Unberührte Natur: Wenn es nach dem BUND geht, soll das auch künftig so bleiben. Eine Siedlung auf grünen Wiesen zerstöre nämlich Biotope.
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Unberührte Natur: Wenn es nach dem BUND geht, soll das auch künftig so bleiben. Eine Siedlung auf grünen Wiesen zerstöre nämlich Biotope.

Naturschützer fordern weniger Versiegelung und mehr Nachhaltigkeit

BUND kritisiert hohen Flächenverbrauch

Kiel – Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat von der Landesregierung strenge Vorgaben für den Flächenverbrauch – die Versiegelung von landwirtschaftlichen und naturbelassenen Flächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen – gefordert. Schleswig-Holstein zähle zu den Schlusslichtern unter den Bundesländern, sagte Landesgeschäftsführer Ole Eggers gestern. Laut Statistikamt Nord habe der tägliche Flächenverbrauch 2018 bei 3,1 Hektar gelegen. Um die Ziele der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung einzuhalten, sei im Norden jedoch bis 2030 eine Senkung des Flächenverbrauchs auf 1,3 Hektar nötig.

Nach Angaben des Verbands ist der Flächenverbrauch vor allem in ländlichen, häufig stagnierenden oder schrumpfenden Regionen des Landes besonders hoch. Eggers kritisierte, dass der Landesentwicklungsplan der Nachhaltigkeitsstrategie nicht genügend Rechnung trage. Diese sehe bis 2050 vor, unterm Strich überhaupt keine zusätzlichen Flächen mehr durch Gewerbegebiete, Wohngegenden oder Straßen zu verbrauchen.

Die Naturschützer schlagen vor, sich bei der Senkung des Flächenverbrauchs Zwischenziele zu setzen, konkret eine Reduzierung bis 2024 auf 2,4 und bis 2027 auf 1,8 Hektar pro Tag in Schleswig-Holstein. Die Verantwortung für den „aus dem Ruder gelaufenen Flächenverbrauch“ dürften zudem nicht weiter ehrenamtlich in den Bauausschüssen der Kommunen aktive Kommunalvertreter tragen. Eggers schlug einen Zertifikatehandel vor. Verzichtet eine Gemeinde zugunsten einer anderen auf den ihr zustehenden Flächenzuwachs, könnte sie einen Ausgleich erhalten.

Der Verband verwies auf die ökologischen Folgen des Flächenverbrauchs. „Durch die Siedlung auf der grünen Wiese werden Biotope zerschnitten“, sagte BUND-Projektleiter Merlin Michaelis.  dpa

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