Expeditionsschiff von 1927 wird saniert

Abenteuer „Feuerland“

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Mit einem Schwerlasttransport wurde das Expeditionsschiff „Feuerland“ auf dem Landweg von Hamburg nach Flensburg transportiert.

Flensburg - Das Expeditionsschiff „Feuerland“ des Forschers Gunther Plüschow (1886 bis 1931) wird in der Flensburger Museumswerft restauriert. Mit einem Schwerlasttransporter ist der gut 90 Jahre alte Forschungskutter in der Nacht zu Dienstag von Hamburg nach Flensburg gebracht worden.

Dort wurde umgehend mit den Arbeiten an dem Schiff, dem Wind und Wetter deutlich zugesetzt haben, begonnen. Die Gesamtkosten werden rund 1,4 Millionen Euro betragen, sagte Jens Fiedler, der Vorstandsvorsitzende des Förderkreises Kulturdenkmal Expeditionsschiff „Feuerland“. 

Für die Restauration sind etwa zwei Jahre veranschlagt. Unter anderem wird die Dauer davon abhängen, wie schnell die benötigten Spendengelder zusammenkommen.

Ausstellung begleitet die Restaurierung

Die Flensburger Museumswerft ist der ideale Partner für das Projekt, sagte Fiedler. Deren Leiter Uwe Kutzner ergänzte, die Werft sei darauf spezialisiert, historische Holzschiffe nachzubauen oder zu restaurieren, die in der Region von Bedeutung waren. „Wir sind überaus glücklich, diesen Auftrag abwickeln zu dürfen“, sagte Kutzner. Auf Schautafeln steht, welche Bedeutung das Expeditionsschiff hat. Auch plant das auf der anderen Straßenseite liegende Schifffahrtsmuseum von August an eine Ausstellung über die wechselvolle Geschichte der „Feuerland“.

Das Schiff wurde von Plüschow nach eigenen Plänen 1927 in Büsum gebaut. Es diente ihm als Basis für seine Feuerlandexpedition. Die „Feuerland“ wurde 2001 wiederentdeckt und 2006 nach Deutschland gebracht. Das eingetragene Kulturdenkmal des Landes soll als Traditionsschiff wieder in Fahrt gebracht werden, sagte Fiedler.

Plüschow war 1927 mit der „Feuerland“ aus Büsum zu einer Chile- und Argentinien-Expedition aufgebrochen. Plüschow war zudem der erste, der Patagonien und Kap Hoorn überflog und die Südspitze Südamerikas aus der Luft erkundete. Seine Erlebnisse hielt er in dem Buch „Silberkondor über Feuerland“ und einem gleichnamigen Film fest.

Bekannt geworden war Plüschow zuvor als „Flieger von Tsingtau“. 1914 flog er zu Beginn des Ersten Weltkrieges über den deutschen Protektoraten in China Aufklärungseinsätze gegen die gegnerischen Japaner und warf selbst gebaute Bomben ab. Kurz vor dem Sieg der Japaner flüchtete Plüschow auf abenteuerliche Weise nach Deutschland. Er kam 1931 bei einem Flugzeugabsturz in Argentinien ums Leben. Dort wird er noch immer als Held verehrt.

Aus Geldmangel aufgegeben

Die Geschichte der „Feuerland“ mutet genauso abenteuerlich an wie das Leben des Erstbesitzers. Nachdem Plüschow in Südamerika eingetroffen war, blieb der Kutter aus Geldmangel nur kurz in seinem Besitz. Als „Penelope“ war das 16 Meter lange Schiff auf den Falkland-Inseln unter anderem als Inselversorger, Viehtransporter, Kriegsschiff und Plattform für Wissenschaftler im Einsatz. Dass es sich bei der „Penelope“ um das Schiff des deutschen Flugpioniers handelte, wurde durch Zufall entdeckt.

Erste Restaurierungsbemühungen scheiterten – vielleicht, weil das Schiff in Privatbesitz war und deswegen kaum Spenden flossen. Jetzt gehört die „Feuerland“ einem gemeinnützigen Verein. Es soll als Netzwerkschiff für einen guten Zweck eingesetzt werden und Häfen in aller Welt ansteuern, um soziale Projekte anzustoßen. Bis dahin ist aber noch eine Menge zu tun, sagte Kutzner.

dpa

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