Nach der Entscheidung zu weiteren Öffnungsschritten in Tourismus und Gastronomie in Schleswig-Holstein bereitet sich die Region vor.  
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Nach der Entscheidung zu weiteren Öffnungsschritten in Tourismus und Gastronomie in Schleswig-Holstein bereitet sich die Region vor.  

Der Norden wird wieder zum Urlaubermagnet

Auf Öffnungskurs

Touristen aus ganz Deutschland wollen jetzt in Schleswig-Holstein Urlaub machen. Das ist möglich.

Urlaubsquartiere seien enorm gefragt, hieß es am Donnerstag aus der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein. „Die Telefone laufen heiß“, sagte Sprecherin Manuela Schütze.

Geimpfte, Genesene und Getestete aus ganz Deutschland dürfen vom 17. Mai an, also noch vor Pfingsten, im Norden Urlaub machen. „Sorgen, dass wir unsere Betten nicht voll bekommen, haben wir nicht“, sagte der Tourismuschef von Timmendorfer Strand, Joachim Nitz. „Die Gäste stehen Schlange, die Sehnsucht der Menschen nach Urlaub ist riesig“. Das spüren auch die schon laufenden Tourismus-Modellprojekte in Nordfriesland, der Schleiregion und in Eckernförde.

Der Norden hat seit Längerem die deutlich niedrigsten Corona-Werte in Deutschland. Viele Details sind noch offen, aber der große Rahmen für die Zeit ab dem 17. Mai steht fest. Hier wesentliche Regelungen:

Tourismus

Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen Gäste empfangen. Wer kommt, muss einen frischen negativen Corona-Test vorlegen und diesen alle drei Tage erneuern. Gäste müssen der Nachverfolgung ihrer Kontakte zustimmen. Gemeinschaftsduschen auf Campingplätzen sind nutzbar, die Sauna und der Whirlpool nicht.

Gastronomie

Restaurants dürfen auch ihre Innenräume öffnen, nachdem Außengastronomie schon erlaubt ist. Ins Lokal hinein dürfen zusammen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten und generell nur Besucher, die einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Um 23 Uhr ist Sperrstunde. Beschäftigte dürfen sich – wie auch in der Hotelbranche – zweimal wöchentlich testen lassen. Lehnen sie Tests ab, dürfen sie keinen Kontakt zu Gästen haben.

Kontaktregeln

Im Freien dürfen sich zehn Personen treffen statt nur fünf aus zwei Haushalten wie bisher. Diese Regel bleibt für den Innenbereich bestehen.

Kinder und Jugendliche

Treffen mit bis zu zehn Personen drinnen und draußen werden in der gesamten Jugend- und Vereinsarbeit möglich. Draußen dürfen sich in festen Gruppen bis zu 20 Kinder treffen.

Sport

Für Gruppen mit maximal 20 Jugendlichen bis 18 Jahre wird auch kontaktintensiver Sport möglich. Freibäder können unter Auflagen für Bahnenschwimmen und Schwimmunterricht öffnen. Gemeinschaftsduschen werden unter Hygieneauflagen geöffnet, Saunen und Whirlpools nicht. Im Freien kann kontaktintensiver Sport generell mit bis zu zehn Personen getrieben werden. Mit Negativtest und ohne Zuschauer werden im Amateursport kontaktarme Wettkämpfe im Freien gestattet.

Freizeit- und Kultureinrichtungen

Sie können die Außenbereiche öffnen bei Wahrung der Abstände und Flächenbeschränkungen. Zugelassen wird die Ausflugsschifffahrt, ein negativer Corona-Test ist erforderlich.

Veranstaltungen

Diese darf es im Freien für Gruppenaktivitäten bis 25 Teilnehmer geben, private Feiern sind noch ausgenommen. Bei Sitzungen sind 50   Teilnehmer möglich. „Situationsangemessen“ sind Schutzmasken zu tragen. Gottesdienste dürfen im Freien bis zu 250 Menschen besuchen.

Reaktionen

Dehoga: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband reagierte erleichtert. „Denn die bisherige Öffnung nur für die Außengastronomie hat ja angesichts des Wetters nicht zu dem Erfolg geführt, den sich die Betriebe gewünscht haben“, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Scholtis. Ein Teil der Unternehmen werde die Krise nicht überstehen.

Unternehmensverbände: UVNord-Präsident Uli Wachholtz sieht einen großen Schritt in Richtung Normalität, auf den viele Betriebe lange gewartet hätten. „Die Unternehmen werden weiterhin alles in ihrer Macht stehende tun, um wie bisher Infektionen zu vermeiden, um die Öffnungsschritte nicht zu gefährden“, versicherte Wachholtz. Beim Impfen dürfe nicht nachgelassen werden. Betriebsärzte sollten die Belegschaft ihrer Unternehmen in den Impfzentren impfen können. „Dies würde zu einem weiteren Turboeffekt führen, aber natürlich, nur wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht“, sagte Wachholtz.

SPD: Die Aussagen der Regierung müssten anders als in der Vergangenheit auch zwölf Tage später noch Bestand haben, sagte Fraktionschef Ralf Stegner. Die Menschen und Betriebe müssten sich darauf verlassen können. „Darum ist auch wichtig, dass in den kommenden Wochen ein Zickzack-Kurs vermieden wird.“ Die Regierung müsse auch funktionierende Absprachen unter den Ländern gewährleisten.  dpa

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