Innerhalb des vergangenen Jahres ist die Arbeitslosenquote im Land um 4,4 Prozent gesunken. Der saisonal typische Anstieg im Dezember ist kein Grund zur Sorge. - Foto: dpa

Dezember-Zahlen so gut wie seit 24 Jahren nicht mehr

Arbeitsmarkt zum Jahresbeginn in Topform

Kiel - Weniger Arbeitslose und mehr Jobs – der Arbeitsmarkt im Norden ist in guter Form. Er verkraftet auch die hohen Flüchtlingszahlen von 2015 und Anfang 2016. Jobmotoren sind das Gesundheitswesen, Dienstleistungen und der Handel.

Ende Dezember waren in Schleswig-Holstein 92.800 Menschen ohne festen Job und damit 4,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Es war die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Dezember seit 1993, berichtete die Agentur für Arbeit am Dienstag. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 6,1 Prozent, nach 6,4 Prozent vor einem Jahr.

Dass die Arbeitslosigkeit zum Vormonat November um 3,8 Prozent zunahm, hat rein jahreszeitliche Gründe: Außenberufe wie der Bau und auch die Gastronomie haben im letzten Monat des Jahres einen geringeren Personalbedarf. „Ein Anstieg der Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat November ist für den Dezember saisonal typisch und daher nicht beunruhigend“, bekräftigte die Regionalchefin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann.

Hohe Nachfrage nach Arbeitskräften

Für 2017 stimmten das weiterhin kräftige Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und die unverändert hohe Arbeitskräftenachfrage positiv. So seien im Lauf des Jahres 2016 rund 73.600 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden – 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Zahl der sozialversicherten Beschäftigten stieg 2016 nach den aktuellsten Angaben vom Oktober um 18 500 (2 Prozent) auf 953 800. Im Gesundheits- und Sozialwesen, bei wirtschaftlichen Dienstleistungen, im Handel und im Baugewerbe entstanden neue Jobs in vierstelliger Höhe.

Gut 17.000 Ausländer waren im Dezember arbeitslos gemeldet und damit 2500 mehr als im gleichen Vorjahresmonat. Die Zunahme geht auf die gestiegene Zahl von Flüchtlingen zurück.

Starker Arbeitsmarkt hilft Integration voranzutreiben

Unter den Kreisen hat derzeit Stormarn mit 3,4 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote und Dithmarschen mit 7,1 Prozent die höchste. Bei den kreisfreien Städten schwankt der Wert zwischen 8,6 Prozent in Lübeck und 9,1 Prozent in Neumünster. Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 ist die Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein im Jahresdurchschnitt von 161.500 auf 95.000 gesunken.

„Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hält weiter an und umfasst fast alle Personen- und Altersgruppen“, kommentierte Staatssekretär Frank Nägele. Einzige Ausnahme seien die arbeitslosen Ausländer. Die Zahlen zeigten, dass die Entwicklung sehr robust sei. Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften werde es auch ermöglichen, die Integration von Schutzsuchenden und die weitere Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit voranzutreiben. 

dpa

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