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Ukraine-Krieg: Explosionen und Luftalarm in der Nacht – Russische Truppen beschießen Gemeinden

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Von: Tobias Utz, Karolin Schäfer, Katja Thorwarth, Marvin Ziegele

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In der Nacht wird ein landesweiter Luftalarm in der Ukraine ausgelöst. Russische Truppen zerstören Infrastruktur: der News-Ticker am Samstag, 25. Juni.

+++ 07.00 Uhr: Russische Truppen beschießen derzeit offenbar verschiedene Gemeinden rund um die Stadt Dnipro. Dort waren mehrere Explosionen in der Nacht gemeldet worden, was zu einem landesweiten Luftalarm führte (s. Update v. 05.45 Uhr). Laut Angaben von Oleksandr Vilkul, Leiter der regionalen Militärverwaltung, kamen dabei unter anderem Mehrfachraketen zum Einsatz. Durch den Beschuss sei Infrastruktur zerstört worden, Verletzte gebe es bisher keine. Die Angaben, welche das Nachrichtenportal Kyiv Independent veröffentlichte, sind nicht unabhängig prüfbar.

News zum Ukraine-Krieg: Russland sieht „aggressives Vorgehen“ der EU

+++ 06.30 Uhr: Russland hat die Verleihung des EU-Kandidatenstatus an Moldau und die Ukraine als eine „geopolitische Vereinnahmung“ bezeichnet. Man wolle „Russland in Schach halten“, sagte Maria Sacharowa, Sprecherin des Außenministeriums, am Freitag. Dabei handle es sich um „aggressives Vorgehen“, was zu neuer Spaltung in Europa führen könne, so Sacharowa. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow äußerte sich überraschend zurückhaltender. Bei der Verleihung des EU-Kandidatenstatus an die beiden Länder handle es sich um eine „innere Angelegenheit“ der EU. Allerdings sei dies kritisch zu betrachten, so Peskow weiter.

News zum Ukraine-Krieg: Landesweiter Luftalarm in der Nacht

Update vom Samstag, 25. Juni, 05.45 Uhr: In der Nacht auf Samstag wurde in der Ukraine ein landesweiter Luftalarm ausgelöst. Hintergrund dessen waren Raketenangriffe der russischen Armee auf die Städte Dnipro und Saporischschja im Süden der Ukraine. Mehrere Explosionen wurden übereinstimmenden Medienberichten zufolge gemeldet. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

Ukraine-Krieg
Raketen der russischen Armee werden abgeschossen. Die Aufnahme stammt vom 24. Juni und wurden vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlicht. (Symbolfoto) © SNA / Imago Images

+++ 22.30 Uhr: „Mit welchem Recht oder nach welcher Logik besteht Russland darauf, ukrainische Schiffe zu inspizieren, die ukrainische Häfen verlassen und in andere Länder fahren? Das macht keinen Sinn“, sagte US-Außenminister Antony Blinken am Freitag (24. Juni) auf einer Pressekonferenz in Deutschland gegenüber Fred Pleitgen von CNN. Blinken hält sich zu einer Ministerkonferenz über Ernährungssicherheit in Berlin auf. Er sagte auch, dass die Ukraine Zusicherungen brauche, dass ihre Häfen vor potenziellen russischen Schiffen sicher seien.

News zum Ukraine-Krieg: US-Außenminister – „Ukraine braucht Zusicherungen, dass russische Schiffe sicher sind“

Blinken sprach nicht darüber, ob es Fortschritte bei der Auslagerung ukrainischen Getreides gegeben habe. Er brachte aber seine Unterstützung für die Vereinten Nationen zum Ausdruck, die versuchen, sowohl mit den Russen als auch mit den Ukrainern an einer Lösung zu arbeiten. „Die Vereinten Nationen und der Generalsekretär haben sehr hartnäckig daran gearbeitet, eine Einigung zu erzielen, die es ukrainischen Schiffen ermöglichen würde, Odessa zu verlassen und Lebensmittel und Getreide zu transportieren. Wir unterstützen diese Bemühungen sehr“, sagte Blinken.

News zum Ukraine-Krieg: Russische Truppen mit „Sturmaktivitäten“ nahe Chemiewerk – Hunderte verschanzt

+++ 20.00 Uhr: Trotz der Grundsatzentscheidung Kiews, das schwer umkämpfte Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine aufzugeben, hängen in der früheren Großstadt laut der Deutschen Presse-Agentur immer noch regierungstreue Truppen, aber auch Zivilisten fest. Das geht aus dem Lagebericht des Generalstabs und aus Aussagen der Kreisverwaltung am Freitag hervor. Die russischen Truppen „haben Sturmaktivitäten in der Industriezone von Sjewjerodonezk durchgeführt“, teilte der Generalstab mit.

Laut dem Chef der Kreisverwaltung, Roman Wlassenko, wird der Abzug der ukrainischen Truppen noch einige Tage in Anspruch nehmen. Zudem sagte er im Interview mit dem US-Sender CNN, dass sich noch 568 Zivilisten in der Chemiefabrik „Azot“ vor den Angriffen versteckten. Diese könnten die Anlage verlassen, sobald das Feuer eingestellt sei, allerdings dann nur noch in Richtung russisch besetzter Gebiete, sagte Wlassenko.

News zum Ukraine-Krieg: Russland plant offenbar Angriffe „gegen Zivilisten“ in Belarus

+++ 17.05 Uhr: Nach Informationen des ukrainischen Verteidigungsministeriums plant der Kreml eine „Reihe von Provokationen gegen Infrastruktur und Zivilisten“ in Belarus, um das Land in einen „militärischen Konflikt mit der Ukraine zu verwickeln“, schrieb das Ministerium bei Telegram.

Unter anderem könnten dafür Wohnhäuser in Masyr bombardiert werden, hieß es weiter. So sollen bereits Gruppen als Zivilist:innen getarnt in der südöstlichen Stadt eingetroffen sein, darunter Mitarbeitende des russischen Geheimdienstes sowie Söldner privater Militärunternehmen. Das ukrainische Verteidigungsministerium erwartet ein ähnliches Szenario wie in den 90er-Jahren „während des Ausbruchs des Krieges in Tschetschenien.“ Unabhängig prüfen lassen sich die Angaben zunächst nicht. Zuletzt hatte Belarus seine Militärpräsenz an der Grenze zur Ukraine verstärkt.

News zum Ukraine-Krieg: Neue Waffen aus den USA eingetroffen

+++ 16.15 Uhr: Die erste Lieferung von vier mobilen Artillerieraketensystemen, die die USA der Ukraine zugesichert hatten, sind inzwischen angekommen, bestätigte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Die neu angekündigte Lieferungen der vier Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystemen Himars werde voraussichtlich „Mitte Juli“ eintreffen. Zudem werden derzeit Ukrainerinnen und Ukrainer für die Bedienung solcher Systeme ausgebildet, berichtete CNN unter Berufung auf den US-Verteidigungsbeamten.

Erstmeldung vom Freitag, 24. Juni, 15.30 Uhr: Das russische Militär rückt weiter in der Region Luhansk vor. Inzwischen sei auch die Stadt Hirske im Osten der Ukraine von russischen Besatzern erobert worden. Das teilte Oleksij Babtschenko, Leiter der Gemeinde, nach Angaben der arabischen Nachrichtenagentur Aljazeera mit. „Leider ist seit heute der gesamte Bezirk Hirske besetzt worden“, sagte Babtschenko in einer Fernsehsendung. Es gebe noch einige „unbedeutende, lokale Kämpfe“, aber der Feind sei eingedrungen. (marv/ktho/tu/kas mit AFP/dpa)

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