Michael O‘Leary, CEO von Ryanair,
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Michael O‘Leary, CEO von Ryanair.

Gerichtsbeschluss

1,5 Millionen Passagiere betroffen: Ryanair muss Entschädigung für Crewstreiks bezahlen

Zu dem Ergebnis kamen europäische Gerichte: Es waren Fälle zu Flugannullierungen verhandelt worden, die durch Streiks des Ryanair-Personals ausgelöst worden waren.

Entschädigungszahlungen aufgrund von Streiks waren über die Jahre immer wieder ein Streitthema zwischen Verbraucherschützern und Fluggesellschaften europaweit. Die EU-Fluggastrechteverordnung besagt, dass bei Verantwortung der Airline für die Flugprobleme, den betroffenen Passagieren für Flugannullierungen und Verspätungen von mehr als drei Stunden eine Entschädigung von der Fluggesellschaft* zusteht.

Streiks bei Ryanair: Ansprüche auf Entschädigung von Passagieren

In den letzten Jahren habe Ryanair es vernachlässigt, ein faires Arbeitsumfeld für ihre Angestellten zu schaffen, weshalb es immer wieder zu Streiks der Piloten sowie des Kabinenpersonals kam, wie das Portal Flug-verspaetet.de berichtet. Dies habe wiederum zu einer enorm hohen Anzahl an Flugannullierungen geführt. Ryanair habe sich jedoch geweigert, die Verantwortung für diese Annullierungen zu übernehmen und im Folgenden sämtliche Ansprüche auf Entschädigung von Passagieren abgelehnt. Flug-verspaetet.de habe laut eigener Aussage schließlich rechtliche Schritte unternommen, um sicherzugehen, dass alle Passagiere die ihnen zustehende Entschädigung erhalten würden. Nach mehreren Verhandlungen haben nun diverse Gerichte die Rechte aller betroffenen Fluggäste gestärkt und ziehen Ryanair für die Streiks der Besatzung und der Piloten in Verantwortung, was dazu führt, dass die Fluggesellschaft zur Auszahlung der Entschädigungsforderungen betroffener Fluggäste verpflichtet ist.

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1,5 Millionen Passagiere von Ryanair-Crewstreiks betroffen

Das Jahr 2018 war durchgehend geprägt von Streiks des Ryanair Kabinenpersonals, sowie der Piloten. Monatelange Verhandlungen bezüglich besserer Arbeitskonditionen führten zu immer neuen Streikwellen, vor allem in der Haupturlaubssaison im Juli bis September. Zahlreiche Fluggäste waren von tausenden von Annullierungen europaweit betroffen und versuchten vergeblich einen finanziellen Ausgleich von Ryanair zu erstreiten. “Unseren Berechnungen zufolge waren etwa 1,5 Millionen Passagiere von den Flugausfällen, welche durch die Crewstreiks entstanden sind, betroffen. Nach wie vor wurden keine dieser Fluggäste von der Airline für diese Unannehmlichkeiten entschädigt. Da diese Ansprüche in Deutschland auch noch drei Jahre nach dem Flug geltend sind, steigt die Anzahl der Passagiere, welche uns bezüglich dieser Fälle um Hilfe bitten nach wie vor täglich an. Insgesamt schuldet Ryanair den betroffenen Fluggästen bisher mehr als 468 Millionen Euro in Entschädigungszahlungen”, so Tom van Bokhoven, Gründer von Flug-verspaetet.de.

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Ryanair zeigte keinerlei Einsicht

Zur Vorbereitung der Verhandlungen und Deutlichmachung der eindeutigen Sachlage erstellte das Team von Flug-verspaetet.de eine detaillierte Timeline mit allen Ereignissen rund um die Ryanair-Streiks im Jahr 2018. In mehreren Verhandlungsrunden mit der Airline verlangten mehrere europäische Gewerkschaften verbesserte Arbeitsbedingungen für Ryanair Piloten, sowie das Kabinenpersonal der Airline. Ryanair machte bereits frühzeitig deutlich, dass sie diesen Forderungen der Piloten nicht nachkommen wollen. Der Unmut unter der Ryanair-Besatzung wurde bereits ein Jahr zuvor groß, als mehreren Medienberichten zufolge 700 irische Piloten Ryanair verließen und sich über das zunehmend toxische Arbeitsumfeld beschwerten.

“Die Piloten der Fluggesellschaften verlangten eigentlich nur, was in der Luftverkehrsindustrie und jeder anderen Branche bereits lang Standard war. Anstelle der Nutzung missbrauchender Taktiken, welche Mitarbeiter von Ryanair als Mobbing, missbräuchliche Disziplinarmaßnahmen sowie psychische Konditionierung beschreiben, sollte Ryanair sich an gängige Standards regional konkurrierender Fluggesellschaften anpassen und den Piloten sollte professioneller, rechtlicher Beistand bei den Verhandlungen sämtlicher Verträge zur Seite stehen”, so van Bokhoven. Im Gegenzug boten die Piloten von Ryanair sogar an, einen Teil ihrer Urlaubstage aufzugeben, um die bestehenden Probleme bei der Fluggesellschaft zu beseitigen. Besonders ins Auge stechen die Forderungen des Kabinenpersonals. Diese wünschten sich nicht mehr als einen fairen, existenzsichernden Lohn, sowie Arbeitsverträge auf der Basis lokal geltenden Rechts statt irischen Rechts von Ryanair.

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Streiks bei Ryanair: EU-Kommission muss eingreifen

Die Forderungen seien jedoch bei Ryanair auf taube Ohren gestoßen, welche nach Angaben des Gewerkschaft Vereinigung Cockpit auch nach mehr als neun Monaten Verhandlungen kein verbessertes Angebot machte. Die Airline begründete dies damit, dass alle Arbeitsverträge nach irischem Recht verhandelt und geschlossen werden. Ein besonderer Streitpunkt, da sich vor allem die Piloten der Airline für lokal geltende Verträge aussprachen. In einem Statement im September 2018 musste dann schlussendlich die europäische Kommission eingreifen. Diese gab bekannt, dass nicht der Unternehmensstandort der Fluggesellschaft, sondern die Adresse des jeweiligen Arbeitnehmers das anwendbare Recht für die Verträge bestimmt. EU-Kommissarin Marianne Thyssen verdeutlichte erneut, dass Arbeitnehmer nicht für ihr geltendes Recht kämpfen müssten und appellierte an Ryanair, dass mit großem Erfolg auch große Verantwortung kommt. (sca) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

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Diese Geheimsprache verwendet Flugpersonal, um von Passagieren nicht verstanden zu werden

Die Geheimsprache der Luftbegleitung ist für Passagiere nicht zu entschlüsseln.
Die Geheimsprache der Luftbegleitung ist für Passagiere nicht zu entschlüsseln. © Tobias Hase / dpa
Geheimsprache Stewardess
Die Geheimsprache der Luftbegleitung. © dpa / tz / mm
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Die Geheimsprache der Luftbegleitung. © dpa / tz / mm
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