Einen Zwischenstopp zum Auftanken der Reserven für den Weiterflug in ihre arktischen Brutgebiete legen Tausende Ringelgänse in jede Jahr an der schleswig-holsteinischen Westküste ein.
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Einen Zwischenstopp zum Auftanken der Reserven für den Weiterflug in ihre arktischen Brutgebiete legen Tausende Ringelgänse in jede Jahr an der schleswig-holsteinischen Westküste ein.

Ringelganstage auf den Halligen müssen auch in diesem Jahr ausfallen

Bastelbögen statt fröhlicher Feiern

Hooge – Zehntausende Ringelgänse treffen sich zurzeit im Wattenmeer. Die Tiere unterbrechen ihren Zug in die nordischen Brutgebiete für eine wochenlange Rast im Wattenmeer, um sich für die Weiterreise ein Fettpolster anzufressen. Jedes Frühjahr machen rund 75 000 dunkelbäuchige Ringelgänse (Branta bernicla bernicla) im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer Station – 40 000 davon auf den Halligen, der Rest auf den Inseln und im Festlandbereich, berichtet Nationalparkranger Martin Kühn.

Damit ist hier im Frühjahr knapp ein Drittel des Weltbestandes dieser Unterart zu sehen. Dieser wird auf etwa 250 000 geschätzt.

Normalerweise werden im April und Mai rund um die Rast der Vögel auf den Halligen die Ringelganstage gefeiert  – damit sind die Ringelgänse nach Angaben der Nationalparkverwaltung die einzigen Wattenmeervögel, denen ein eigenes Fest gewidmet ist. Dieses Jahr fallen die Veranstaltungen pandemiebedingt zum zweiten Mal in Folge aus.

Um den Vogel trotzdem ein bisschen zu feiern, können unter www.ringelganstage.de Bastelbögen heruntergeladen und bunt gestaltet werden. Die fertigen Vögel können bis zum 8. Mai an die Nationalparkverwaltung in Tönning geschickt werden. „Hier sammeln sich dann all Eure bunten Ringelgänse und verbinden sich zu einem einzigen Schwarm. So können wir zwar alle nicht persönlich vor Ort sein, sind aber doch auf besondere Art und Weise miteinander verbunden“, teilte die Nationalparkverwaltung zu der Aktion mit. Zudem wurde als „Vertröster“ ein kurzer Film gedreht, der ebenfalls unter anderem auf der Seite www.ringelganstage.de zu sehen sein wird.

Schleswig-Holsteins Westküste ist den Angaben zufolge für die Tiere als Rastplatz überlebenswichtig: Um die Strapazen des bis zu 5 000 Kilometer langen Flugs zu den Brutgebieten in Sibirien zu bewältigen, muss die Gans sich ein Fettdepot angefuttert haben, wenn sie zwischen Mitte und Ende Mai gen Nordosten aufbricht. Pro 100 Kilometer Flugstrecke benötigen sie etwa acht Gramm Fett. Um 400 Gramm Fett zuzulegen, muss sie 18 Kilogramm Gras fressen, sagte Kühn.  dpa

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