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Russland droht Ukraine und Nato mit dem „jüngstem Gericht“

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Von: Nadja Austel

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Nato und die Ukraine „müssen nicht daran zweifeln“, dass Russland seine Ziele erreichen werde, so Dmitri Medwedew – und warnt vor Konsequenzen.

Wolgograd – Dmitri Medwedew, ehemaliger Präsident von Russland und Vizechef des aktuellen russischen Sicherheitsrates, spricht gegenüber der Ukraine und Nato eine deutliche Warnung aus. „Wenn irgendein anderer Staat glaubt, sei es die Ukraine oder seien es die Staaten der Nato, dass die Krim nicht russisch ist, dann ist das für uns eine systematische Bedrohung“, sagte er laut Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Solange das Nato-Bündnis und die Ukraine die 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim nicht als rechtmäßigen Teil von Russland anerkennen, sei das eine Gefahr für das Land, betonte Medwedew am Sonntag (17. Juli) bei einem Treffen mit Veteranen in Wolgograd – dem früheren Stalingrad.

Ukraine-Krieg: Medwedew warnt vor Atomwaffen der Nato

Erneut drohte Medwedew mit Vergeltungsmaßnahmen, sollte die Nato im Ukraine-Krieg den russischen Interessen im Wege stehen. Für den Fall, dass die Ukraine im Zuge eines Gegenangriffes versuche, die Krim zurückzuerobern, werde über sie das „Jüngste Gericht“ hereinbrechen, und zwar „sehr schnell und schwer“, so die Worte Medwedews.

Was das „Z“ auf den Militärfahrzeugen Russland in der Ukraine bedeutet, ist nicht geklärt.
Was das „Z“ auf den Militärfahrzeugen Russland in der Ukraine bedeutet, ist nicht geklärt. © Konstantin Mihalchevskiy via www.imago-images.de

Kremlchef Wladimir Putin hatte mit der „systematischen Bedrohung“, die die Nato für Russland darstelle, auch den am 24. Februar begonnenen Ukraine-Krieg begründet. Medwedew betonte, dass die Nato-Staaten über Atomwaffen verfügten, die gegen Russland gerichtet seien. Und wenn an der Führungsspitze der Ukraine wieder „ein verrückter Nationalist oder irgendeine schwache ausführende Figur“ stehe, dann bestehe das Risiko, dass der Konflikt eskaliere. Moskau sieht in dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj lediglich eine Marionette des Westens, der sich seine politischen Handlungen vor allem von den USA diktieren lasse.

Ukraine gewinnt Gebiete zurück – Russland sieht in Nato Bedrohung

Sowohl die russischen Streitkräfte als auch die Verteidigungstruppen der Ukraine haben im Laufe des Wochenendes ihre Kampfhandlungen wieder verstärkt. Der Generalstab in Kiew teilte am Sonntag mit, es habe massiven russischen Artilleriebeschuss auf militärische und auf zivile Infrastruktur in verschiedenen Ortschaften gegeben. Dutzende Ortschaften seien von den Angriffen betroffen gewesen, viele Angriffe habe die Ukraine aber erfolgreich abwehren können.

Laut Selenskyj gebe es jedoch neben Verteidigungsversuchen der Ukraine auch erfolgreiche Bestrebungen, besetzte Gebiete zurückzugewinnen. Dem Militär des Landes sei es bereits gelungen, erste besetzte Gebiete zu befreien, „nach und nach“ werde man „auch andere Regionen unseres Landes befreien, die zurzeit besetzt sind“.

Nach Darstellung Medwedews ist es Russlands Ziel, den Krieg bis zur vollständigen Entmilitarisierung der Ukraine zu führen. „Sie müssen nicht daran zweifeln, dass die Ziele der Operation erreicht werden“, sagte er. Alle Bedrohungen in der Ukraine gegen Russland würden beseitigt, sagte Medwedew, der erneut behauptete, dass nationalistische und „profaschistische“ Kräfte das Land regierten. Dafür gibt es nach wie vor keinerlei Belege. (na/dpa)

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