Extremwetter durch Klimawandel

Weltklimarat startet Beratungen zum 1,5-Grad-Ziel

Wie lange hält das Eis noch? Ein Eisbär in der Meerenge Victoria Strait im nördlichen Kanada. Foto: David Goldman
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Wie lange hält das Eis noch? Ein Eisbär in der Meerenge Victoria Strait im nördlichen Kanada. Foto: David Goldman
Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen eines Braunkohlekraftwerks in Brandenburg. Foto: Patrick Pleul
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Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen eines Braunkohlekraftwerks in Brandenburg. Foto: Patrick Pleul
Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, Staatsoberhaupt der Maliediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epa
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Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, Staatsoberhaupt der Maliediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epa
Kinder spielen auf einem vom Meerwasser überflutetem Platz in Funafuti, der Hauptstadt des pazifischen Inselstaats Tuvalu. Foto: Kyodo
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Kinder spielen auf einem vom Meerwasser überflutetem Platz in Funafuti, der Hauptstadt des pazifischen Inselstaats Tuvalu. Foto: Kyodo
So könnte es gehen Bei Ouarzazate in Marokko entsteht der größte Solarkraft-Komplex der Welt. Foto: Teresa Dapp
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So könnte es gehen Bei Ouarzazate in Marokko entsteht der größte Solarkraft-Komplex der Welt. Foto: Teresa Dapp
Kein Zustand auf Dauer: Verkehrsstau auf einer großen Straße in Moskau, im Hintergrund qualmen große Kraftwerke. Foto: Pavel Golovkin
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Kein Zustand auf Dauer: Verkehrsstau auf einer großen Straße in Moskau, im Hintergrund qualmen große Kraftwerke. Foto: Pavel Golovkin
Strom aus Wüstensonne: Das gigantische Solarkraftwerk Noor 3 in der Nähe von Ouarzazate in Marokko. Foto: Abdeljalil Bounhar
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Strom aus Wüstensonne: Das gigantische Solarkraftwerk Noor 3 in der Nähe von Ouarzazate in Marokko. Foto: Abdeljalil Bounhar
Wissenschaftler sind sich einig, dass die Arktis in den nächsten 30 bis 50 Jahren eisfrei sein wird. Foto: David Goldman/AP
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Wissenschaftler sind sich einig, dass die Arktis in den nächsten 30 bis 50 Jahren eisfrei sein wird. Foto: David Goldman/AP

Die Unterschiede zwischen 1,5 Grad und 2 Grad Erderwärmung sind enorm - betonen Klimaforscher. Bei 2 Grad könnte es beispielsweise schon keine Korallen mehr geben. In einen Sonderbericht will der Weltklimarat zeigen, wie die Erwärmung bei 1,5-Grad zu stoppen ist.

Incheon (dpa) - Führende Klimaforscher beraten in Südkorea, wie die Staaten die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen können.

Zur Zeit des Pariser Klimaabkommens von 2015 sei noch "relativ unklar gewesen, welche Risiken in einer um 1,5 Grad wärmeren Welt im Vergleich zu einer Welt vermieden werden, die um 2 Grad wärmer ist", sagte der Vorsitzende des Weltklimarats IPCC, Lee Hoe Sung, zum Auftakt der fünftägigen Sitzung des Gremiums.

Wissenschaftler warnten seit Jahren, dass durch den Klimawandel ein extremeres Wetter zu erwarten sei, sagte Lee. "Die Hitzewellen, Wald- und Flächenbrände sowie starke Regenfälle der vergangenen Monate überall in der Welt haben diese Warnungen unterstrichen."

Einig sind sich die meisten Forscher, dass die Welt ohne zusätzliche Anstrengungen zur wesentlichen Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen auf 3 bis 4 Grad Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zusteuert. Dabei hatten die Politiker im Abkommen von Paris beschlossen, die Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Es sollten zudem Anstrengungen unternommen werden, sie bei 1,5 Grad zu stoppen. Letzteres hatten sich vor allem die kleinen Inselstaaten gewünscht.

Der Weltklimarat bekam den Auftrag, in einem Sonderbericht zu beschreiben, welche Folgen bereits eine Erwärmung von 1,5 Grad hätte und wie die Erderwärmung dort angehalten werden kann. Nach seiner Sitzung in Incheon will der IPCC am Montag nächster Woche den Bericht veröffentlichen. Entscheidend wird vor allem die Zusammenfassung des Reports für politische Entscheidungsträger sein.

Ein Kernteam von 91 Autoren und 250 weitere Forscher hatten für den Sonderbericht 6000 Publikationen von rund 24.000 Experten analysiert. Der Report wird auch eine Grundlage für den nächsten UN-Klimagipfel im Dezember im polnischen Katowice (deutsch Kattowitz) sein.

"Für Katowice ist der Bericht noch einmal ein wichtiger Impulsgeber", hieß es aus Delegationskreisen in Incheon. Insbesondere auch für den sogenannten Talanoa-Dialog. Im Rahmen dieses Dialogprozesses beraten die Vertragsstaaten über die bisher ergriffenen Klimaschutzmaßnahmen. Bis spätestens 2020 müssen die Regierungen erhöhte nationale Klimaziele vorlegen.

"Im Prinzip sind auch die 2 Grad nicht sicher, das sagt letztlich das 1,5-Grad-Ziel aus", sagte die für internationale Umweltpolitik zuständige Expertin Linda Schneider von der Heinrich-Böll-Stiftung in Incheon. "Obwohl diese Zahl für Außenstehende vielleicht klein ist, gibt es riesige Unterschiede."

Bei 2 Grad würden zum Beispiel überhaupt keine Korallen mehr existieren. Bei 1,5 Grad gebe es vermutlich noch die Chance, dass ein Drittel überlebe, sagte Schneider. Auch der Meeresspiegel steige bei 2 Grad stärker an. "Es geht auch ganz zentral darum, zu verhindern, dass der Klimawandel vollständig aus unserer Kontrolle gerät."

IPCC

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