Lars Harms im Landtag.
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Lars Harms im Landtag.

Modell ist in Teilen korrekturbedürftig – sagt der SSW

Corona-Stufenplan ungerecht?

Kiel – Der Südschleswigscher Wählerverband (SSW) hält erste Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen ab Mitte dieses Monats für möglich. „Ich glaube das schon, jedenfalls dann, wenn die Inzidenzwerte entsprechend sinken“, sagte der Vorsitzende der Landtagsgruppe, Lars Harms, auf Nachfrage. Am Stufenplan des Landes für Lockerungen sollte es aus seiner Sicht einige Korrekturen geben.

„Gleiches muss auch gleich behandelt werden“, sagte Harms. So sei es nicht richtig, bei weiter gesunkenen Infektionszahlen Kneipen und Bars später zu öffnen als die Speisegastronomie. „Abstände kann man auch in anderen Gastronomiebereichen einhalten.“

Es sei auch gut, Friseursalons relativ frühzeitig öffnen zu wollen, sagte Harms. Dies sollte dann aber auch für Nagelstudios gelten. „Dort tragen Dienstleister und Kunde eine Maske und dazwischen ist sogar noch eine Plastikscheibe und man reicht nur die Hände durch zum Fingernagellackieren.“ Diese Studios sollten wie Sonnenstudios auch die Chance einer frühen Öffnung bekommen, sagte Harms.

Änderungsbedarf sieht Harms auch beim Sport. Aus seiner Sicht sollten Mannschaftssportler die Möglichkeit bekommen, kontaktarme Übungen zu machen, zum Beispiel Lauftraining oder das Üben von Flanken und Elfmeterschießen im Fußball. „Das sieht der Landessportverband genauso.“

Von der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch erwarte er eine Verständigung auf ein Modell für kleine Öffnungen entsprechend der jeweiligen Infektionslage, sagte Harms. „Das ist ganz wichtig für die Perspektive der Menschen. Wo man sich viel Mühe gibt und Erfolg hat, soll man auch wieder Dinge öffnen können.“

Grundsätzlich sollte der jeweilige Inzidenzwert, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, der Maßstab für landesweite Maßnahmen sein, bekräftigt der SSW. Bei Ausbrüchen in einer Kommune sollten dort aber schnell darüber hinaus reichende Verschärfungen greifen, so Harms. „Wenn beispielsweise ganz Schleswig-Holstein eine Inzidenz von 35 hat und in drei Altenheimen in Husum Corona ausbricht, sind dort natürlich andere Maßnahmen erforderlich.“ dpa

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