Gemeinsam mit weiteren Politikern, Medienvertretern, Organisatoren und anderen hat Daniel Günther (3. v. l.) die Kieler Woche am Samstag eröffnet.
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Gemeinsam mit weiteren Politikern, Medienvertretern, Organisatoren und anderen hat Daniel Günther (3. v. l.) die Kieler Woche am Samstag eröffnet.

Wegen Corona konzentriert sich Event wieder auf Ursprung

Abgespeckte Kieler Woche

Kiel – Die 126. Kieler Woche ist am Samstag wegen der Corona-Pandemie unter strengen Hygieneauflagen gestartet. Ein riesiges Sommerfest gibt es nicht. Die Veranstalter konzentrieren sich auf den Ursprung als Segelwettkampf und auf deutlich kleinere Programmpunkte. Die Kieler Woche sei anders und doch vertraut, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). „Sie passt in die Zeit, weil sie ein Zeichen gegen allzu viel Corona-Pessimismus setzt.“ Die Veranstaltung zeige dem ganzen Land, „dass man mit Hygienevorkehrungen auch solche Veranstaltungen durchführen kann“.

Günther übernahm bei der Eröffnung im Segel-Olympiazentrum Schilksee das traditionelle Glasen mit der Schiffsglocke. Werner M. Dornscheidt, langjähriger Vorstand der Messe Boot in Düsseldorf, gab mit dem Typhon – einem Schiffshorn – das Signal „Leinen los!“ (lang-kurz-kurz-lang). „Die Kieler Woche ist nun mal die größte Segelsportveranstaltung der Welt und die internationalste“, sagte er.

In den vergangenen Jahren war das Sommerfest stets Ende Juni vor Tausenden Besuchern auf dem Rathausplatz eröffnet worden. 2019 hatten das Fest nach Schätzung der Stadt mehr als 3,5 Millionen Menschen besucht. Die Eröffnung am Samstag fand jedoch hinter einer Absperrung ohne Zuschauer statt. „Es ist vieles anders, vieles kleiner“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Drei Millionen Menschen und Gedränge auf Konzerten – das gehe wegen Corona nicht. Aber: „Wir wollen unseren Platz als Segelhauptstadt verteidigen.“

Bei der weltgrößten Regattaserie ist wegen der Corona-Pandemie kein Publikum zugelassen. Im ersten Teil starteten die internationalen Jollenklassen und die Seesegler auf ihren Mittelstrecken. Kieler-Woche-Rekordsieger Wolfgang Hunger und Vorschoter Holger Jess haben am zweiten Tag die Führung in der schnellen Gleitjolle 505er übernommen. Damit hat der 60 Jahre alte Steuermann und zweimalige Olympia-Teilnehmer aus Strande seinen 23. Titel bei der weltgrößten Regattaserie ins Visier genommen. Im zweiten Teil vom 10. bis 13. September sind die Olympia-Segler in herausragend besetzten Feldern gefordert.

Bereits am Freitagabend startete das Fest mit einem Konzert „Laut gegen Nazis“ auf der Freilichtbühne der Krusenkoppel. Wegen der Corona-Beschränkungen sind auf der Kieler Woche nur bis zu 500 Besucher pro Veranstaltung erlaubt. Auf drei „Livearealen“ finden Konzerte vor begrenztem Publikum mit Milow, Michael Schulte und anderen Bands statt. Die Stadt will viele dieser Auftritte auf die Kinoareale im Schlossgarten und auf den Rathausplatz sowie auf ein sogenanntes Segelkino auf der Förde übertragen.

Wer eines der Konzerte oder die Spiellinie auf der Reventlouwiese besuchen will, muss sich anmelden. Für die zehn Tage gibt es insgesamt 50 000 Plätze. Nach Angaben der Stadt sind gut 40 Prozent davon bereits reserviert. Maritimer Höhepunkt soll am Samstag die Windjammer-Parade mit 120 Segelschiffen auf der Förde sein. Sie wird von der Bark „Alexander von Humboldt II“ angeführt.  dpa

Wir wollen          unseren Platz als Segelhauptstadt verteidigen.

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