Blitze über Fehmarnsund-Brücke
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Blitze leuchten über der Fehmarnsund-Brücke.

Blitz-Atlas 2015

Wenig Blitzeinschläge zwischen Nord- und Ostsee

Kiel - Im Norden Deutschlands sind im Jahr 2015 die wenigsten Blitze eingeschlagen. In der Stadt Kiel gingen nach einem am Dienstag vom Technologiekonzern Siemens vorgestellten Blitz-Atlas im bundesweiten Vergleich am wenigsten Blitze pro Quadratkilometer zur Erde nieder.

In der Landeshauptstadt waren es rein rechnerisch 0,18 Blitze, um Plön herum 0,23. In absoluten Zahlen zählten die Messstationen für Kiel 20 (2014: 65) Einschläge, für den Landkreis Plön 249 (777).

Auch in den vergangenen 16 Jahren zählten diese beiden Regionen im Norden zu den blitzärmsten, top ist diesbezüglich auch der Landkreis Schleswig-Flensburg mit 0,59 Blitzen pro Quadratkilometer (qkm). Für Flensburg allein wurden im Berichtsjahr 17 (2014: 20) Einschläge registriert. Neumünster wartete mit 27 Blitzen im Jahr 2015 (Vorjahr: 39) auf, der Landkreis Segeberg mit 519 (1269).

Schleswig-Holstein war unter den Bundesländern das auf Blitzdichte bezogen am zweitschwächsten betroffene Gebiet vor dem Saarland (0,7 Blitze pro qkm). Im hohen Norden wurden zwar 11 984 dieser Naturphänomene gezählt, anders ausgedrückt aber nicht einmal ein Blitz (0,76) pro Quadratkilometer.

Sachsen bei Blitzen an der Spitze

Sachsen steht an der Spitze der Blitz-Tabelle, dort waren es mehr als 2,3 Blitze, die Kontakt mit der Erdoberfläche oder Gebäuden hatten. Die Zahl der Blitzeinschläge hänge von den jeweiligen Temperaturen und der Großwetterlage ab, teilte Siemens mit. "Genau vorhersagen lassen sich Blitze dabei nicht."

Bundesweit zählte Siemens im vergangenen Jahr 549 784 Blitze. Das sind vergleichsweise wenige: Im Spitzenjahr 2007 wurden mit 1,14 Millionen mehr als doppelt so viele Blitze registriert. "Im Jahr 2015 gab es in Deutschland auffallend wenige Gewitter", erklärte Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes. Blitz-Hauptstadt 2015 ist die bayerische Stadt Schweinfurt, gefolgt vom Erzgebirgkreis.

Siemens ortet über Messstationen im ganzen Land die Einschläge bis auf 200 Meter genau. Das elektromagnetische Signal kommt an unterschiedlichen Messpunkten zu unterschiedlichen Zeiten an. Aus der Differenzzeit kann der Ort des Treffers berechnet werden.

dpa

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