Hunderte Landwirte protestieren in Kiel gegen die aktuelle Agrarpolitik

„Die Auflagen sind zu scharf“

Lange Trecker-Kolonnen wie hier in Kiel prägten gestern das Straßenbild im Land. Foto: Carsten Rehder/dpa

Kiel – Mit rund 1 700 Treckern haben Bauern gestern in Kiel und Hamburg für mehr Unterstützung durch Politik und Gesellschaft demonstriert. Die Landwirte fordern eine größere öffentliche Wertschätzung, die Einbeziehung ihrer Positionen in politische Entscheidungen, faire Lebensmittelpreise und klare wirtschaftliche Perspektiven. Geplante schärfere Umweltauflagen lehnen sie als existenzgefährdend ab.

„Die Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagte Schleswig-Holsteins Landwirtschafts- und Umweltminister Jan Philipp Albrecht von den Grünen. Es müsse politisch geklärt werden, wie sie in den nächsten 20 bis 40 Jahren arbeiten sollen. Wenn sie aufgrund neuer Vorgaben Ställe umbauen sollen, bräuchten sie dafür finanzielle Unterstützung.

Hinter den Aktionen steht die Bewegung „Land schafft Verbindung“. Die An- und Abfahrt der Trecker behinderte auch den Straßenverkehr in Kiel. Die Polizei sprach von 1 000 Treckern und bis zu 1 800 Teilnehmern in der Landeshauptstadt.

Der Unmut der Bauern richtet sich besonders stark gegen die neue Düngemittelverordnung, die Anfang April im Bundesrat beschlossen werden soll. Demnach sollen die Bauern weniger Dünger ausbringen dürfen, was die Erträge fallen ließe. „Die Auflagen sind zu scharf“, sagte der Dithmarscher Bauer Christian Köhler. „Die regionale Erzeugung wird durch die Düngeverordnung und die Nutztierverordnung gefährdet“, sagte die Landesvorsitzende des Vereins Land schafft Verbindung, Uta von Schmidt-Kühl.

Ärger machte sich breit wegen der Abwesenheit von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Albrecht verwies auf andere wichtige Termine: Günther informierte sich im internen Führungsstab im Gesundheitsministerium über die Lage in Sachen Coronavirus.  dpa

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