Bezahlbarer Wohnraum knapp

Bauminister Grote will sozialen Wohnungsbau im Norden ankurbeln

+
Vor allem in den Städten ist bezahlbarer Wohnraum mau. Grote will günstigen Wohnungsbau ermöglichen.

Kiel - Bauminister Hans-Joachim Grote (CDU) will mit Bürokratieabbau bessere Rahmenbedingungen für den sozialen Wohnungsbau schaffen. „Es gibt viel zu viele Normen und Richtlinien, die das Bauen unnötig teuer machen“, sagte Grote. Mindeststandards zur Gefahrenabwehr müssten natürlich eingehalten werden. „Aber muss wirklich jede Norm, auch für Wasserhähne und Türdrücker, vertraglich vereinbart werden?“

Bezahlbarer Wohnraum steht im Mittelpunkt der Konferenz der Bauminister der Länder und des Bundes heute und am Freitag in Kiel. „Über allem steht die Frage, wie wir es schaffen, in den Bundesländern für die Menschen mehr Bauland und mehr Wohnraum bereitstellen zu können“, so Grote. Ansatzpunkte könnten eine Verdichtung der Innenstädte, der Ausbau von Dachgeschossen zu Wohnungen oder die stärkere Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene sein. „Wir denken auch über einen stärkeren mehrgeschossigen Wohnungsbau im ländlichen Raum nach.“

Einen positiven Effekt verspricht sich der norddeutsche Ressortchef auch von einer stärkeren Angleichung der Bauordnungen in den Ländern. Dadurch würden Bauplanungen in unterschiedlichen Bundesländern für Architekturbüros einfacher und damit auch kostengünstiger, sagte Grote.

Noch bis Ende des Jahres laufe das größte Wohnraumförderprogramm in der Geschichte des Landes, sagte Grote. „Allein im vergangenen Jahr haben wir mehr als 1 700 neue Wohnungen gefördert.“ Für die Jahre 2019 bis 2022 stehen weitere 700 Millionen Euro für den Sozialen Wohnungsbau bereit.

Der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) begrüßte den geplanten Vorstoß Grotes auf der Bauministerkonferenz. „Die Landesregierung in Kiel hat verstanden, worum es geht“, sagte VWN-Direktor Andreas Breitner. Ein gemeinsamer Grundsockel im bundesdeutschen Baurecht sei überfällig. „Wir brauchen ein einheitliches Bundesbaurecht. Dazu gehören Typengenehmigungen.“ In einem Bundesland genehmigte Wohngebäude müssten auch an anderer Stelle ohne aufwendige Prüfungsverfahren errichtet werden können. Bürgermeister sollten rasch Voraussetzungen für den Bau bezahlbarer Wohnungen schaffen, sagte Breitner. „Dazu gehört die Stärkung der Ortskerne und auch der Verzicht auf die Ausweisung eines neuen Einfamilienhausgebietes.“

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.