Künftig regelmäßig deutsch-dänische Hochschulgipfel

Austausch über die Grenze hinweg

Mit Blick auf die Wirtschaft wollen sich Deutschland und Dänemark enger vernetzen. - Foto: Carsten Rehder

Kiel - Im engen Schulterschluss mit der Wirtschaft wollen die Hochschulen in der deutsch-dänischen Grenzregion ihre Zusammenarbeit konsequent ausbauen. „Es geht darum, innovative Ideen von Hochschulen und Unternehmen aus der Region in konkrete gemeinsame Projekte zu übersetzen“, erklärte Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) gestern in Flensburg nach einem deutsch-dänischen Hochschulgipfel.

Europaministerin Anke Spoorendonk (SSW) ergänzte: „Wenn wir die Wirtschaft über die Grenze hinweg enger miteinander vernetzen wollen, dann ist der Austausch zwischen Hochschulen und Wirtschaft unentbehrlich.“ Die Region solle in Zeiten von Globalisierung und Internationalisierung mithalten können.

Künftig wird es regelmäßig deutsch-dänische Hochschulgipfel geben. In Flensburg waren auf dem Campus der beiden örtlichen Hochschulen rund 80 Spitzenvertreter beiderseits der Grenze zusammengekommen. Eingeladen hatten Schleswig-Holsteins Landesregierung, die Region Süddänemark und das dänische Wissenschaftsministerium. Das Format solle zu einer festen Veranstaltung entwickelt werden, sagte Alheit.

„In der Grenzregion gibt es gute Perspektiven für Wachstum und neue Arbeitsplätze“, sagte die dänische Wissenschaftsministerin Ulla Tørnæs. „Aber der Mangel an hochqualifizierten Arbeitskräften kann verhindern, dass Potenziale voll ausgenutzt werden. Deshalb freue ich mich darüber, dass wir gemeinsam die Bildungsmöglichkeiten beiderseits der Grenze verbessern wollen.“

Das Wissenschaftsministerium wird zu Arbeitstreffen des bereits bestehenden Hochschul-Arbeitskreises einladen: Das soll zum einen die Fortführung eines grenzüberschreitenden Forums nach dem Wegfall des Projekts „Wissensregion“ sichern. Zum anderen sollen die Hochschulen die Möglichkeit haben, sich auf Arbeitsebene direkt und unkompliziert an die Regierungen in Kopenhagen, Vejle und Kiel zu wenden. Sowohl für die Europa-Universität Flensburg als auch für die Hochschule Flensburg sei die grenzübergreifende Perspektive integraler Bestandteil des eigenen Profils, sagte Alheit.

Auch die Präsidenten der Flensburger Hochschulen hoben die Chancen der Kooperation hervor. „Die Hochschule Flensburg kooperiert seit langer Zeit und erfolgreich in zahlreichen grenzübergreifenden Interreg-Projekten“, betonte Professor Holger Watter. Der Präsident der Hochschule Flensburg möchte gerne noch mehr Kooperationen eingehen.

„Die Europa-Universität Flensburg kann auf fast 25 Jahre deutsch-dänische Studiengänge zurückblicken und ist damit ein Paradebeispiel für grenzüberschreitende Hochschulzusammenarbeit“, erklärte Professor Werner Reinhart, Präsident der Europa-Universität Flensburg. „Wir sind stolz auf unsere intensive Zusammenarbeit mit den dänischen Hochschulen der Region und freuen uns, dass die Ministerien beider Länder die Bedeutung grenzüberschreitender Forschung und Lehre anerkennen und fördern.“

Kritik an Dänemark übte der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Rasmus Andresen. Der Flensburger Campus habe sich zwar positiv entwickelt. „Es ist allerdings kontraproduktiv, dass durch Kürzungen auf dänischer Seite die grenzüberschreitende Hochschulkooperation leidet.“ Den Auftritt der dänischen Ministerin Ulla Tørnæs bezeichnete Andresen als „enttäuschend“. - dpa

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