Königin von Dänemark zu Gast in Flensburg

Ankunft im Fähnchenmeer

Kinder einer dänischen Schule schwenken Fähnchen, um Margrethe II., Königin von Dänemark, zu begrüßen. Sie wird vier Tage lang zu Besuch sein. Dänemark wertet den Besuch als Auftakt zu der in 2020 stattfindenden 100-Jahr-Feier zur Grenze per Volksabstimmung. Fotos: C. Rehder/dpa

Flensburg – Schon eine gute Stunde bevor Dänemarks Königin Margrethe II. mit der königlichen Jacht „Dannebrog“ im Flensburger Hafen einläuft, sammeln sich Schaulustige am Kai. Von überall her strömen ganze Schulklassen und Kindergartengruppen – oft von Einrichtungen der dänischen Minderheit. Viele schwenken Fähnchen, haben selbst gebastelte Kronen auf dem Kopf. Auch Ruderer und Kanuten sind in den Hafen gekommen, um der Königin, die das Land bis Freitag besucht, die Ehre zu erweisen.

Dass immer wieder heftige Regenschauer auf die Wartenden niedergehen, stört diese kaum. Und die Kleinsten stimmen einfach gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Lieder an, um die Wolken zu vertreiben. Als dann die „Dannebrog“ in den Hafen fährt, reißt der Himmel zwischenzeitlich auf. „Sie kommt, sie kommt“, rufen einige aufgeregte Schuljungen. Margrethe II. steht an Deck, lächelt und winkt den Schaulustigen zu. Es ist ein durchaus majestätischer Anblick, wie das 78 Meter lange Schiff in den Hafen gleitet.

Begleitet wird die „Danebrog“ von festlich geschmückten Seglern. Margrethe II. steigt die Gangway hinab, unter anderem Generalkonsul Kim Andersen, Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) empfangen die dänische Monarchin an Land.

Die Königin hat ein dicht getaktetes Programm auf der Agenda. Bereits am ersten Tag ihres Aufenthalts besuchte sie unter anderem ein dänisches Altenheim, das dänische Industrie-Unternehmen Danfoss sowie das Industriemuseum Kupfermühle in der Nachbargemeinde Harrislee. Dänemark wertet den Besuch als Auftakt für die offiziellen Feiern zum 100. Jahrestag der Festlegung der deutsch-dänischen Staatsgrenze im kommenden Jahr.

Bereits eine gute halbe Stunde nach ihrer Ankunft im Hafen kommen Margrethe und ihr Tross im dänischen Altersheim in Flensburg an. Sie nimmt sich kurz Zeit, um bei Kaffee und Keksen mit Bewohnern zu sprechen. „Der Besuch bedeutet mir sehr viel“, sagt die 70-jährige Bewohnerin, Helga Kirmis. Es sei schon ein großes Ereignis, dass die Königin als erstes ins dänische Altersheim komme.

Sie habe sich sehr auf den Besuch gefreut, betont die Monarchin später am gestrigen Tag im Rathaus, nachdem sie sich in das Goldene Buch eingetragen hat. „Die warme und herzliche Begrüßung heute Vormittag unten am Kai und jetzt hier im Rathaus bewegen mich sehr.“

Königin Margrethe II. erinnert in ihrer auf deutsch gehaltenen Rede an die demokratische Grenzziehung von 1920. Die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten habe darüber entscheiden sollen, wo die Grenze liegen solle, sagt die Königin. „Es wurde ein ernster, für viele schwieriger, aber auch historischer Prozess.“ Denn das Ergebnis scheine eine gute und dauerhafte Lösung zu sein. „2020 können wir den 100. Jahrestag für die demokratisch festgelegte Grenze feiern.“

Später verleiht die Königin Ministerpräsident Günther im dänischen Generalkonsulat in Flensburg das Kommandeurskreuz des Dannebrogordens. Er erhielt die Auszeichnung nach Angaben der Staatskanzlei für seine besonderen Verdienste um die deutsch-dänische Zusammenarbeit. „Diese Ehrung berührt mich sehr, denn die deutsch-dänische Partnerschaft ist eine Herzensangelegenheit für mich“, sagt Günther.

Am Nachmittag stand nach vielen Terminen in Flensburg noch ein Besuch im kleinen Örtchen Kupfermühle auf dem Programm. Um 1600 ließ dort der dänische König Christian IV. ein Hammerwerk zur Metallverarbeitung errichten. Es entwickelte sich ein Kupfer- und Messingwerk, das um 1800 die größte Industrieanlage des Herzogtums Schleswig wurde und eine der größten im Dänischen Königreich.

Auch dort haben sich viele Menschen versammelt, um „ihrer“ Königin nahe zu sein. Viele machen Fotos mit ihren Handys.

Den zweiten Tag ihres Besuchs beginnt die Königin heute mit einem Festgottesdienst in der Heiligengeistkirche in der Innenstadt von Flensburg. Den Rest des Tages verbringt sie überwiegend in Kiel, wo sie unter anderem den Landtag und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein besucht.  dpa

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