Termin für Sofort-Gipfel fix

Corona-Berechnung zeigt fatale Lockdown-Wirkung: Lauterbach sieht nur zwei Möglichkeiten für Merkel und Länder

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  • Florian Naumann
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Der aktuelle Corona-Lockdown könnte nun nicht nur verlängert, sondern auch massiv verschärft werden. Angela Merkel prüft offenbar einschneidende neue Regeln.

Update vom 16. Januar, 7.21 Uhr: Kommt ein verschärfter Lockdown auf Deutschland zu? Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus plädiert dafür. „Jetzt lieber einmal richtig - anstatt eine Endlosschleife bis in den Sommer hinein“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ/Samstag). „Insbesondere die hohe Ansteckungsrate der neuen Mutation beunruhigt uns sehr. Wir müssen versuchen, diese neuen Virus-Varianten durch konsequente Maßnahmen rechtzeitig einzudämmen.“

In der WDR-Sendung „Aktuelle Stunde“ antwortete er am Freitagabend auf die Frage, ob bei der Beratung von Kanzlerin Angela Merkel mit den Landesregierungschefs am Dienstag nächtliche Ausgangsbeschränkungen zu erörtern seien: „Ja, es muss alles auf den Tisch gelegt werden.“ Die Infektionszahlen seien weiter zu hoch. Bei RTL/ntv sagte er zudem: „Wir müssen nochmal mit der Industrie und der Wirtschaft reden, ob da wirklich alle Kapazitäten für mobiles Arbeiten im Homeoffice ausgenutzt werden. Wir werden auch nochmal schauen müssen, ob man den Nahverkehr nicht abschaltet oder zumindest so organisiert, dass dort nicht mehr so viele Menschen in einem Bus oder in einem Waggon sind.“

Steht Deutschland ein härterer Corona-Lockdown bevor? Lauterbach fordert Verschärfungen

Auch Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat eine Diskussion über verschärfte Corona-Auflagen ohne Tabus gefordert und Ausgangssperren ins Gespräch gebracht. „Für die Ministerpräsidentenkonferenz darf es keine Denk- und Diskussionsverbote geben“, sagte Hans der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe). Dies gelte „für das Thema Ausgangssperre, aber auch für die Diskussion um die Arbeit im Homeoffice“. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ nur zwei Möglichkeiten. „Entweder geht es mit dieser Form des Lockdowns noch mindestens sechs bis acht Wochen weiter, bei 500 bis 1000 Toten am Tag und einem hohen Risiko, dass sich die Mutation weiter verbreitet“, sagte er. Daran änderten wohl auch einzelne Verschärfungen wie eine FFP2-Maskenpflicht oder mehr Homeoffice kaum etwas. „Deswegen bin ich für die Alternative: einen wirklich harten Lockdown, der aber nicht so lange ginge.“ Dann wären die Geschäfte und nicht lebenswichtigen Betriebe sowie die Schulen dicht, die Kontaktbeschränkungen würden noch einmal deutlich verschärft“, sagte Lauterbach.

Das der Lockdown sein Ziel - eine Inzidenz von unter 50 - verfehlt, bestätigen die Berechnungen des Saarbrücker Pharmazie-Professors Thorsten Lehr. „Die Chance ist extremst gering bis nicht vorhanden“, sagte Lehr der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Er ging davon aus, dass die angestrebte Rate von 50 bei Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen frühestens Mitte Februar möglich sei. „Und das wäre eine optimistische Vorhersage.“ Der Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes hat mit seinem Forscherteam einen „Covid-Simulator“ entwickelt, der das Infektionsgeschehen in Deutschland berechnet und Prognosen liefert.

Kanzlerin Angela Merkel mit FFP2-Maske im Bundestag - auf dem Weg zur Regierungsbank.

Schärferer Corona-Lockdown in Deutschland? Brinkhaus unterstützt Forderungen

Update vom 15. Januar, 19.10 Uhr: Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus unterstützt die Forderungen nach einem schärferen Corona-Lockdown zum Schutz vor der Corona-Pandemie. Es müsse die Frage gestellt werden, „ob die Maßnahmen bisher dazu beigetragen haben, die Infektionszahlen genügend hinunterzutreiben“, sagte Brinkhaus am Freitag den Sendern RTL und n-tv. Offensichtlich seien diese bislang nicht ausreichend gewesen, um insbesondere das mutierte Virus einzudämmen.

Somit sei es richtig, „jetzt vorzubeugen und nicht darauf zu warten, dass mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dieses mutierte Virus dann zu uns kommt“, mahnte Brinkhaus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die auf ein schärferes Vorgehen dagegen drängt, handele hier „sehr, sehr richtig“.

Merkels Corona-Gipfel: Termin fix! Diskussion um Mega-Lockdown in Deutschland

Update vom 15. Januar, 15.05 Uhr: Bereits in vier Tagen, am 19. Januar, werden Bund und Länder in einer Videoschaltung über neue Corona-Maßnahmen diskutieren - in der Kanzlerpartei CDU gibt es offenbar zunehmend Rückhalt für eine vorübergehende heftige Verschärfung der Regelungen. „Wir sollten uns die Frage stellen, ob letztlich nicht ein kompletter Lockdown von zwei bis drei Wochen besser ist als eine endlose Hängepartie“, sagte Unionfraktionsvize Thorsten Frei dem Spiegel.

Just für „zwei bis drei Wochen“ eines „ganz harten Lockdowns“ hatte sich zuvor auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ausgesprochen. „Dieser softe Lockdown mit offenen Schulen, Kindergärten, mit offenen Einkaufsmöglichkeiten bringt nichts. Deswegen: Hart und konsequent.“ Auch der „November-Lockdown“ war allerdings als zeitlich klar befristetes hartes Durchgreifen angekündigt worden.

CSU-Chef Markus Söder wollte sich Verschärfungen zumindest nicht offensiv entgegenstellen. Ob ein harter Lockdown bis Ostern nötig sei, wollte er in einem Interview mit der Funke Mediengruppe nicht prognostizieren. Söder forderte zunächst „FFP2-Masken und eine konsequente Umsetzung des jetzigen Lockdowns. Aber: „Auch ich bleibe im Team Vorsicht.“ In dem Gespräch äußerte sich der bayerische Ministerpräsident auch zu den Kanzlerplänen der Union.

Deutschland vor Komplett-Lockdown: Termin für früheren Merkel-Gipfel fix

Update vom 15. Januar, 11.35 Uhr: Der Termin für die vorgezogenen Corona-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten steht fest: Am Dienstag (19. Januar) um 14 Uhr soll beraten werden. Das hat Regierungssprecher Steffen Seibert soeben bestätigt. „Alle sind sich bewusst: Entscheidungen stehen an, wenn sie anstehen“, betonte er. Aktuell können nicht auf den vorgesehenen Termin am 25. Januar gewartet werden - die Zahlen seien dank der Einschränkungen zwar im Sinken begriffen, näherten sich aber nur sehr langsam der Ziel-Inzidenz.

Es gebe die Notwendigkeit, Kontakte weiter zu reduzieren, sagte Seibert. Er wolle aber nicht mit der Nennung konkreter Maßnahmen den Beratungen vorgreifen. Als einen wichtigen Punkt in der derzeitigen Lage nannte er aber die Arbeit in Homeoffice.

Corona-Lockdown: Machen Sie mit und stimmen ab

Corona-Lockdown in Deutschland: Merkel-Pläne durchgesickert? Kretschmer bremst

Update vom 15. Januar, 10.50 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel und einige Ministerpräsidenten denken offenbar an schärfere Corona-Regeln - doch bei den vorgezogenen Beratungen dürften sie auch auf Widerstand stoßen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) etwa will vor allem über eine strikte Umsetzung der geltenden Regeln sprechen, wie er am Vormittag erklärte.

Insgesamt müsste die Mobilität reduziert werden, weil diese am Ende Kontakte zwischen Menschen bedeute, forderte der Ministerpräsident. Dafür müsse zum Beispiel mehr im Homeoffice gearbeitet werden. Kretschmer sprach sich gegen ein Herunterfahren der Wirtschaft aus - wie schon am Vorabend im ZDF-Talk „Maybrit Illner“*. Der sächsische Regierungschef bestätigte auch, dass ein Spitzentreffen für die nächste Woche geplant ist. Einen Termin gebe es aber noch nicht.

Die Zustimmung zu den Corona-Maßnahmen ist unterdessen zuletzt offenbar gestiegen. Im neuen ZDF-“Politbarometer“ sagten 51 Prozent der Befragten, die derzeit geltenden Maßnahmen seien gerade richtig, wie der Sender am Freitag mitteilte. Das sind 16 Prozentpunkte mehr als Anfang Dezember, als weniger einschneidende Beschränkungen galten. In der neuen Erhebung gaben 28 Prozent der Umfrageteilnehmer an, sie fänden eine weitere Verschärfung richtig.

Deutschland vor Komplett-Lockdown: Neue Corona-Pläne durchgesickert - kommt die Ein-Freund-Regel?

Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn im Bundestag.

Update vom 15. Januar, 9.40 Uhr: Wohl schon kommende Woche - und damit früher als geplant - werden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über mögliche Verschärfungen der Corona-Maßnahmen debattieren. Auch eine mögliche konkrete Regeländerung ist offenbar bereits durchgesickert: Laut einem Bericht könnten die Einschränkungen privater Kontakte in Deutschland nochmals drastischer ausfallen.

Aus Regierungskreisen will das Portal Business Insider erfahren haben, dass aus der Maßgabe, maximal jeweils eine nicht zum Haushalt gehörige Person zu treffen, eine strikte „Ein-Freund-Regel“ werden könnte. Entsprechend könnten die Menschen in Deutschland dann nur noch stets denselben „haushaltsfremden“ Menschen treffen. Allerdings gebe es aus den Bundesländern Zweifel an der Umsetzbarkeit.

Konsensfähig auch unter den Landeschefs sei hingegen eine FFP2-Maskenpflicht nach bayerischem Beispiel - sofern die Versorgung mit den Masken sichergestellt sei. Debattiert wird laut Business Insider zudem eine weitgehende Einstellung des überregionalen Bahn- und Flugverkehrs. Keine Rolle spielen hingegen auch nach Angaben von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak Überlegungen, den öffentlichen Nahverkehr einzustellen. „Es gab ja Meldungen, die Politik will den öffentlichen Personennahverkehr komplett einstellen. Sowas ist natürlich nicht richtig. Das hat auch niemand vorgeschlagen“, erklärte er den Sendern RTL und n-tv.

Update vom 15. Januar, 7.40 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel warnt vor der Corona-Mutation warnt und geht von scharfen Maßnahmen bis Ostern aus. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht es anders. Er hat davon abgeraten, schon jetzt über einen Lockdown bis Ostern zu reden. „So weit möchte ich nicht gehen. Gelingt es uns, schnell und nachhaltig unter den Inzidenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche zu kommen, müssen wir nicht den Frühlingsanfang abwarten, um darüber zu reden, wie wir wieder mehr Normalität schaffen“, sagte er der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung am Freitag. „Aber jetzt schon zu sagen, wir sehen uns Ostern wieder, das hielte ich für übertrieben.“ Er wolle nicht „der Resignation zu viel Raum geben“.

Entscheidend sei nicht das Datum, sondern die Inzidenzwerte. „Dass wir in der kalten Jahreszeit ein höheres Risiko haben, ist unumstritten“, meinte der SPD-Politiker. Er glaube aber nicht, dass bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Lockerungen besprochen werden.

Kompletter Corona-Lockdown mit massiven Verschärfungen? Merkel leitet erste Schritte ein und dementiert eine Regel

Update vom 14. Januar, 21.25 Uhr: Angela Merkel soll sich laut einem neuen Bericht der Bild-Zeitung während der CDU-Präsidiumssitzung über das weitere Vorgehen in der Bekämpfung der Corona-Pandemie geäußert haben. Laut dem Bericht habe Merkel gesagt: „Wir müssen etwas tun.“ Merkel verwies damit auf die Situation in Irland und England, Experten seien „sehr beunruhigt“, so die Kanzlerin. Dort sei die Situation „dramatisch“.

„Die Situation hat sich verändert“, wird Merkel weiter zitiert. Das Geschehen auf der Insel ist nun wohl der Grund für die schnelle Reaktion. Weiterhin solle an den strengen Regeln festgehalten werden, Menschen sollten vermehrt im Homeoffice arbeiten, so die Kanzlerin. Eine Schließung des öffentlichen Nahverkehrs komme allerdings nicht in Frage. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans wählte dem Bericht zufolge dramatische Worte: „Wir müssen auf die Mutation reagieren. Sonst werden uns das die Bürger nicht verzeihen.“

Während der Konferenz nahm Merkel ausdrücklich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Schutz und bescheinigte ihm, „mit Weitblick“ sehr früh große Mengen des Biontech-Impfstoffs bestellt zu haben und auch dabei gesorgt zu haben, dass in Marburg ein weiteres Werk in Produktion gehe.

Kompletter Corona-Lockdown mit massiven Verschärfungen? Merkel leitet erste Schritte ein

Update vom 14. Januar, 20.31 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel will schon kommende Woche mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Das machte Merkel am Donnerstagabend in der Online-Sitzung des CDU-Präsidiums nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur deutlich. Es gebe derzeit keinen Spielraum für Öffnungen. Einen Termin für die nächste Runde mit den Regierungschefs der Länder nannte Merkel demnach nicht.

In der kommenden Woche solle die Entwicklung der Pandemie zudem auf europäischer Ebene mit allen EU-Staats- und Regierungschefs diskutiert werden, sagte die Kanzlerin nach diesen Angaben weiter. Die in Großbritannien aufgetauchte Variante des Coronavirus verbreite sich viel schneller als die ursprüngliche Form, Wissenschaftler seien in großer Sorge. Die Mutation des Virus sei nach Ansicht aller sehr aggressiv, deren Verbreitung müsse verlangsamt werden. Man müsse jetzt handeln.

Corona-Gipfel: Montag oder Dienstag als Termin im Gespräch

Nach weiteren Angaben sind Montag oder Dienstag kommender Woche als Termin für die nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit Merkel im Gespräch. Eine Festlegung gebe es aber noch nicht. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sagte nach diesen Informationen, die nächste Sitzung solle so bald wie möglich stattfinden. Ein Schwerpunkt der Beratungen müsse auf die Altenheime gelegt werden.

Einen Bericht der Bild-Zeitung, wonach im Kanzleramt über die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nachgedacht werde, wies Merkel nach Angaben mehrerer Teilnehmer zurück. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte nach diesen Angaben in der Sitzung, man sei in der schwersten Phase der Pandemie. Auch im Ausland sehe man, dass auch Corona-Impfungen einen Lockdown nicht verhindert hätten.

Corona-Paukenschlag: Merkel prüft wohl kompletten Shutdown

Update vom 14. Januar, 17.29 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel will wohl schon in der kommenden Woche in einer Ministerpräsidentenkonferenz die bestehenden Maßnahmen im ganzen Land vereinheitlichen und teilweise sogar noch verschärfen. Das berichtete die Bild-Zeitung. Wegen der britischen Corona-Mutation soll das Land nahezu komplett heruntergefahren werden.

Das Kanzleramt denke laut dem Bericht über die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nach. Sogar eine tatsächliche Ausgangssperre und eine Homeoffice-Pflicht seien im Gespräch. Endgültig entschieden sei dabei noch nichts. Laut einer nicht näher genannte Quelle aus einem SPD-geführten Bundesland soll der neue Lockdown bis Ende Februar dauern.

Laut Informationen der Zeitung soll im Verkehrsministerium gerade geprüft werden, welche Konsequenzen das für die Logistik und Mobilität im Land hätte. Ein Kabinetts-Mitglied sagte der Bild: „Es herrscht die blanke Angst wegen der Mutation.“ Auch die Forderung nach einer landesweiten FFP2-Maskenpflicht wird diskutiert. Unklar ist allerdings, ob es ausreichend Masken für alle gibt.

Merkel-Gipfel schon früher? Verschärfter Oster-Lockdown gefordert - „Wenn das richtig aus dem Ruder läuft“

Update vom 14. Januar, 16.00 Uhr: „Wir haben jetzt monatelang immer mehr über Lockerungen gesprochen als über die Einhaltung der Regeln, die wir uns selbst gegeben haben“, sagte Ralph Brinkhaus am Donnerstag in der Sendung Frühstart von ntv. Darin machte er deutlich, dass er momentan keine Alternative zu den geltenden Corona-Maßnahmen sehe. „Wir haben noch viel zu viel Mobilität im Land“, betonte der CDU/CSU-Bundestagsfraktions-Vorsitzende.

Ralph Brinkhaus zu Corona-Maßnahmen: Appell an Kultusminister zu Verkürzung der Sommerferien

Eine Debatte über Lockerungen halte er für verfrüht. Bei Einhaltung der Maßnahmen und angesichts der Corona-Impfungen und den kommenden Frühlingsmonaten habe man jedoch eine „ganz gute Perspektive.“ „Wir müssen sehr vorsichtig sein, insbesondere vor der britischen Mutation dieses Virus.“ Zu den „Hotspots“ Alten- und Pflegeheime sagte Brinkhaus: „Das muss uns auch wirklich berühren, dass dort so viele Menschen sterben.“ Man habe viel über Lockerungen gesprochen, aber wahrscheinlich zu wenig über den Schutz besonders vulnerabler Gruppen. Auch an die Kultusminister der Bundesländer hat Brinkhaus einen Appell: Man solle über eine Verkürzung der Sommerferien nachdenken, damit die Kinder den Lernstoff aufholen könnten. „Es geht um die Zukunft unserer Kinder“.

Corona-Lockdown in Deutschland: Armin Laschet schließt Verlängerung bis Ostern nicht aus

Erstmeldung vom 14. Januar, 13:40 Uhr: Berlin - Eine Vielzahl an Politikern hat sich zuletzt für die Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns zur Eindämmung des Corona-Infektionsgeschehens ausgesprochen. So schließt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet* (CDU) eine Verlängerung des Lockdowns bis Ostern nicht aus. Das geht aus einem Interview hervor, dass er dem Kölner Stadt-Anzeiger gegeben hat. Er äußerte, dass die Lage sehr ernst sei. „Es wäre falsch, jetzt etwas auszuschließen“, so Laschet in dem Interview vom Donnerstag. Erst ab kommender Woche könne man sich nach der Zeit der Feiertage ein „realistisches Bild“ über das aktuelle Infektionsgeschehen machen.

Laschet übte darüber hinaus scharfe Kritik an der vielerorts verhältnismäßig geringen Impfbereitschaft des medizinischen Personals in Kliniken und Pflegeheimen. Diese sei bei Pflegekräften noch zu gering. „Die Impfbereitschaft muss deutlich besser werden“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident.

Lockdown in Deutschland: Ministerpräsident Baden-Württemberg will Angela Merkel zu früheren Konferenz bewegen

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schleswig hält eine Verlängerung des Lockdowns bis Ostern für wahrscheinlich. Das machte sie am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin deutlich: „Es ist so, dass jeder weiß, wenn die Zahlen so bleiben wie jetzt, dass der Shutdown fortgesetzt werden muss.“ Im Falle einer Verbreitung von Virus-Mutationen* wie in Großbritannien, sei möglicherweise sogar eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen nötig.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält eine Verlängerung der Corona-Beschränkungen über Januar hinaus ebenfalls für notwendig. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir den Lockdown verlängern müssen“, sagte er am Donnerstag in Stuttgart. Der Grünen-Politiker werde sich für „weitere und schärfere Maßnahmen“ einsetzen. Darüber hinaus will der Regierungschef bei Angela Merkel* (CDU) darauf drängen, die ursprünglich für den 25. Januar geplante Ministerpräsidenten-Konferenz auf kommende Woche vorzuziehen. Zuletzt warnte Merkel, dass es womöglich bis Ostern hart bleibe.

Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns: Virus-Mutationen auch in Deutschland

Eine Verlängerung des Lockdowns sei wegen der fortwährend hohen Infektionszahlen sowie der neuen Virus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika notwendig. Kretschmann will nun bereits vorsorglich schärfere Beschränkungen einführen. Er plädiert dafür, mehr Menschen im Homeoffice arbeiten zu lassen und bei weiter steigenden Infektionszahlen schärfere Ausgangsbeschränkungen durchzusetzen. „Wenn das richtig aus dem Ruder läuft, wie wir das in London oder so sehen, und wenn das Gesundheitswesen kollabiert, dann muss man drastische Ausgangssperren machen. Das ist dann das einzige Mittel, das noch wirksam ist“, sagte er am Dienstagabend.

Die Kultusministerin aus Baden-Württemberg, Susanne Eisenmann, (CDU*) stimmt mit diesen Äußerungen überein. Sie sagte am Donnerstag, dass es richtig sei, dass der Lockdown als Ganzes fortgesetzt werde. Dabei machte sie jedoch auch auf darauf aufmerksam, dass durch eine fortgesetzte Schließung von Schulen mit längerfristigen Schäden gerechnet werden müsse. Am Donnerstagmittag wurde bekannt, dass Baden-Württemberg Grundschulen und Kitas nun doch zumindest bis Ende Januar geschlossen halten will und damit angesichts der weiter hohen Corona-Infektionszahlen auf einen angedachten Sonderweg verzichtet.

Lockdown: Auch das RKI fordert ein schärferes Vorgehen

Auch das Robert-Koch-Institut* (RKI) sieht in Bezug auf die aktuellen Corona-Maßnahmen weiteren Handlungsbedarf. Angesichts der derzeitigen Infektionslage solle der bisherige Lockdown weiter verschärft werden. Der RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann sagte am Donnerstag in Berlin, dass die Maßnahmen weiter verschärft werden müssten, um das Infektionsgeschehen eindämmen zu können. Das sei eine „totale Konsensaussage“ aller Modellberechnungen. Auch der RKI-Präsident Lothar Wieler sprach sich für eine Verschärfung als Handlungsoption aus. Die aktuellen Corona-Beschränkungen gelten erstmal bis zum 31. Januar.

Der Epidemiologe und Virologe Klaus Stöhr äußerte sich derweil kritisch über die aktuelle Corona-Politik. In einem Bild-Interview vom Mittwoch sagte Stöhr, der bereits bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter anderem als Leiter der Pandemievorbereitung arbeitete, dass das Ziel, eine Inzidenz* von 50 zu erreichen und zu halten, „realitätsfern und demotivierend“ sei.

Kritik an Corona-Politik: Ziele „realitätsfern und demotivierend“

Seiner Meinung nach fehlt eine „Positiv-Agenda“ mit einem erreichbaren Ziel, wann die Beschränkungen abgebaut werden können. Es fehle ein Kompromiss zwischen „den Werten Gesundheit, Freiheit und Wirtschaft“. Er plädiert dafür, eine Inzidenz von 130 oder 150 anzustreben. Mit dieser könne Deutschland gut umgehen. Besonders kritisiert er, dass sich die Politik bisher nicht ausreichend auf den Schutz der eigentlichen Risikogruppen konzentriert habe. Die Öffnung von Kindergärten und die Rückkehr zum Präsenzunterricht hält er wiederum für notwendig.

Die in Großbritannien grassierende Variante des Corona-Virus* hält Stöhr nicht für einen ausreichenden Grund für verschärfte Maßnahmen. Denn aktuell könne man noch nicht beurteilen, wie sich diese Mutationen genau auf das Infektionsgeschehen ausgewirkt haben. Was eine echte Ausgangssperre für Deutschland bedeuten würde, lesen Sie bei msl24.de*. (at) *Merkur.de und msl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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