Lorenz Caffier und Manuela Schwesig im Schweriner Landtag.
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Lorenz Caffier und Manuela Schwesig im Schweriner Landtag.

Nach mehrdeutiger Schwesig-Äußerung

Waffenkauf bei fragwürdigem Händler: MV-Innenminister tritt zurück - „Nicht mehr nötige Autorität“

Ausgerechnet Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister hat sich eine Waffe bei einem Händler mit rechtsextremen Verbindungen gekauft. Nun tritt er zurück.

Schwerin - Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier ist zurückgetreten. Caffier stand wegen eins Waffenkaufs bei einem Händler mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene unter Druck. Der CDU-Politiker war bislang auch Vizeministerpräsident.

Mecklenburg-Vorpommern: Innenminister Caffier tritt nach Waffenkauf-Affäre zurück

Er habe wegen der Affäre nicht mehr die nötige Autorität für sein Amt, erklärte der Minister aus der Regierung von SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Dienstag in der Landeshauptstadt Schwerin. Mit seinem Rücktritt wolle er auch seine Familie und sein Umfeld schützen. Nicht der Erwerb der Waffe sei ein Fehler gewesen, aber sein Umgang damit, sagte Caffier zur Begründung.

Schwesig hatte Caffier schon am Wochenende nicht mehr explizit ihre Unterstützung ausgesprochen. „Das Eintreten für Demokratie und Freiheit und der Kampf gegen den Rechtsextremismus sind zentrale Anliegen der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern. Daran darf es keinen Zweifel geben“, ließ sie auf Anfrage der Tageszeitung taz mitteilen. Schwesig forderte von Caffier Aufklärung über die Umstände des Kaufs.

Caffier tritt zurück - Schwesigs Vizeministerpräsident hatte Fehler eingeräumt

Caffier hatte daraufhin Fehler eingeräumt. Er hätte im Mai 2019 eine Erklärung zu seinem Waffenkauf abgeben müssen, als ihm Ermittlungsergebnisse des Landeskriminalamts zu dem Waffenhändler vorlagen, erklärte Caffier am Montag. „Dies nicht getan zu haben, war ein Fehler, den ich bedaure.“ Gleichzeitig hatte sich Caffier sich gegen persönliche Angriffe verwahrt. Es sei „blanker Unsinn und geradezu ehrverletzend“, dass ihm eine Nähe zum rechtsextremistischen Netzwerk Nordkreuz oder anderen rechten Netzwerken angedichtet werden solle. (AFP/dpa/fn)

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