Brechdurchfall im Grömitzer Camp

Ein Kind mit Mundschutz steht im Jugendcamp Grömitz. In dem Zeltlager mussten Kinder aus der Region Hannover und Betreuer wegen Magendarm-Beschwerden vorsichtshalber in einem Krankenlager vom restlichen Zeltlager behandelt worden. Foto: Carsten Rehder/Dpa

Großalarm im Jugendcamp Grömitz: 49 Kinder und zwei Betreuer erkrankten an Brechdurchfall. Weil es zu wenige Krankenhausplätze gibt, wird ein isoliertes Krankenlager aufgebaut. Die Ursache für die Beschwerden ist noch unklar.

VON MARLENA GAUL UND MATTHIAS HOENIG

Grömitz – Mehrere Jugendgruppen und zwei erwachsene Betreuer sind in einem Zeltlager in Grömitz an der Ostsee an Brechdurchfall erkrankt. Sie wurden auf dem Gelände des Jugendcamps Grömitz im Haupthaus isoliert und in einem mobilen Krankenlager behandelt, sagte eine Sprecherin des Kreises Ostholstein gestern. In Zelten habe niemand übernachten müssen. Betroffen waren am Mittwoch und in der Nacht zu gestern 49 Kinder zwischen 12 und 17 Jahren sowie die beiden Betreuer. Zunächst war von 45 Kindern die Rede gewesen. Es sollte sich um Schüler aus der Region Hannover handeln. Helfer in Schutzanzügen und mit Mundschutz kümmerten sich um die Kranken.

Das mobile Krankenlager wurde errichtet, weil es an Kapazitäten in den umliegenden und weiter entfernten Krankenhäusern fehlte. Der Rettungsdienst, das Deutsche Rotes Kreuz, Malteser und Johanniter waren im Einsatz. Der Fachdienst Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit des Kreises nahm Proben. Sie werden im Labor ausgewertet. Ein Ergebnis über die Ursache der Beschwerden soll frühestens am Montag vorliegen. Denkbar sind ein Virus oder aber auch verdorbene Lebensmittel.

Die Symptome ließen im Laufe des Tages bei den meisten Kindern nach. „Keiner der Betroffenen ist schwer erkrankt“, sagte die Kreissprecherin. Einige Mädchen und Jungs wurden bereits von ihren Eltern abgeholt. Die meisten Genesenen sollten mit Bussen abreisen. Gestern Nachmittag hatten noch vier Kinder Beschwerden. Deren Rückfahrt nach Hause wurde bereits organisiert.

Um 17 Uhr am Mittwoch hatte die Integrierte Regionalleitstelle Süd dem Kreis Ostholstein akuten Brechdurchfall gemeldet – zu dem Zeitpunkt von 15 Kindern. Daraufhin wurden die Erkrankten durch den Rettungsdienst untersucht und vom Zeltlager isoliert. „Der Campingplatz ist momentan normal in Betrieb. Das ist auch im September noch ein beliebtes Reiseziel“, sagte ein Sprecher der Leitstelle. Die Isolation sollte ein Ausbreiten der Krankheit vermeiden.

Das Jugendcamp Grömitz liegt nur wenige Schritte hinter den Dünen des Ostseestrandes. Die Anlage mit Zelten, Campinghütten und Zimmern im Festhaus hat, wie es auf der Homepage heißt, Kapazität für knapp 900 Personen.  dpa

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