Ungewisse Folgen

Spannung am Affenfelsen: Gibraltars Tourismus und der Brexit

Wie in die Landschaft geworfen: Gibraltars imposanter Kalksteinfelsen. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
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Wie in die Landschaft geworfen: Gibraltars imposanter Kalksteinfelsen. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Quer über die Straße: die Landebahn des Flughafens an der Grenze zwischen Gibraltar und der spanischen Ortschaft La Linea de la Concepcion. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
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Quer über die Straße: die Landebahn des Flughafens an der Grenze zwischen Gibraltar und der spanischen Ortschaft La Linea de la Concepcion. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Über der Schlucht spannt sich die neue Windsor-Hängebrücke - eine gute Möglichkeit, Fotos zu schießen. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
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Über der Schlucht spannt sich die neue Windsor-Hängebrücke - eine gute Möglichkeit, Fotos zu schießen. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Das Euro-Zeichen wird wohl bleiben, die EU-Mitgliedschaft nicht. Was mit Gibraltars Tourismus nach dem Brexit passiert, ist eine spannende Frage. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
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Das Euro-Zeichen wird wohl bleiben, die EU-Mitgliedschaft nicht. Was mit Gibraltars Tourismus nach dem Brexit passiert, ist eine spannende Frage. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Auch Baden kann man in Gibraltar, zum Beispiel am Mittelmeerstrand Catalan Bay. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
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Auch Baden kann man in Gibraltar, zum Beispiel am Mittelmeerstrand Catalan Bay. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Eine Araber-Burg im Süden Spaniens mit britischer Flagge - Gibraltar ist halt anders. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
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Eine Araber-Burg im Süden Spaniens mit britischer Flagge - Gibraltar ist halt anders. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Die Läden sind gut frequentiert: Gibraltar ist auch ein Shopping-Paradies. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
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Die Läden sind gut frequentiert: Gibraltar ist auch ein Shopping-Paradies. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Tolle Aussicht: Eine Seilbahn bringt Touristen hinauf zum Upper Rock. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
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Tolle Aussicht: Eine Seilbahn bringt Touristen hinauf zum Upper Rock. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn

Shopping-Paradies, Neandertalerhöhlen, rotzfreche Berber-Affen - und ein politischer Zankapfel: Gibraltar, das britische Überseegebiet an der Südspitze Spaniens, ist so einzigartig wie umstritten. Was passiert touristisch, wenn der Brexit kommt?

Gibraltar (dpa/tmn) – Bei den Brexit-Verhandlungen um den Austritt Großbritanniens aus der EU gibt es viele Stolpersteine. Einer von ihnen ist sehr massiv, im wörtlichen Sinne. Der Stein ist 426 Meter hoch, secheinhalb Quadratkilometer groß und liegt fernab der britischen Insel im Süden Spaniens: Gibraltar.

Bereits 1704 nahm Großbritannien den strategisch wichtigen Felsen an der Meerenge zwischen Europa und Afrika in Besitz. Seit Jahrhunderten fordert Spanien ihn zurück. Die Brexit-Verhandlungen haben den Streit um Gibraltar neu entfacht. Vor allem die örtliche Tourismusbranche zittert vor den möglichen Folgen.

Mehrere Millionen Urlauber besuchen jährlich den sogenannten Affenfelsen. Die meisten kommen über die Landgrenze. Werden sie das immer noch tun, sollte Spanien die Grenzkontrollen nach einem Brexit verschärfen? "Ich bin mir sicher. Gibraltar hat viel zu bieten", sagt Nicky Guerrero, Gibraltars Tourismus-Direktor.

Mit Blick auf die geringe Landfläche hat er objektiv gesehen nicht Unrecht: Gibraltar ist klein und sicher. Das macht das britische Überseegebiet vor allem für Kreuzfahrtschiffe attraktiv.

Besonders beliebt ist Gibraltar als Shopping-Paradies. Es gibt hier keine Mehrwertsteuer. So decken sich die meisten Urlauber mit Tabak, Alkohol, Parfüm, Uhren, Schmuck und elektronischen Geräten ein. Mit Eastern Beach, Catalan und Sandy Bay erwarten drei Mittelmeerstrände die Besucher. In der Straße von Gibraltar stehen Wracktauchen, Segeln und Delfin-Beobachtung auf dem Programm.

Gibraltars touristische Höhepunkte findet man aber weiter oben, im Naturschutzgebiet Upper Rock, wo rund 300 Berberaffen ihr Unwesen treiben. Es sind die einzigen freilebenden Affen Europas. Vor allem aber sind sie rotzfrech. Der Besuch der alten Araber-Burg und die Sicht nach Marokko sind beeindruckend. Auf einen Blick sieht man drei Länder, zwei Kontinente und zwei Weltmeere. Das ist einzigartig, aber auch gefährlich. Denn die kleinen Affen warten nur darauf, Brillen, Taschen, Geldbörsen und Essen zu klauen.

Der Kalksteinfelsen beherbergt Dutzende gigantischer Tropfsteinhöhlen wie die St. Michael's Cave. Der Gorham-Höhlenkomplex wurde 2016 sogar zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Hier lebten die letzten Neandertaler Europas. Geschichtlich ist Gibraltar hoch interessant: Im Altertum soll der Ort eine der Säulen des Herakles gewesen sein. Danach siedelten sich hier Phönizier und Römer an. 711 wurde Gibraltar von den muslimischen Berbern eingenommen.

In der Stadt selber weiß man auch nicht so recht, ob man nun in Spanien oder Großbritannien ist. Auf dem Casemates Square servieren Kellner Fish and Chips und Paellas, britisches Bier und spanischen Rotwein. Die typischen britischen Telefonzellen stehen neben Palmen.

"Gibraltar ist geschichtlich, sprachlich, architektonisch und kulturell eine Mischung aus Großbritannien, Spanien, Portugal, Malta, Italien und Marokko. Wir haben uns einfach das Beste aus jeder Kultur genommen", erklärt Touristenführer Tito Vallejo. "Hier haben Juden, Christen, Muslime und Menschen aus den verschiedensten Regionen der Welt immer friedlich zusammengelebt." Doch war der strategisch begehrte Affenfelsen stets bedroht, wie die omnipräsenten Kanonen und Verteidigungstunnel zeigen. Die helfen aber nicht gegen den Brexit.

Gibraltar

Anreise: Von Deutschland aus gibt es keine Direktflüge nach Gibraltar. Die nächsten spanischen Flughäfen, die man von Deutschland aus anfliegen kann, sind Malaga und Sevilla. Da Gibraltar nicht zum Schengen-Raum gehört, finden Ausweiskontrollen statt.

Geld: Offizielle Währung ist zwar das Gibraltar-Pfund, es kann aber überall in Euro bezahlt werden.

Informationen: Fremdenverkehrsamt Gibraltar, 13 John Mackintosh Square, Gibraltar (Tel.: 00350/20045000).

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