Diffuses Ausbreitungsgeschehen: Mehrere Infektionsstränge ziehen sich derzeit durch Flensburg.
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Diffuses Ausbreitungsgeschehen: Mehrere Infektionsstränge ziehen sich derzeit durch Flensburg.

Maßnahme gilt ab Samstag zwischen 21 und 5 Uhr, zunächst eine Woche lang

Ausgangssperre in Flensburg

Flensburg – Wegen des starken Corona-Infektionsgeschehens gelten für Flensburgs Einwohner von Samstag an eine Woche lang Ausgangsbeschränkungen. Sie betreffen den Zeitraum von 21 bis 5 Uhr. Das kündigte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther am Mittwoch in Kiel an. Zudem gelte ein Verbot privater Treffen. Lange Zeit hat es in Flensburg relativ wenige Corona-Fälle gegeben.

Doch seit Mitte Januar steigen die Infektionszahlen erheblich. Mittlerweile rangiert die Stadt mit 181,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen auf Platz sieben der deutschen Kreise und kreisfreien Städte. Als Ursache wird die Verbreitung der in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7 vermutet. Mittlerweile lässt sich nach Angaben der Stadt etwa ein Drittel aller seit Mitte Januar bestätigten Fälle auf sie zurückführen.

Auch bundesweit breitet sich die in Großbritannien entdeckte Variante des Coronavirus schnell aus. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts stieg ihr Anteil an den untersuchten positiven Proben binnen zwei Wochen von knapp sechs auf mehr als 22   Prozent, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Das Flensburger Corona-Geschehen ist nach Ansicht des Leiters der Landesmeldestelle, Helmut Fickenscher, ursprünglich vor allem auf Aktivitäten einer größeren Personalvermittlungsfirma zurückzuführen. „Diese haben mehrere größere Betriebe im Raum Flensburg und auch in Dänemark betroffen“, sagte der Infektionsmediziner. „Und das hat sich in der Bevölkerung in Flensburg und in angrenzenden Gebieten des Kreises Schleswig-Flensburg fortgesetzt.“ Betroffen seien vor allem Menschen im Umfeld infizierter Beschäftigter dieser Firmen.

Laut Stadt konnte im Januar ein Großteil der Neuinfektionen noch auf eine illegale Silvesterfeier in Dänemark zurückgeführt werden, an der auch Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen teilnahmen, die in Flensburg wohnen. Mittlerweile sei das Ausbruchsgeschehen diffuser. „Wir haben ganz viele Stellen, wo das Virus auftaucht“, berichtete Teschendorf. Selbst Fälle, die auf den ersten Blick zusammengehören, tun dies nicht unbedingt. So gab es kürzlich beispielsweise in einem Flüchtlingswohnheim sechs Fälle aus drei verschiedenen Strängen. dpa

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