Prozess um Schüsse auf der A 215 bei Kiel geht weiter

Angeklagter will es nicht gewesen sein

Kiel – Im Prozess um Schüsse auf der Autobahn A 215 bei Kiel hat der Angeklagte am Montag die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bestritten. Er habe sich „nicht in strafrechtlich relevanter ungerechtfertigter Weise verhalten“, erklärte Verteidiger Andreas Thiel vor dem Kieler Landgericht für seinen 39-jährigen Mandanten. Auch die „Entstehungs- oder Anstoßsituation liegt nicht in seiner Verantwortung“, verlas der Verteidiger.

Hintergrund der Schüsse soll eine Familienfehde sein. Der Angeklagte hat libanesische – das Opfer – sein Schwager, soll türkische Wurzeln haben. Für den Prozess sind scharfe Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Laut Anklage schoss der 39-Jährige, um Rache für Verletzungen seines Vaters zu nehmen.

Der Angeklagte muss sich wegen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten. Er soll im Mai 2018 auf Höhe der Abfahrt Bordesholm fünf bis sechs Mal auf den Fahrer eines neben ihm fahrenden Wagens geschossen und dessen Fahrzeug später von der Fahrbahn abgedrängt haben. Der Attackierte blieb unverletzt. Das Auto wurde laut Anklage von vier Schüssen getroffen, zwei Projektile blieben im Fahrzeug stecken. Der Verteidiger sagte, die Anklage beruhe im Wesentlichen nur auf den Angaben des Geschädigten. Er wies zugleich darauf hin, dass der Angeklagte, „wenn er hier alles darlegen würde, nahe Familienangehörige belasten“ müsste. Er deutete damit an, dass sich sein Mandant auf sein Aussageverweigerungsrecht berufen könnte. Weitere Erklärungen gab der Verteidiger nicht ab. Bei einer Verurteilung wegen versuchten Mordes drohen bis zu 15 Jahre Haft. Der mutmaßlich Geschädigte konnte am Montag nicht gehört werden. Er blieb dem Gericht wegen „akuter psychischer Probleme“ fern, teilte Rechtsanwalt Urs-Erdmann Pause, mit. Auch er wollte keine weiteren Angaben machen. Das Verfahren wird am 18. Januar fortgesetzt.  dpa

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