Niedrigste Zahl in einem Januar seit 1993 

Arbeitslosigkeit steigt

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Saisonbedingt waren im Januar 8,1 Prozent mehr Menschen ohne festen Job als noch im Dezember. 

Kiel - Die Zahl der Arbeitslosen im Land ist im Januar saisontypisch gestiegen. Insgesamt waren im Januar mit 100. 300 Männern und Frauen 8,1 Prozent mehr ohne festen Job als im Dezember, teilte die Agentur für Arbeit gestern mit. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen ist jahreszeitlich zu begründen. Während der Winterpause ruht auf vielen Baustellen und in anderen Außenberufen die Arbeit; auch in den Tourismusregionen des Landens ist weniger Betrieb, viele Menschen verlieren vorübergehend ihren Job.

Dennoch ist der Arbeitsmarkt gut ins Jahr gestartet. So falle der Zuwachs gegenüber dem Vormonat Dezember im Vergleich zu den Vorjahren geringer aus, sagte Regionaldirektionschefin Margit Haupt-Koopmann. Eine Ursache für den geringeren Anstieg sieht die Agenturchefin in der Personalpolitik der Unternehmen. So sei die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit im Vergleich zum Januar 2016 um 9,7 Prozent gesunken. „Die Betriebe halten ihr Personal und sichern sich so ihre Fachkräfte.“

Zugleich ist es die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Januar seit 1993. Gegenüber Januar 2016 sank die Zahl um 4,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,6 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie sieben Prozent. Die niedrigste Quote bei den Kreisen hat Stormarn mit 3,7 Prozent, die höchste Dithmarschen mit 7,7 Prozent. Bei den Städten bildet Neumünster mit einer Quote von 9,9 Prozent das Schlusslicht, Lübeck hat mit 9,1 Prozent die niedrigste Quote.

Sehr positiv hat sich nach Ansicht der Regionaldirektion die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickelt. Ihre Zahl ist – nach den aktuellsten Daten von November – im Vorjahresvergleich um 18 200 oder 1,9 Prozent auf 950 700 gestiegen. Vor allem in den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen (plus 4 300), den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (3 400) und dem Handel (2 100) entstanden neue Jobs. Weniger Beschäftigte gab es im Vergleich zum Januar 2016 im Bereich der öffentlichen Verwaltung/Sozialversicherungen, in der Finanz- und Versicherungswirtschaft sowie im verarbeitenden Gewerbe (jeweils minus 600).

Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) zeigte sich optimistisch für die kommenden Monate. „Perspektivisch kann von einer weiterhin positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ausgegangen werden, zumal sich die kommende Frühjahrsbelebung positiv auf die Bereiche Gastgewerbe, Tourismus und den Garten- und Landschaftsbau auswirken dürfte.“ 

dpa

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