Gesundheitsminister Heiner Garg (r.) und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer danken den Mitarbeitern der Impfzentren, die am 26. September schließen.
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Gesundheitsminister Heiner Garg (r.) und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer danken den Mitarbeitern der Impfzentren, die am 26. September schließen.

Impfkampagne im Norden

Impfzentren in Schleswig-Holstein kosten 66 Millionen Euro

32 Euro haben die Covid-Schutzimpfungen in Schleswig-Holstein pro Person gekostet. Der Nordwesten steht im Vergleich der Bundesländer gut da. Wie geht es nach der Schließung der Impfzentren am Sonntag weiter?

Kiel – Aufbau und Betrieb der 28 Impfzentren in Schleswig-Holstein haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 66 Millionen Euro gekostet. Davon tragen Land und Bund jeweils die Hälfte. „Alle Beteiligten haben in einem beispiellosen Kraftakt effizient, unkompliziert und bürgernah den Betrieb der Impfzentren sichergestellt“, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Freitag in Kiel. Die Impfzentren werden am Sonntag geschlossen.

Garg sprach von einer „logistischen Mammutaufgabe“. In den vergangenen Monaten hatten knapp 940 000 Menschen in einem Impfzentren ihre Erstimpfung erhalten. Insgesamt verabreichten die Mitarbeiter dort annähernd 1,8 Millionen Impfungen. Davon entfielen auf den Impfstoff von Biontech 1,265 Millionen Dosen, auf Moderna fast 295 000, auf Astrazeneca knapp 190 000 und auf Johnson & Johnson knapp 50 000. Durch mobile Impfteams erfolgten weitere 275 000 Impfungen, darunter 20 000 an Schulen.

32 Euro kostet eine Impfung pro Person

Derzeit werde von Kosten in Höhe von 32 Euro pro Impfung ausgegangen, sagte Garg. Damit bewege sich der Norden im Bundesländervergleich im unteren Bereich. Verlässliche Daten lägen aber erst Mitte Oktober vor.

Mit Stand Donnerstag waren nach Angaben des Robert Koch-Instituts im Norden 72,2 Prozent der Menschen mindestens einmal geimpft. 68,4 Prozent sind bereits vollständig geimpft. Bei der besonders vulnerablen Gruppe der über 60-Jährigen liegt die Quote bei 88,1 Prozent. Bei den 12- bis 17-Jährigen sind 54,6 Prozent mindestens einmal, 42,9 Prozent vollständig geimpft. Eine Auffrischungsimpfung haben in Schleswig-Holstein bereits 31 830 Menschen erhalten.

Garg und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) dankten am Freitag bei einem Besuch des Kieler Impfzentrums allen Mitarbeitern der Zentren. Dort erhielten am 4. Januar die ersten Menschen ihre Impfung. Beteiligt waren über die gesamte Laufzeit unter anderem 564 Bundeswehrsoldaten, 270 Helfer der Johanniter, 848 des Deutschen Roten Kreuzes und 1 684 Ärzte. Sie leisteten nach Ministeriumsangaben insgesamt 417 155 Arbeitsstunden.

Schutzimpfungen in Schleswig-Holstein auch ohne Impfzentren möglich

Allein im Kieler Impfzentrum direkt am Hafen erfolgten mehr als 132 000 Impfungen. „Das Impfzentrum war in den vergangenen Monaten einer der wichtigsten Orte unserer Stadt“, sagte Kämpfer. Die im Vergleich zu anderen Bundesländern etwas höhere Impfquote führte er unter anderem auf die Bodenständigkeit der Norddeutschen zurück.

In Schleswig-Holstein werden Schutzimpfungen künftig von niedergelassenen Vertrags- und Privatärzten, Betriebsärzten sowie Krankenhäusern angeboten. Im Bedarfsfall werde das Land unterstützt durch die Kassenärztliche Vereinigung zusätzliche Strukturen aufbauen, sagte Garg. Zudem gebe es ab Oktober temporäre Impfstellen an verschiedenen Standorten.  dpa

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