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2G entfällt im Einzelhandel

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In Schleswig-Holstein können ab 9. Februar auch Ungeimpfte wieder im Einzelhandel shoppen.
In Schleswig-Holstein können ab 9. Februar auch Ungeimpfte wieder im Einzelhandel shoppen. © dpa

Die Landesregierung hebt 2G im Einzelhandel auf. Dort gilt in Schleswig-Holstein künftig nur noch Maskenpflicht. Im Stadion oder in der Halle sind künftig wieder Tausende Besucher erlaubt. Änderungen gibt es auch für Musiker.

Kiel – Die Landesregierung hat wie erwartet das 2G-Modell für den Handel aufgehoben. Ab Mittwoch müssen Kundinnen und Kunden in Geschäften nur noch eine medizinische Maske oder eine FFP2-Maske tragen, berichtete die Staatskanzlei nach einem entsprechenden Kabinettsbeschluss. Das gilt auch für Ladenlokale mit Dienstleistungen wie Reisebüros oder Änderungsschneidereien. Bislang durften nur Menschen shoppen gehen, die geimpft oder von einer Corona-Erkrankung genesen sind. Ausnahmen gab es für Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte und Discounter, Drogerien und Apotheken sowie Poststellen und Baumärkte, aber auch Buchhandlungen und Blumengeschäfte.

Coronazahlen in Schleswig-Holstein

Seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 sind mehr als 2000 Menschen in Schleswig-Holstein an oder mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl stieg am Montag auf 2005 – das waren zwölf mehr als noch am Freitag, wie aus den Daten der Landesmeldestelle in Kiel hervorgeht. Im bundesweiten Vergleich hat Schleswig-Holstein nach den Zahlen des
Robert Koch-Instituts (RKI) vom heutigen Dienstagnachmittag unterdessen mit 869,2 die zweitniedrigste Inzidenz nach Thüringen mit 774,5. Im Januar hatte das Land einige Zeit mit die höchsten Zahlen im Bundesländer-Vergleich.

Möglich sind künftig zudem wieder größere Veranstaltungen mit mehreren Tausend Besuchern – das betrifft auch die beiden Handball-Bundesligisten THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt sowie Fußball-Zweitligist Holstein Kiel. Generell können künftig unter 2G-Bedingungen drinnen 500 Menschen an Veranstaltungen teilnehmen. Bei einer Auslastung von maximal 30 Prozent sind drinnen zudem bis zu 4 000 Besucher erlaubt. Draußen – beispielsweise im Stadion – dürfen bei halber Auslastung bis 10 000 Zuschauer dabei sein.

Weiterhin 2G in Restaurants und Kneipen

Voraussetzung ist drinnen wie draußen, dass die Gäste feste Sitzplätze haben, die sie höchstens kurzzeitig verlassen. Die Gäste müssen gleichmäßig auf den Tribünen oder der Veranstaltungsfläche verteilt sein. In Restaurants und Kneipen bleibt es allerdings vorerst bei der 2G-Regel. In der Gastronomie gibt es ab Mittwoch aber keine Sperrstunde mehr ab 23 Uhr. Für Proben und Veranstaltungen von Laienchören gilt künftig 2G plus. Teilnehmer müssen geimpft oder genesen sein sowie über einen negativen Corona-Test verfügen. Dafür entfällt die Maskenpflicht während des Singens für die Chöre, nicht aber für die Zuschauer. Blasmusiker dürfen auch außerhalb von beruflichen Tätigkeiten und Prüfungen wieder musizieren.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte die Lockerungen im Vorfeld als einen ersten Schritt in Richtung Normalität bezeichnet. Der CDU-Politiker begründete den Kurs damit, dass die Omikron-Variante des Coronavirus zwar ansteckender, aber weniger gefährlich sei.

Der Regierungschef stellte bereits weitere Öffnungsschritte ab 3. März in Aussicht. Die neue Corona-Landesverordnung gilt bis 2. März. Über weitere Schritte will die Landesregierung nach den gemeinsamen Beratungen von Bund und Ländern, die am 16. Februar geplant sind, informieren.

Teil-Impfpflicht bis Mitte März

Unterdessen hält das Land auch an einer Impfpflicht für Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen fest. „Wir werden in Schleswig-Holstein Kurs halten“, sagte Günther. Im Mittelpunkt stehe insbesondere der Schutz vulnerabler Gruppen. „Und deswegen brauchen wir die Impfpflicht, speziell auch in den Einrichtungen der Pflege. Das werden wir in Schleswig-Holstein auch zu Mitte März umsetzen.“ Das Land werde dies in Gesprächen mit den Kommunen vorbereiten.

„Ich habe Verständnis dafür, dass Kolleginnen und Kollegen die Situation in ihren Bundesländern beurteilen müssen“, erklärte Daniel Günther weiter. Die Einführung der sogenannten einrichtungsbezogenen Impfpflicht sei aber keine Idee der Bundesregierung gewesen, sondern sei abgestimmt mit den Bundesländern, betonte der Ministerpräsident.

Die einrichtungsbezogene Corona-Impfpflicht war im Dezember von Bundestag und Bundesrat beschlossen worden: Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie zum Beispiel Kliniken und Pflegeheime müssen bis zum 15. März 2022 nachweisen, dass sie vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von Corona genesen sind. Auch ein ärztliches Attest, dass man nicht geimpft werden kann, ist möglich.  dpa

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