Es gibt wieder Altkennzeichen, die zum Teil Jahrzente lang verschwunden waren

Auch Eckards holen sich „ECK“

Für Nostalgiker: Autokennzeichen als Identitätsstifter – seit 2012 gibt es verloren geglaubte Altkennzeichen wieder auf dem Markt im Norden. Doch nicht alle Kreise in Schleswig-Holstein machen mit. - Foto: dpa

Lübeck - Die alten Autokennzeichen sind zurück. Seit 2012 gibt es vielerorts auf Wunsch wieder Nummernschilder mit Ortskürzeln, die durch verschiedene Kreisgebietsreformen jahrzehntelang verschwunden waren. Doch während Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen oder Bayern eine Kennzeichen-Nostalgie verzeichnen, sind die Behörden in Schleswig-Holstein eher zurückhaltend. Hier wurden nur die Kennzeichen „ECK“ für Eckernförde und „MED“ für Meldorf wieder eingeführt. Doch die seien bei Fahrzeugbesitzern beliebt, heißt es aus den Kreisverwaltungen.

„Aktuell sind im Kreis Dithmarschen fast 128 000 Fahrzeuge zugelassen, davon tragen 10 200 das Kennzeichen „MED“„, sagte Angela Stahl vom Fachdienst Straßenverkehr des Kreises Dithmarschen. Meldorf war die Kreisstadt des alten Kreises Süderdithmarschen, der schon bei der Verwaltungsreform 1970 mit dem Kreis Norderdithmarschen zum Kreis Dithmarschen verschmolzen wurde. Dessen Autokennzeichen „HEI“ für Heide galt von da an auch für den neuen Kreis.

Auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde haben die Einwohner seit 2012 die Wahl, ob sie ein Kennzeichen mit „RD“ oder mit „ECK“ haben wollen. „Aktuell sind bei uns im Kreis gut 37 000 Fahrzeuge mit ,ECK’ unterwegs, das sind rund 15 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge“, sagte Thomas Sick von der Verkehrsbehörde des Kreises. Das Kennzeichen „ECK“ für Eckernförde war mit der Verwaltungsreform 1970 ebenfalls verschwunden.

„Auch Autofahrer, die Eckard heißen, holen sich unabhängig vom Wohnort das Kennzeichen ,ECK’“, sagte Ulf Evert, Sprecher des ADAC Schleswig-Holstein, der selbst im Kreis Rendsburg-Eckernförde wohnt. Er bestätigte eine Renaissance der Altkennzeichen. Konkrete Zahlen dazu habe der ADAC aber nicht, sagte er.

Weniger Glück haben die Nostalgiker im Kreis Nordfriesland. Dort lehnte der Kreistag die Wiedereinführung der Kennzeichen „HUS“ (Husum), „NIB“ (Südtondern) und „TÖN“ (Eiderstedt) ab. „Der Kreistag begründete seine Entscheidung damals damit, dass der Kreis Nordfriesland eine Einheit sei, was sich auch im Auto-Kennzeichen widerspiegeln sollte“, erklärte Kreissprecher Hans-Martin Slopianka.

Auch im Kreis Ostholstein gibt es keine Bestrebungen, die 1970 abgeschafften Kennzeichen „EUT“ für Eutin und „OLD“ für Oldenburg in Holstein wieder einzuführen. „Die Stadt Oldenburg hätte gerne ihr altes Kennzeichen wieder gehabt, aber alle Gemeinden des ehemaligen Kreises Oldenburg waren dagegen“, sagte Ostholsteins Sprecherin Carina Leonhardt.

Sie verwies darauf, dass auch ein Kennzeichen für einen Landkreis eine regionale Identität und Zusammengehörigkeit ausdrücken können. „Die Abkürzung ,OH’ steht auch für die Anfangsbuchstaben ,Ostsee’ und ,Holstein’ und ist damit auch aus touristischer Sicht vorteilhaft“, sagte Leonhardt.

Ganz verschwunden sind die Abkürzungen „HUS“, „NIB“, „TÖN“, „OLD“und „EUT“ aber noch nicht aus dem Straßenbild. In den Kreisen Nordfriesland und Ostholstein sind nach Angaben ihrer Sprecher noch immer ein paar alte, meist landwirtschaftliche Fahrzeuge mit den früheren Kennzeichen unterwegs. - dpa

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