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94 Prozent für Losse-Müller

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Thomas Losse-Müller will nach der Wahl am 8. Mai neuer Ministerpräsident werden.
Thomas Losse-Müller will nach der Wahl am 8. Mai neuer Ministerpräsident werden. © dpa

Die Wahlen waren eindeutig und das SPD-Spitzenteam zur Landtagswahl steht. Der Ex-Grüne und frühere Staatskanzleichef Losse-Müller fordert Regierungschef Günther (CDU) heraus. Er will eine Koalition des Fortschritts und Zusammenhalts anführen.

Neumünster – Ein Hoffnungsträger sorgt für Optimismus: Drei Monate vor der Landtagswahl hat die SPD bei der Aufstellung ihrer Landesliste Siegeszuversicht demonstriert. Thomas Losse-Müller (48) – bis 2017 Staatskanzleichef in der Regierung aus SPD, Grünen und SSW und bis Herbst 2020 Mitglied der Grünen – wurde am Samstag mit 94 Prozent zum Spitzenkandidaten und Herausforderer von Regierungschef Daniel Günther (CDU) bestimmt. Eine Gegenkandidatur gab es nicht.

Losse-Müller bekam auf der Landeswahlkonferenz in Neumünster 188 Stimmen, acht Delegierte votierten gegen ihn, vier enthielten sich. Die 200 Delegierten belohnten Losse-Müllers halbstündige Rede mit fast zwei Minuten Jubel. Landes- und Fraktionschefin Serpil Midyatli (46) holte auf Platz zwei nur 76 Prozent. Sie bekam 152 von 200 abgegebenen Stimmen. 37 Delegierte votierten gegen Midyatli, acht enthielten sich, drei Zettel waren ungültig.

Umfragen fallen unterschiedlich aus

Die jüngsten Umfragen zur Wahl am 8. Mai fielen unterschiedlich aus: Eine sah die CDU vorn, die andere die SPD. Das Land habe mit der Jamaika-Regierung fünf Jahre verloren, sagte Losse-Müller. „Fortschritt geht nur, wenn die SPD regiert und wenn wir die nächste Landesregierung führen.“ Was ihn wirklich sorge, sei das verlorene Vertrauen der Menschen in die Fähigkeit von Politik, Zukunft zu gestalten. „Wir müssen es besser machen, sonst fliegt uns der Laden auseinander.“ Er wolle eine Koalition des Fortschritts und des sozialen Zusammenhalts anführen.

Losse-Müller betonte Bodenständigkeit, Solidarität und Teamgeist. Wohlstand, Glück, Freiheit und Nachhaltigkeit seien nicht das Werk Einzelner, sondern Teamarbeit einer Gesellschaft. Dass die SPD ihm die Spitzenkandidatur zutraue, erfülle ihn mit Demut. Nach seiner Wahl packte er das Präsent seiner Partei aus – ein Fernglas. Losse-Müller ist auch Hobby-Ornithologe.

Kitas gebührenfrei

Klimaschutz, Digitalisierung, industrielle Modernisierung, bezahlbares Wohnen, Entlastung von Familien und Erhöhung des Mindestlohns hob er als Schwerpunkte hervor. Klimaschutz müsse sozial abgesichert und industriepolitisch durchdacht sein. Das Soziale habe oberste Priorität. „Wir können alles vergessen, wenn wir den Menschen keinen bezahlbaren Wohnraum sichern, wenn sie keine anständigen Löhne haben, wenn wir Familien mit steigenden Preisen und ihren Sorgen alleine lassen.“

Die SPD werde Kitas gebührenfrei machen. „Dadurch hat eine Familie mit zwei Kindern rund 500 Euro mehr im Monat“, sagte Losse-Müller. „Und wir versprechen, dass wirklich jedes Kind ab der achten Klasse ein eigenes Tablet oder einen eigenen Laptop vom Land bekommt.“ Klimaschutz stehe am Anfang des SPD-Programms. „Wir wollen Schleswig-Holstein bis 2040 klimaneutral machen, fünf Jahre schneller als der Rest der Republik.“ Die Menschen erwarteten von der SPD mehr als „Jamaika-Biedermeier-Gemütlichkeit“.

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