Keine Verbesserung bei Rückenleiden

DAK-Studie: Deutlicher Anstieg der Krankenhausaufenthalte

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Physiotherapie, Tapeverbände und Schmerzmittel sollen Rückenschmerzen bekämpfen.

Kiel - Mit Rückenschmerzen quält sich nach Angaben der Krankenkasse DAK eine große Mehrheit der Beschäftigten in Schleswig-Holstein. Mehr als 1,1 Millionen Erwerbstätige seien im vergangenen Jahr betroffen gewesen und damit 80 Prozent aller Beschäftigten, teilte die DAK mit. Fast jeder Dritte habe aktuell Beschwerden. Aus dem Gesundheitsreport der Kasse geht hervor, dass die Zahl der Fehltage bei über einer Million lag. Die Kasse stützt sich bei ihren Hochrechnungen auf eigene Daten sowie auf Umfrage-Ergebnisse. Rückenschmerzen seien der dritthäufigste Grund für Krankschreibungen, hieß es.

Die Zahl der Klinikaufenthalte infolge von Rückenleiden ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Allerdings geht nur eine Minderheit der Betroffenen wegen der Schmerzen überhaupt zum Arzt. „Das gesundheitspolitische Ziel, das Problem Rücken in den Griff zu bekommen, wurde nach den Ergebnissen unserer Studie nicht erreicht“, kommentierte Cord-Eric Lubinski, der Leiter der DAK-Landesvertretung. Die Angebote bei Prävention und Versorgung müssten auf den Prüfstand.

Die Zahl der Krankenhausfälle wegen Rückenschmerzen stieg laut DAK im Jahr 2016 auf 4 900. Das seien 45 Prozent mehr gewesen als 2007. Mehr als die Hälfte der Patienten kam als Notfall in die Klinik. Schleswig-Holsteiner werden allerdings deutlich seltener wegen Rückenleiden in Krankenhäuser aufgenommen als der Durchschnitt der Deutschen.

„Rückenschmerz den Kampf ansagen“

Neun Prozent aller Krankschreibungen im Land wurden 2017 mit Rückenproblemen begründet. „Trotz eines verstärkten Engagements im betrieblichen Gesundheitsmanagement gibt es keine signifikante Verbesserung“, sagte Lubinski. „Wir müssen dem Rückenschmerz den Kampf ansagen und gemeinsam mit den Unternehmen das Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten.“

Den DAK-Angaben zufolge ist im vergangenen Jahr nicht einmal jeder dritte (29 Prozent) der von Rückenschmerzen Betroffenen deswegen zum Arzt gegangen. Jeder zweite Patient wurde mit Physiotherapie und Schmerzmitteln behandelt.

Der Zusammenhang zwischen Stress und Rückenschmerzen sei dabei fast gar nicht thematisiert worden. „Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden“, forderte Lubinski. - dpa

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