Gericht verurteilt Todesschützen von Bargteheide wegen Mordes

Es bleibt bei lebenslang

Der Angeklagte ist bereits 2017 wegen Mordes an seiner Ex-Freundin zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil allerdings wegen eines Formfehlers aufgehoben. Foto: dpa

Lübeck – Es bleibt bei lebenslanger Haft. Auch in der zweiten Auflage des Prozesses gegen den Todesschützen von Bargteheide verurteilte das Lübecker Landgericht gestern den Angeklagten wegen Mordes an seiner Ex-Freundin zu lebenslanger Haft. „Auch die erneute Beweisaufnahme hat zweifelsfrei ergeben, dass der Angeklagte seine 28 Jahre alte Ex-Freundin im August 2016 in einen Hinterhalt gelockt und mit drei Schüssen getötet hat“, sagte der Vorsitzende Richter Kai Schröder.

„Wir werden erneut einen Revisionsantrag stellen“, kündigte Verteidiger Gerd-Manfred Achterberg nach der Urteilsverkündung an. Die Kammer habe eine mögliche eingeschränkte Steuerungsfähigkeit seines Mandanten durch Kokainkonsum nicht ausreichend berücksichtigt, sagte Achterberg.

Dem 37 Jahre alten Angeklagten – sonnengebräuntes Gesicht, orangefarbenes T-Shirt, das den Blick auf seine tätowierten Arme freigibt – war deutlich anzumerken, dass er ein anderes Urteil erhofft hatte. Der Gerüstbauer und Bodybuilder hatte im Prozess zwar gestanden, auf seine Ex-Freundin geschossen zu haben. Er hatte die tödlichen Schüsse jedoch als Unfall geschildert.

Er habe sich wegen seiner hohen Drogenschulden in seiner Wohnung das Leben nehmen wollen. Seine ehemalige Lebensgefährtin sei dazu gekommen und habe ihm die Waffe weg nehmen wollen. Dabei hätten sich zwei Schüsse gelöst, die die junge Frau tödlich getroffen hätten, hatte er erklärt. „Das kann nicht stimmen“, sagte Schröder in der Urteilsbegründung. „Am Tatort wurden drei Projektile gefunden, die eindeutig aus der Waffe des Angeklagten stammen“, sagte er. Außerdem habe ein Waffensachverständiger ausgesagt, dass sich bei der Tatwaffe ein unbeabsichtigter Schuss höchstens dann hätte lösen können, wenn der Angeklagte mit einem Hammer draufgeschlagen hätte.

Täter und Opfer waren rund vier Jahre lang ein Paar gewesen. Im März 2016 trennte sich die die 28-Jährige von dem als gewalttätig geltenden Angeklagten. Eine Gutachterin hatte den 37-Jährigen als herrschsüchtig, cholerisch und ungehemmt eigensüchtig geschildert.

„Sie haben nach unserer Überzeugung Ihr Opfer gezielt in Ihre Wohnung gelockt und aus dem Hinterhalt dreimal auf sie geschossen, weil Sie es nicht hinnehmen wollten, dass sich Ihre Freundin endgültig von Ihnen trennen wollte“, sagte Schröder. Damit seien gleich zwei Mordmerkmale – Heimtücke und niedere Beweggründe – erfüllt. „Deshalb kann es nur eine lebenslange Haftstrafe geben“, folgerte er.  dpa

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