Die Kurkarte soll langfristig digital werden.
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Die Kurkarte soll langfristig digital werden.

Digitale Gästekarten halten im Norden Einzug

Alle wichtigen Daten auf dem Handy

Föhr/Scharbeutz - Ganz spontan noch einen SUP-Kurs buchen, Zahlen ohne Bargeld und endlich kein zerknittertes Zettelchen mehr suchen: In immer mehr Urlaubsorten an den Küsten gibt es digitale Gästekarten. Das hat Vorteile für die Urlauber - und auch für die Umwelt.

Die Inseln Pellworm, Amrum, Föhr und Fehmarn bieten etwa digitale Gästekarten an. Büsum steht in den Endzügen zur Einführung und auch in Orten der Lübecker Bucht wie Scharbeutz werde „intensiv“ daran gearbeitet, neben der Papierkarte eine digitale Lösung anzubieten. Auch in Mölln wird nach einem passenden System gesucht.

Die Gästekarten, die früher vielerorts noch Kurkarten hießen, werden in der Regel bei der Ankunft an den Ferienorten ausgestellt. Mit den Karten werden an Automaten, bei Vermietern oder Tourist-Informationen die Gästebeiträge (früher Kurbeiträge) bezahlt. Gleichzeitig bekommen Gäste durch das Vorzeigen der Karten etwa freien Zugang zu Stränden oder ermäßigte Eintritte zu Schwimmbädern und Kulturveranstaltungen.

Die Digitalisierung vollziehe sich in nahezu allen Lebensbereichen und „entsprechende Entwicklungen und Angebote werden inzwischen auch erwartet“, sagte Frank Timpe von der Amrum Touristik. Selbstverständlich werde parallel aber auch weiterhin ein entsprechend „manuelles Verfahren“ angeboten. Die Tendenz gehe jedoch spürbar mehr und mehr zur digitalen Variante, die das Verfahren insgesamt verschlanke.

Auch die Lübecker Bucht Tourismus mit beliebten Ferienorten wie Scharbeutz arbeitet eigenen Angaben zufolge intensiv an einer digitalen Gästekarte. Eine erste Version davon sei hier für den Sommer 2022 geplant. Das Thema habe für die Orte der Lübecker Bucht eine hohe Relevanz, sagte Online-Fachbereichsleiter Paul Stellmacher. „Gegenüber ihren in Ehren ergrauten Vorgängern aus Papier ermöglicht die Gästekarte auf dem Handy viele Vorteile.“ So könne sich jeder Gast mithilfe beispielsweise von Filtern das für ihn passende Angebot heraussuchen. Auch ließen sich Kapazitäten sehr viel besser auslasten: „Gibt es an einem Tag noch freie Plätze, zum Beispiel für einen Standup-Paddle-Kurs, kann über eine App oder Ähnliches praktisch ,Last Minute‘ noch mal drauf verwiesen werden.“

Stellmacher wies aber auch darauf hin, dass der Aufbau und die Datenpflege eines solchen Systems nicht zu unterschätzen sei. „Digitale Gästekarten sind ein noch relativ junges Phänomen. Und auch, wenn es bereits einige Regionen im Deutschland-Tourismus gibt, sind deren Lösungen meist sehr ortsspezifisch.“

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