch immer nicht entschieden, doch mittlerweile ist klar, dass Joe Biden Wisconsin* und Michigan* für sich gewinnen konnte. Somit siegte er in zwei Staaten, in denen Donald Trump 2016 noch die Mehrheit hatte. In Michigan ist Bidens Vorsprung relativ deutlich. Er führt mit 50,4 Prozent, Trump erhielt 48,0 Prozent der Stimmen. In Wisconsin ist der Abstand kleiner. Biden sicherte sich 49,4 Prozent der Stimmen, Trump erreichte 48,8 Prozent. (Datenstand: 05.11., 10.42 Uhr)

Noch enger ist das Rennen in Nevada. Dort führt Joe Biden aktuell mit nur 7.647 Stimmen. Ob das reichen wird oder ob Biden seinen Vorsprung ausbauen kann, um den Staat zu gewinnen, wird sich zeigen. Auch in den Staaten Georgia, Arizona, North Carolina und Pennsylvania ist das Rennen besonders knapp - und deshalb auch noch nicht entschieden. Tendenziell liegt Donald Trump in Georgia, North Carolina und Pennsylvania vorne. Biden scheint in Arizona und Nevada bessere Chancen zu haben. (Datenstand: 05.11., 10.42 Uhr).

Update vom 4. November, 16.20 Uhr: Noch immer haben einige wichtige Bundesstaaten noch nicht fertig ausgezählt. Laut CNN handelt es sich bei den meisten noch auszuzählenden Stimmen um die der Briefwahl. Da die Bundesstaaten deren Auszählung nicht alle gleich handhaben, kann es noch einige Zeit dauern bis deren Ergebnisse bekannt sind. Da auch Wahlumschläge, deren Poststempel vom Tag der Wahl stammen aber von der Post erst danach zugestellt werden, noch gültig sind, kann es sogar noch mehrere Tage dauern, bis auch diese fertig ausgezählt werden.

US-Wahl 2020: Erste Schätzungen erwarten Rekord-Wahlbeteiligung

Unabhängig davon zeichnet sich ein deutlicher Anstieg der Wahlbeteiligung im Vergleich zu den letzten Wahlen an. Lag diese bei den US-Wahlen 2016 noch bei etwa 60 Prozent, gehen erste Schätzungen bei dieser Wahl von einer Beteiligung von etwa 66 Prozent aus.

Update vom 4. November, 10.56 Uhr: Die US-Wahl 2020 ist noch im vollen Gange. Mit einem endgültigen Ergebnis wird heute auch noch nicht gerechnet. Eine erste Analyse der Nachwahlbefragungen zeigt aber schon jetzt: zwischen den Bevölkerungsgruppen gibt es große Unterschiede und einige Themen polarisieren stark.

Bei Vergleich der Geschlechter fällt auf, dass Donald Trump von Männern etwas mehr Unterstützung erfuhr als von Frauen. Die stimmten laut Umfragen von CNN eher für Joe Biden. Der demokratische Kandidat konnte sich zudem stärker unter jungen Wählern durchsetzten. Die Zustimmung für Donald Trump nahm mit steigendem Alter der Wähler zu.

US-Wahl 2020: Biden vs. Trump - Erste Analyse der Exit Polls

Der größte Unterschied ist jedoch zwischen weißen und Schwarzen Wählern zu beobachten. Während 87 Prozent der Schwarzen Befragten angaben, für Joe Biden gestimmt zu haben, erklärten 57 Prozent der weißen, Ihr Kreuz bei Donald Trump gesetzt zu haben.

Außerdem zeigt sich, dass die Trump- und Biden-Befürworter große Meinungsunterschiede bei einigen Themen aufweisen. 84 Prozent der Wähler, die im Klimawandel kein ernstes Problem sehen stimmten für Donald Trump. Gut zwei Drittel der Menschen, die das anders sehen, unterstützten Joe Biden. Bei der Frage, ob Schwangerschaftsabbrüche legal sein sollten, zeigt sich Folgendes: Menschen, die die Legalisierung von Abtreibung für richtig halten, stimmten zu 72 Prozent für Joe Biden. Drei Viertel der Abtreibungsgegner gaben ihre Stimme dem amtierenden Präsidenten.

US-Wahl 2020: Polarisierende Themen bei Exit Polls

Unterschiede sind auch bei der Bewertung der Corona-Pandemie zu beobachten. Mehr als die Hälfte der Menschen, für die die steigenden Corona-Zahlen bei der Wahlentscheidung wichtig waren, stimmten für Joe Biden. Unter jenen, für die die Pandemie keine Rolle gespielt hat, unterstützen 87 Prozent Donald Trump.

Auch wenn Joe Biden mit bisher 224 gewonnenen Wahlmännern im Rennen um die Mehrheit von 270 vorne liegt, ist das Ergebnis bisher noch offen. Um die Wahl für sich zu gewinnen, müsste Biden auch Staaten gewinnen, die sich Donald Trump 2016 sichern konnte. Bisher haben die Republikaner noch keinen Staat an die Demokraten verloren (Stand: 10.53 Uhr).

Erstmeldung:

Washington - In den USA wird der 46. Präsident gewählt. Es ist die wichtigste Wahl für das Land seit Langem. Für die Republikaner tritt der amtierende Präsident Donald Trump* für eine zweite Amtszeit an, für die Demokraten ist es Joe Biden.* Dieser war bereits unter dem ehemaligen Präsidenten Barack Obama von 2009 bis 2017 Vizepräsident. Hier finden Sie aktuelle Daten und Grafiken - und am heutigen Wahlabend alle Live-Ergebnisse. Aktuell füllt sich etwa die Karte nach und nach blau und rot - eine Entscheidung ist aber noch lange nicht in Sicht.

Umfragen für die USA: Klare Zahlen, aber die Wahl ist noch lange nicht entschieden

Wegen des komplexen Wahlsystems in den USA sind die vorherigen Prognosen allerdings nur bedingt repräsentativ. Denn der Präsident wird nicht direkt von den Bürgern gewählt, sondern von Wahlmännern des sogenannten „Electoral College“. Über dessen Zusammensetzung entscheiden jedoch die Wähler. In Amerika gilt generell das Mehrheitswahlrecht, was bedeutet, dass die siegreiche Partei in einem Bundesstaat auch alle dazugehörigen Wahlmänner gewinnt. Über wie viele solcher Delegierten ein Staat verfügt, hängt hauptsächlich von dessen Bevölkerungsgröße ab. Insgesamt besteht das Electoral College* aus 538 Wahlmännern; ein Kandidat muss somit also 270 von ihnen hinter sich vereinen, um die Wahl zu gewinnen.

Die in den Grafiken dargestellten Daten basieren nicht auf einzelnen Umfragen, sondern auf einer Vielzahl von Datensätzen aus den jeweiligen Bundesstaaten. Diese werden bei den Umfragen von 270toWin aggregiert, aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Hierbei wird auf die Verteilung der Wahlmänner auf die jeweiligen Staaten geachtet, um eine höhere Aussagekraft zu gewährleisten. In der heutigen Wahlnacht führen wir die Grafik auf CNN-Basis fort und integrieren die endgültigen Wahlergebnisse.

Präsidentschaftswahl: Welche Staaten die Wahl entscheiden könnten

Kalifornien darf als bevölkerungsreichster Bundesstaat 55 Wahlmänner stellen, gefolgt von Texas (38), Florida und New York (jeweils 29). Alaska darf trotz seiner Eigenschaft als flächenmäßig größter Staat wegen seiner geringen Einwohnerzahl lediglich drei Wahlmänner abstellen. Neben den 50 Bundesstaaten stehen aber auch Washington D.C. als Regierungssitz drei Wahlmänner zur Verfügung. Diese Ausnahme regelt der 23. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten. In einigen Staaten der USA ist die dortige Bevölkerung traditionell an eine der beiden Parteien gebunden. Auch dieses Jahr sind die dortigen Prognosen wieder einschlägig. So kann Joe Biden etwa mit Siegen in Kalifornien und New York rechnen, Donald Trump hingegen in den republikanisch geprägten Staaten Tennesse (11), Alabama und Kentucky (jeweils 9).

Entschieden wird die US-Wahl 2020* aber am Ende vermutlich in den umkämpften, bevölkerungsreichen Staaten. Dort ist der Wahlausgang noch offen oder es zeigt sich nur eine leichte Tendenz zugunsten einer der beiden Parteien. Diese Bundesstaaten werden als sogenannte „Swing States“ bezeichnet und stellen insgesamt mehr als die Hälfte der zum Sieg notwendigen Wahlmänner. Zu den wichtigsten dieser Swing States werden Texas, Florida, Pennsylvania (20) und Ohio (18) zählen.

US-Wahl 2020: Die wichtigsten Informationen kurz zusammengefasst

Die USA wählen ihren Präsidenten alle vier Jahre und ein Kandidat darf maximal zwei Amtszeiten lang regieren. Neben dem Präsidenten werden am 3. November außerdem der Vizepräsident, das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt, wobei die Wahl zum Präsidenten erst 41 Tage später durch die Wahlmänner vorgenommen wird. Der Sieger wird schlussendlich am 20. Januar 2021 vereidigt und zieht dann an diesem Tag auch in das Weiße Haus ein. Wann gibt es also Ergebnisse der US-Wahl?* Erste Zahlen werden am 4. November gegen ein Uhr nachts deutscher Zeit erwartet. Wer letztlich gewonnen hat, dürfte aber nicht vor fünf Uhr morgens deutscher Zeit klar sein. Von Selin Hubert.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Transparenz: Unsere Daten, Quellen und Methoden

Die dargestellten Umfrage-Daten zu den Wahlen in den USA gehen über eine einzelne Quelle hinaus. Das Portal 270towin verdichtet vielmehr zahlreiche Datensätze und gewichtet diese. Dennoch sind die Werte naturgemäß nicht mit einer Hochrechnung zu vergleichen. Die interaktiven Wahlelemente stammen von der Deutschen Presse-Agentur, die die Daten permanent auf Basis von CNN und anderen aktualisiert und die dann hier im Artikel automatisch integriert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.