Merkel legt sich bei AKW-Laufzeiten nicht fest

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) unterhalten sich auf der Regierungsbank im Bundestag in Berlin.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat abgelehnt, sich auf ein Datum für den kompletten Verzicht auf Kernkraftwerke festzulegen.

Erst im Herbst werde die Bundesregierung ihre Energieszenarien vorlegen, sagte Merkel am Sonntag in einem vorab aufgezeichneten Interview mit der ARD. "Und vorher kann man nicht sagen, wie lange die Kernenergie als Brückentechnologie noch notwendig ist", fügte die CDU-Vorsitzende hinzu. Sie reagierte damit auf einen Streit innerhalb ihrer Partei.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte seiner Partei kürzlich einen baldigen Abschied von der Kernenergie empfohlen. Röttgen will Kernkraftwerke zwar länger laufen lassen als vor Jahren von Rot-Grün vereinbart, plädiert aber dennoch für einen baldigen Abschied vom Atomstrom. Dagegen hatte sich unter anderem der Unions-Mittelstandspolitiker Michael Fuchs gewandt.

Merkel sagte: "Unsere Wachstumschancen liegen auch gerade im Bereich der erneuerbaren Energien. Deutschland ist hier Weltmarktführer." Nötig sei bezahlbare und umweltfreundliche Energie sowie Energiesicherheit für Unternehmen und Bevölkerung. "Alles drei muss betrachtet werden. Im Herbst werden diese Szenarien fertig sein." Aussagen über die Laufzeiten könnten deswegen noch nicht getroffen werden. "Was wir aber schon sagen können, ist, dass die Laufzeit, nach allem was wir jetzt wissen, länger als bis 2020 sein wird - also länger als der rot-grüne Ausstiegsbeschluss."

dpa

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