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Ukraine-Gegenoffensive: Putin-Scherge Medwedew zieht rote Linie und droht mit „Jüngstem Gericht“

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Von: Andreas Schmid

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Russlands Ex-Präsident spricht offen von einer weiteren Eskalation. Putins Gehilfe Medwedew droht sogar mit dem „Jüngsten Gericht“.

Moskau – Der Ukraine-Krieg dauert nun schon mehr als 140 Tage. Eine Entspannung scheint nicht in Sicht. Auf eine Gegenoffensive der Ukraine reagierte Russland mit neuen Angriffen. An russisch-ukrainische Gespräche am gemeinsamen Verhandlungstisch ist aktuell nicht zu denken. Das liegt laut Russland an der Ukraine sowie am Westen, der die Ukraine im Krieg mit Waffenlieferungen unterstützt. Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew kritisierte nun abermals die Nato.

Russland fühlt sich bedroht: Ex-Präsident Medwedew kritisiert Nato und Ukraine

Die Nato und die Ukraine bleiben laut Medwedew eine dauerhafte Bedrohung für Russland. Weil sie die 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim nicht als Teil Russlands anerkennen. Die Krim spielt eine entscheidende Rolle im eskalierten Ukraine-Konflikt. Sie wird vom Westen als völkerrechtswidrig verurteilt.

Medwedew, aktuell Vizechef des russischen Sicherheitsrates, sagte am Sonntag bei einem Treffen mit Veteranen in Wolgograd (früher Stalingrad): „Wenn irgendein anderer Staat glaubt, sei es die Ukraine oder seien es die Staaten der Nato, dass die Krim nicht russisch ist, dann ist das für uns eine systematische Bedrohung.“ Sollte die Ukraine versuchen, die Halbinsel zurückzuerobern, werde über alle Ukrainer sofort das „Jüngste Gericht“ hereinbrechen, „sehr schnell und schwer“, drohte Medwedew. Die Drohung erfolgt just in der Situation, dass die Ukraine eine Gegenoffensive angekündigt hat.

Auch Kremlchef Wladimir Putin hatte mit der Bedrohung der Sicherheit der Krim den am 24. Februar begonnenen Krieg gegen die Ukraine begründet. Medwedew sagte, dass die Nato-Staaten über Atomwaffen verfügten, die gegen Russland gerichtet seien. Auch Russland ist eine Atommacht – und schürt regelmäßig Ängste vor einem Atomkrieg.

Ukraine-Verhandlungen: Medwedew spricht von Eskalation des Konflikts

Wenn an der Spitze der Ukraine wieder „ein verrückter Nationalist oder irgendeine schwache ausführende Figur steht“, dann sei das ein Risiko, dass der Konflikt eskaliere. Moskau hält den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für eine Marionette des Westens, der sich seine Politik vor allem von den USA diktieren lasse und als früherer Schauspieler die Rolle des Staatschefs spiele.

Wladimir Putin (l)und Dmitri Medwedew gehen zu einer Kabinettssitzung.
Wladimir Putin (l) und Dmitri Medwedew gehen zu einer Kabinettssitzung. (Archivbild) © Dmitry Astakhov/dpa

Russland wird nach Darstellung Medwedews den Krieg bis zur vollständigen Entmilitarisierung der Ukraine durchziehen. „Sie müssen nicht daran zweifeln, dass die Ziele der Operation erreicht werden“, sagte er. Alle Bedrohungen in der Ukraine gegen Russland würden beseitigt, sagte Medwedew, der erneut behauptete, dass nationalistische und „profaschistische“ Kräfte das Land führten. Dafür gibt es keine Belege.

Auch an anderer Stelle lässt Ex-Kremlchef Medwedew kein gutes Haar am Westen – EU und USA seien „politisch impotent“. (as)

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