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Ukraine-Krieg: Neuer Fluchtkorridor aus Mariupol – Kommandeur mit Hilferuf 

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Von: Tobias Utz

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Im seit Wochen belagerten Mariupol herrscht Not und Elend. Ein neuer Fluchtkorridor könnte nun Menschen aus der Zivilbevölkerung retten: der News-Ticker am Mittwoch.

+++ 11.15 Uhr: „Der Feind ist uns 10 zu 1 überlegen“: Dieser Hilferuf kam in der Nacht aus dem schwer umkämpften Mariupol. Serhij Wolyna, ukrainischer Kommandeur der verbliebenen Marineinfanteristen in der Hafenstadt, hat ihn ausgesprochen. „Wir appellieren an alle führenden Politiker der Welt, uns zu helfen“, sagte er in einer an diesem Mittwochmorgen auf Facebook veröffentlichten einminütigen Videobotschaft. Das berichtet die dpa. Putins Truppen hätten Vorteile in der Luft, bei der Artillerie, den Bodentruppen, bei Ausrüstung und Panzern, betonte Wolyna weiter.

Mariupol
Tschetschenische Soldaten in Mariupol. © Sergei Bobylev/Imago Images

Die ukrainische Seite verteidige nur ein Objekt, das Stahlwerk Asowstal, wo sich außer Militärs noch Zivilisten befänden. Wolyna bittet, das „Verfahren der Extraktion“ anzuwenden und alle – das Militär der Mariupol-Garnison, mehr als 500 verwundete Kämpfer und Hunderte Zivilisten - auf dem Territorium eines Drittlandes in Sicherheit zu bringen: „Das könnte der letzte Appell unseres Lebens sein.“

Ukraine-Krieg in Mariupol: Neuer Fluchtkorridor vereinbart

Erstmeldung vom Mittwoch, 20.04.2022, 10.30 Uhr: Mariupol – Russland und die Ukraine haben sich auf einen neuen Fluchtkorridor aus der belagerten Hafenstadt Mariupol geeinigt. „Wir haben es geschafft, eine vorläufige Einigung auf einen humanitären Korridor für Frauen, Kinder und alte Menschen zu erzielen”, teilte die stellvertretende Regierungschefin Iryna Wereschtschuk auf Telegram mit.

Die Zivilbevölkerung aus Mariupol solle in die Stadt Saporischschja gebracht werden. „Angesichts der katastrophalen Lage in Mariupol konzentrieren wir unsere Bemühungen heute in dieser Richtung”, so Wereschtschuk. Es ist der erste geplante Fluchtkorridor aus Mariupol seit vergangenem Samstag. Der Bürgermeister von Mariupol erklärte zudem, dass 90 Busse in die Stadt geschickt werden sollen. Die Ukraine hoffe, über den Korridor 6000 Frauen, Kinder und ältere Menschen retten zu können. Es befänden sich noch etwa 100.000 Menschen aus der Zivilbevölkerung in der südostukrainischen Hafenstadt am Asowschen Meer. (tu/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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