Böllerverbote bleiben im Norden die Ausnahme

In Kiel, Lübeck und Hamburg darf an Silvester weiterhin geböllert werden. Foto: dpa

Lübeck/Sylt – Der Vorstoß der Deutschen Umwelthilfe für ein Böllerverbot in Städten läuft im Norden weitgehend ins Leere. In Hamburg, Kiel und Lübeck sind keine Verbote privater Silvester-Feuerwerke geplant. Die Umwelthilfe hatte ihren Vorstoß mit der Feinstaubbelastung begründet. Sie beantragte nach eigenen Angaben Feuerwerk-Verbote in 98 deutschen Städten, darunter auch Brunsbüttel, Flensburg, Hamburg und Kiel. Lübecks Stadtsprecher Hansjörg Wittern sagte, Anträge verschiedener Fraktionen, Feuerwerke zu verbieten oder einzuschränken, hätten keine Mehrheit gefunden. Das Zünden von Böllern sei im Umkreis von bis zu 200 Metern von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reetdach- und Fachwerkhäusern verboten.

Auch die Stadt Kiel hält ein Verbot der Böller zur Luftreinhaltung nicht für sinnvoll. Flensburg arbeitet gemeinsam mit der Hochschule an einem alternativen Angebot für den Jahreswechsel 20/21 etwa mit einer Lichtshow. Im zu Lübeck gehörenden Ostseebad Travemünde dürfen Bürger neben dem offiziellen Feuerwerk weiterhin am Strand böllern und Raketen starten lassen. In Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein) gibt es bei der Strandparty zum Jahreswechsel dagegen erstmals statt eines Feuerwerks eine umweltgerechte Laser- und Pyro-Show.

Auf Sylt herrscht dagegen ganzjährig Feuerwerksverbot. Anlass ist laut Ordnungsamt der Schutz der zahlreichen reetgedeckten Gebäude. Diese stellen für die Feuerwehr ein Brandrisiko dar. Ganz aufs Feuerwerk verzichten müssen Sylturlauber aber nicht: Am Hörnumer Hafen wird mit einem offiziellen Feuerwerk das neue Jahr begrüßt. Auf der südlichen Nachbarinsel Amrum geht es noch ruhiger zu. Nicht nur privates Feuerwerk ist tabu. Es gibt auch kein offizielles Feuerwerk. Auch auf Föhr ist das Abbrennen von Chinaböllern, Raketen und Kanonenschlägen untersagt. An Silvester wird aber eine Ausnahme gemacht: An Stränden und Deichen darf geböllert werden, sofern im Umkreis von 200 Metern keine Häuser stehen.  dpa

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