Sechs Risse gemeldet

Antrag auf Wolfsabschuss im Kreis Pinneberg

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Elektrisch geladen: Dem Wolf gelang es bereits zwei Mal den Wolfszaun zu überwinden. Steht das Raubtier nun vor dem Abschuss?

Sechs Risse hinter wolfssicheren Zäunen im Kreis Pinneberg gehen auf das Konto eines Wolfs. Nun wurde beantragt, das Tier abzuschießen. Die Entscheidung des Umweltministeriums steht noch aus.

Kiel - „Wir gehen davon aus, dass wir den Antrag genehmigen können, derzeit prüfen wir letzte Fragen“, sagte Umwelt-Staatssekretärin Anke Erdmann (Grüne). In dem Bereich hatte es seit Ende November insgesamt acht Risse gegeben, bei denen Tiere wolfssichere Zäune überwanden. Bei zwei Rissen sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. In dem ersten der acht Fälle vom 28. November in Westerhorn war ein Wolf mit der Kennung „GW 924m“ nachgewiesen worden. Der aus Dänemark nach Schleswig-Holstein gekommene Rüde hat bereits mehrfach Schafe außerhalb von wolfssicheren Zäunen gerissen. Er hält sich seit Juni 2018 nachweislich in der Region auf. Laut Ministerium liegen von dem Tier 17 genetische Einzelnachweise vor. Hinweise auf andere Wölfe dort seien nicht bekannt.

Das Ministerium will voraussichtlich Ende der laufenden oder zu Beginn der kommenden Woche über einen Abschuss des Tieres entscheiden. „Das ist eine schwierige Entscheidung“, sagte Umwelt-Staatssekretärin Erdmann. Keine Angaben machte das Ministerium dazu, wer den Antrag gestellt hat. Ein Schäfer, hinter dessen wolfssicheren Zäunen im Kreis Pinneberg Schafe gerissen worden sind, hatte vergangene Woche angekündigt, keinen Antrag auf Abschuss zu stellen: „Ich bin doch nicht lebensmüde“, sagt Stefan Johannsen mit Blick auf die emotional geführte Debatte um das Raubtier. Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass der Abschuss eines Problemwolfs im Sinne des Artenschutzes verhindern solle, dass „bestimmte Verhaltenspraktiken“ Einzug in die Population halten. In der Vergangenheit gab es demnach bereits mehrfach Anträge. Einer von ihnen wurde bewilligt, das Tier ist seitdem jedoch nie wieder aufgetaucht.

Erdmann rechnet mit Klagen gegen den Abschuss eines Wolfs im Norden. Die Behörde stimme sich mit der Landesjägerschaft bei der Suche nach geeigneten Jägern ab. „Die Landesjägerschaft hat uns zugesagt bis Ende dieser Woche eine Rückmeldung zu geben, ob sie geeignete Jäger benennen kann.“  

dpa

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