Prozess um eskalierten Familienstreit beginnt

Brüder wegen versuchten Mordes vor Gericht

Flensburg – Zwei Brüdern wird seit Mittwoch am Landgericht Flensburg der Prozess gemacht. Die beiden sollen im Juli 2018 versucht haben, ihren Onkel zu töten. Sie sollen den Bruder ihres Vaters bei einer Familienfeier in Witzwort zu Boden geschlagen, ihn abwechselnd mindestens zehnmal heftig gegen den Kopf getreten und mit dem Tod bedroht haben. Erst als eine Cousine dazukam, ließen die 20-jährigen von ihrem Onkel ab, sagte der Staatsanwalt. Laut Anklage ist der Onkel am 1. Juli gegen 2.30 Uhr vor das Gebäude getreten, in dem gefeiert wurde. Seine Neffen folgten ihm. Die zwei sollen zu ihm gesagt haben, dass ihr Vater gesagt habe, er „labere und er müsse weg“, schilderte der Staatsanwalt. Anschließend schlugen sie ihn laut Anklage mit Fäusten ins Gesicht und sagten unter anderem „wir machen dich kaputt“. Als der Onkel am Boden lag, sollen sie gegen dessen Kopf getreten haben. Das Opfer erlitt unter anderem eine Schädelfraktur und Schädelprellungen. Den Angeklagten sei bewusst gewesen, dass solch heftige Tritte gegen den Kopf tödlich sein könnten, sagte der Vertreter der Anklagebehörde. Erst als eine Cousine der Angeklagten, die das Opfer suchte, die beiden sah und schrie, sie sollten aufhören, hätten sie von dem Mann abgelassen.

Zwischen dem Vater der Angeklagten und dem Opfer habe es seit Jahren Spannungen gegeben, sagte der Staatsanwalt. Unter anderem weil beide in derselben Branche tätig waren. Einer der beiden musste Insolvenz anmelden. Zu einem offenen Streit oder einer körperlichen Auseinandersetzung sei es aber nie gekommen.

Auch zwischen den Angeklagten und ihrem Onkel habe es keinen Streit gegeben. Am Abend der Tat sei man sich aus dem Weg gegangen. Was der Auslöser für die Eskalation des schwelenden Konflikts war, ist unklar. Die Verhandlung geht am 5. April weiter.  dpa

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