Sebastian Kurz
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Sebastian Kurz nimmt den „Freiheitspreis der Medien“ entgegen (Archivbild)

Ludwig-Erhard-Gipfel im Live-Ticker

„Deutsches Davos“ - Österreichs Kanzler Kurz empfiehlt Deutschland Schwarz-Grüne Regierung

  • Fabian Müller
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Der Ludwig-Erhard-Gipfel gibt den bekanntesten Politikern und Top-Ökonomen eine Bühne. Ihre Aussagen und alle Infos im Live-Ticker.

  • Am 11. und 12. Mai findet der Ludwig-Erhard-Gipfel in den Bavaria Filmstudios statt.
  • Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erhält den „Freiheitspreis der Medien“ (siehe Update vom 11. Mai 14.15 Uhr)
  • Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery lobt die Bundesregierung für ihre Corona-Politik (siehe Update vom 11. Mai, 13.00 Uhr).
  • Alle Entwicklungen im Live-Ticker.

Update vom 11. Mai, 18.05 Uhr: Kurz vor den Pfingstferien soll aus der Sicht von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz die Alpenrepublik von der deutschen Liste der Corona*-Risikogebiete gestrichen werden. „Was ich hoffe ist, dass die Quarantäne-Regelungen bald aufgehoben werden“, sagte Kurz am Dienstag am Rande des Ludwig-Erhard-Gipfels in München der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei ja durchaus argumentierbar, so Kurz weiter, dass es Quarantäne-Regeln brauche, wenn auf der einen Seite der Grenze die Ansteckungen zehn oder 20 Mal so hoch seien wie auf der anderen Seite der Grenze. „Aber wenn die Ansteckungszahlen ungefähr gleich sind oder in einem Nachbarland sogar niedriger sind als im eigenen Land, dann ist dies schwer argumentierbar.“

Kurz betonte, er vertraue darauf, dass die Bundesregierung hier „faktenbasiert“ entscheidet. Die Infektionszahlen in Österreich sind landesweit mit einer Sieben-Tage-Inzidenz* von 95,1 inzwischen deutlich niedriger als in Deutschland (115,4, Stand Dienstag).

Ludwig-Erhard-Gipfel: Österreichs Kanzler Kurz hält „Schwarz-grün gut für Deutschland“

Update vom 11. Mai, 14.15 Uhr: Nachdem Kanzler Sebastian Kurz den „Freiheitspreis der Medien“ entgegennahm, stellt sich der österreichische Regierungschef den Fragen von Verleger Dr. Wolfram Weimer. Besonders die Europa-Politik des 34-Jährigen steht bei dem Interview im Fokus. Kurz ist sicher, dass die EU nicht zerfalle. Trotz des Impferfolgs der ausgetretenen Briten. Doch auch die Politik südöstlich des Ärmelkanals kommt zur Sprache.

Kurz, der in Österreich sowohl mit der rechtspopulistischen FPÖ sowie den Grünen regierte, legt der Union das Regieren mit der Umwelt-Partei nahe. Schwarz-Grün sei „gut für Deutschland“, meint der österreichische Kanzler. Eine Aussage, die in München und Berlin für Aufsehen sorgen wird.

Ludwig-Erhard-Gipfel: Corona-Impfungen - Diskussionen um Preise für Vakzin „lächerliche Debatten“

Doch nicht nur die Bundespolitik kommt im Interview zur Sprache, auch zur Impfstoff-Strategie der Europäischen Union bezieht Kurz Stellung. Der österreichische Bundeskanzler befürworte die neuerliche EU-Bestellung von bis zu 1,8 Milliarden Biontech-Dosen. Kritik am Preis für den Impfstoff (20 Euro pro Dosis) lässt Kurz nicht gelten. Im Hinblick auf die Kosten des Lockdowns und flächendeckenden Testangebots bezeichnet Kurz die Preisdiskussionen als „lächerliche Debatten“.

Update vom 11. Mai, 14.00 Uhr: Mit großer Spannung wird der nächste Programmpunkt erwartet. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erhält den „Freiheitspreis der Medien“, Griechenlands Premierminister Kyriakos Mitsotakis tritt als Laudator auf. Im Vorfeld der Verleihung gab es teils heftige Kritik aus der österreichischen Opposition (siehe Erstmeldung).

Mitsotakis betont in seiner Laudatio die politischen Gemeinsamkeiten zwischen der griechischen und österreichischen Regierung. Der Premierminister verweist auf die schnelle, steile Karriere des 34-jährigen Österreichers. Im Anschluss hebt Moderatorin Christiane Goetz-Weimer die kommunikativen Fähigkeiten des Bundeskanzlers hervor. Kurz sei ein „außergewöhnlicher Kommunikator“, der ein „Markenbotschafter Europas und der Freiheit“ sei. Die Verlegerin beschließt ihre Rede und bittet den Preisträger auf die Bühne, um den „Freiheitspreis der Medien“ zu empfangen.

In seiner Rede definiert Sebastian Kurz die Rolle Österreichs in der Europäischen Union. Zwar sei das Land „klein“, doch bilde es die „Brücke zu Osteuropa“. Im Hinblick auf die Ostererweiterung der EU sieht er die Alpenrepublik in einer Schlüsselrolle. Auch müsse die Europäische Gemeinschaft ihren Blick auf die Zeit nach der Pandemie richten, so Kurz. Die wichtigsten Wirtschaftsunternehmen eine, dass „sie ihren Hauptsitz nicht in der Europäischen Union“ hätten, merkt der Kanzler an. Europa dürfe nach der Corona-Krise nicht den Anschluss an die finanzstarken Länder außerhalb des Kontinents verlieren.

Ludwig-Erhard-Gipfel: Vorstand des Weltärztebundes Montgomery lobt Bundesregierung für Corona-Politik

Update vom 11. Mai, 13.00 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery gibt seine Einschätzung zur Corona-Politik der Bundesregierung. „Deutschland ist mit Merkel und Spahn geradezu als Weltmeister durch die erste Welle gekommen“, merkt der Mediziner an - und kritisierte die Rolle der Ministerpräsidenten. Erst als diese in die Pandemiebekämpfung eingriffen, sei es chaotisch geworden. „Wir sind nicht so schlecht davon gekommen, wie wir uns manchmal fälschlich darstellen“, schließt der 68-Jährige, nachdem er die Wissenschaft für die schnelle Entwicklung der Corona-Impfstoffe lobte.

Der anschließenden Diskussionsrunde gehören unter anderem Virologe Alexander Kekulé und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach an. Der Virologe mahnt, die richtigen Schlüsse aus der Corona-Pandemie zu ziehen. Von bloßem „Schulterklopfen“ halte Kekulé wenig.

Karl Lauterbach hätte Ministerposten „nicht abgelehnt“

Update vom 11. Mai, 11.55 Uhr: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach steht nun im Gespräch mit Moderatorin Christiane Goetz-Weimer Rede und Antwort. Zunächst gibt Lauterbach private Eindrücke. Er höre gerne Podcasts und spiele Tischtennis, erklärt der 58-Jährige, ehe das Interview auf der Sachebene Fahrt aufnimmt. Der SPD-Politiker macht auf die Missstände in der Pflege aufmerksam und fordert die gerechte Bezahlung der Pflegekräfte. Im Hinblick auf die anstehenden Bundestagswahlen im September bleibt der Gesundheitsexperte eine Prognose schuldig. Er spekuliere nicht über eine weitere Fortsetzung der Großen Koalition, betont Lauterbach.

Auf die Frage Goetz-Weimers, ob Lauterbach der geborene Gesundheitsminister sei, antwortet der SPD-Politiker: „Ich hätte das Amt in der Vergangenheit mit Sicherheit nicht abgelehnt und auch nicht damit überfordert gefühlt“. Die Arbeit des derzeitigen Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) wolle er jedoch nicht bewerten.

Erstmeldung vom 11. Mai: München - Der Ludwig-Erhard-Gipfel 2021 findet am 11. und 12. Mai 2021 in den Bavaria Filmstudios im Münchner Süden statt. Das Treffen versammelt Spitzenpolitiker, Wirtschafts- und Gesundheitsexperten, deren Aussagen mit Spannung erwartet werden. Zu den prominenten Gästen gehören unter anderem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz*.

Ludwig-Erhard-Gipfel: Entscheider aus Politik und Wirtschaft sollen ins Gespräch kommen

Die Gästeliste des Ludwig-Erhard-Gipfels 2021 ist hochkarätig besetzt. Neben politischen Entscheidungsträgern finden auch Top-Ökonomen Einzug in das Programm. Am Dienstag besprechen die Teilnehmer Themen zur Digitalisierung, Gesundheit und Nachhaltigkeit, Mittwoch folgen überwiegend Wirtschaftsthemen. Von den Teilnehmern werden Antworten zur Pandemiebekämpfung* und Wege aus der coronabedingten Wirtschaftskrise erwartet.

Ludwig-Erhard-Gipfel: Sebastian Kurz mit „Freiheitspreis der Medien“ geehrt

Das Highlight des Ludwig-Erhard-Gipfels bildet traditionell die Verleihung des „Freiheitspreises der Medien“. Bisher erhielten Michail Gorbatschow, Reinhard Kardinal Marx, Christian Lindner, Jens Weidmann, Jean-Claude Juncker und Fürst Albert II. von Monaco den Preis. Dieses Jahr werde Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz als „Brückenbauer Europas und Kommunikator der Freiheit“ geehrt, betonen die Verleger der Christiane Goetz-Weimer und Wolfram Weimert. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis* wird die Laudatio halten.

„Freiheitspreis der Medien“ - Kanzler Kurz für Preisvergabe kritisiert

„Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich in seiner politischen Laufbahn immer wieder als Brückenbauer erwiesen“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Der Preis soll an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verliehen werden, die sich in besonderer Weise für die freie Meinungsäußerung, den politischen Dialog und die Demokratie einsetzen.

Kritik für die Ehrung kommt aus der österreichischen Opposition. „Schlichtweg absurd“, sei die Preisvergabe, kritisiert SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch. Er wirft Bundeskanzler Kurz vor, die unabhängige Justiz zu „attackieren“ und Medien unter Kontrolle bringen zu wollen.

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