Fischerverband kümmert sich um Bestände von Lachs und Meerforelle

Angler retten Arten

Ein Angler lässt eine frisch gefangene Meerforelle in ein Transportbecken. Fotos: dpa

Aukrug – Lachs und Meerforelle sollen im Land wieder heimisch werden. Mit sogenanntem Laichfischfang und der Nachzucht geben die Sportangler des Landessportfischerverbands (LSFV) den beiden Arten eine Zukunft. Mehr als 1,7 Millionen Lachs- sowie mehr als 22 Millionen Bach- und Meerforelleneier haben die Hobby-Angler seit 1982 in speziellen Einrichtungen ausgebrütet, sagte gestern LSFV-Sprecher Sönke Rother. Rund 90 bis 95 Prozent vom Fischnachwuchs sei geschlüpft und habe als Jungfisch in den Flüssen ausgesetzt werden können. Gestern waren die Hobby-Angler in Gewässern im Bereich Aukrug (Kreis Rendsburg-Eckernförde) erneut auf Fischfang, um Eier und Samen zu bekommen. Laut Rother wurden in den vergangenen Jahren bislang mehr als 10 000 Laichfische gefangen.

Das dürfen die Angler dank einer Sondergenehmigung mithilfe von Strom erledigen. Beim sogenannten Elektrofischen werden die Fische mit bis zu 360 Volt Gleichstrom kurzzeitig betäubt. „Das ist für die Fische schonender als der Fang mit Netzen“, weiß LSFV-Gewässerreferent Hartwig Hahn.

Den Weibchen werden mit vorsichtigem Massieren des Unterleibs die Eier abgestreift. Jetzt muss noch von einem Männchen etwas Samen in einen kleinen Plastikbecher, und beides gut durchmischt werden. Das muss schnell gehen, denn Lachs-Samen sind nur eine sehr kurze Zeit befruchtungsfähig, sagte Hahn. Mehr sei auch nicht nötig, denn in freier Natur haben die Samen kaum eine Sekunde Zeit zum Befruchten, bevor die Flussströmung sie forttreibt. Wenn die Eltern-Fische sich erholt haben, werden sie im Fluss wieder ausgesetzt und wandern zurück ins Meer. Die befruchteten Eier kommen für 60 bis 70 Tage ins „Bruthaus“.

Lachs und Meerforelle waren bis zum 19. Jahrhundert ein wichtiger Teil der ursprünglichen Fischfauna in den Flüssen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts versperrten die Menschen den Fischen durch Dämme und andere Querbauten in den Flüssen den Weg zu ihren angestammten Laichgebieten. Zusätzlich sorgten Gewässerverunreinigung sowie die Überfischung der Laichbestände dafür, dass die beiden Arten in Deutschland fast vollständig ausstarben. Inzwischen hat sich der Bestand deutlich erholt. „Auch wenn sich der Zustand der Gewässer durch Renaturierungsmaßnahmen verbessert hat, ist es immer noch nötig, den Bestand durch Nachzucht zu unterstützen“, sagte Rother gestern.  dpa

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