Das ganz große Volksfest wird es auch in diesem Jahr zur Kieler Woche nicht geben. Coronabedingt haben sich die Organisatoren dafür entschieden, den maritimen Charakter der Veranstaltung zu betonen.
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Das ganz große Volksfest wird es auch in diesem Jahr zur Kieler Woche nicht geben. Coronabedingt haben sich die Organisatoren dafür entschieden, den maritimen Charakter der Veranstaltung zu betonen.

Segelregatten, Windjammer-Parade und auch Promis, aber doch kein Volksfest

127. Kieler Woche gestartet

Kiel – Bei sommerlichen Wetter ist die Kieler Woche in ihre 127. Auflage gestartet. Pandemiebedingt dreht sie sich bis zum 12. September vor allem um maritime Erlebnisse wie die Segelregatten vor Kiel-Schilksee, die traditionelle Windjammerparade auf der Förde und das Segelkino am Wasser. Große Flanierbereiche an der Kiellinie und Musikbühnen in der Innenstadt suchen Besucher in den kommenden Tagen vergeblich.

Wegen der Corona-Pandemie fällt die Festwoche noch kleiner aus als im vergangenen Jahr. Dabei hatten die Veranstalter ursprünglich ein Sommerfest wieder deutlich näher am Original geplant. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) begründete die Änderung der Pläne und die Konzentration auf das Sportevent mit der Infektionslage. Unter normalen Bedingungen hatte das Sommerfest 2019 mehr als 3,5  Millionen Besucher aus gut 70 Ländern angelockt.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte Deutschlands älteste und größte Segelregattawoche am Samstag eingeläutet. Er übernahm das traditionelle Glasen mit der Schiffsglocke und musste dazu drei Doppelschläge und einen Einzelschlag ausführen. „Der Sport steht wieder im Mittelpunkt“, sagte Günther. Danach gab Segel-Star Boris Herrmann (40) mit dem Typhon – einem Schiffshorn – das Signal „lang-kurz-kurz-lang“ für „Leinen los!“ für die älteste und größte deutsche Regattawoche.

Günther sagte, „die Kieler Förde wird in den kommenden Tagen noch voller sein mit Booten als ohnehin in dieser segelbegeisterten Stadt.“ Hier herrsche in den kommenden Tagen der für alle bekannte und gewohnte Kieler-Woche-Trubel. „Das alles bedeutet ein ganzes Stück Normalität, und darauf freue ich mich sehr.“

Auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) sagte, die Vorbereitung der Kieler Woche war „eine emotionale Achterbahn mit unglaublichen Anstrengungen – aber jetzt werden wir belohnt“. Parlamentsvizepräsidentin Kirsten Eickhoff-Weber (SPD) sagte, die Kieler Woche falle zwar noch einmal etwas kleiner aus. „Aber bereits im vergangenen Jahr hat dieses Sportereignis den Menschen in den schwierigen Zeiten der Pandemie ein Stück Normalität und viel Freude gebracht.“ Sie sei überzeugt, dass es in diesem Jahr angesichts der spannenden Wettkämpfe auf der Kieler Förde wieder genauso sein werde.

Zu den Segelregatten sind rund 900 Boote gemeldet. Neben den Segelwettbewerben vor Schilksee sind mehr als 100 Programmpunkte geplant. Maritimer Höhepunkt soll die Windjammerparade mit mehr als 120 Schiffen am 11. September sein, angeführt von der „Alexander von Humboldt II“.

Auch Prominenz ist zu Gast. Am 8. September besucht Fürst Albert II. von Monaco (63) das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung.

Bereits am Sonntag wurde der Weltwirtschaftliche Preis verliehen. Er ging an den ehemaligen schwedischen Ministerpräsidenten Göran Persson, den Unternehmer Michael Otto und die Nachhaltigkeitsexpertin Xuemei Bai, die in Australien forscht. Leitthema des zum 16. Mal verliehenen renommierten Preises war in diesem Jahr die Umweltökonomie. Alle Preisträger hätten sich Verdienste um nachhaltiges Wirtschaften und Zusammenleben in Sinne des Klimaschutzes erworben, sagte der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Gabriel Felbermayr, am Sonntag.

In kleinerem Rahmen als in der Vergangenheit lud die Marine am Samstag Interessierte zum Open Ship. Besucher konnten sich die beiden Fregatten „Hamburg“ und „Nordrhein-Westfalen“ sowie zwei Minenjagdboote und einen Tender ansehen.

Musikalisch geht es während der Kieler Woche auf der Krusenkoppel zu. Dort findet nach einem Jahr Pause die Konzertreihe „gewaltig leise“ statt – unter anderem mit Anna Depenbusch, Götz Alsmann und den Thalbachs. Enden soll die Kieler Woche am 12. September – anders als 2020 – wieder mit einem Höhenfeuerwerk über der Förde.  dpa

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