Dank des milden Wetters stiegen die Zahlen im vergangenen Dezember geringer als üblich

Die wenigsten Arbeitslosen seit 1992

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Trotz eines saisonal bedingten Anstiegs um 2800 Arbeitslose im Dezember gegenüber dem November bewertet die Arbeitsagentur die Entwicklung positiv.

Kiel - Die Zahl der Arbeitslosen im Land ist im Dezember um 2800 auf 97000 gestiegen. „Ein Anstieg der Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat November ist für den Dezember saisonal typisch“, erläuterte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur, gestern in Kiel.

Der saisonale Anstieg sei aber deutlich schwächer als im Schnitt der vergangenen drei Jahre (plus 3600). Das sei dem milden Winter zu verdanken, denn in vielen Außenberufen habe weitergearbeitet werden können. Man habe die geringste Arbeitslosenzahl in einem Dezember seit 1992 verzeichnet, betonte Haupt-Koopmann.

Von 6,2 auf 6,4 Prozent nahm die Arbeitslosenquote von November zum Dezember zu. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres sank die Arbeitslosigkeit allerdings geringfügig um 0,1 Prozent.

Im Jahresdurchschnitt 2015 ging die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2014 um 3,1 Prozent zurück – von 100958 auf 97850. „Besonders erfreut bin ich nicht nur über das kräftige Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 2,6 Prozent, sondern auch über die unverändert hohe Arbeitskräftenachfrage“, sagte Haupt-Koopmann. „67900 sozialversicherungspflichtige Stellen wurden uns im Laufe des Jahres 2015 gemeldet. Das sind 3200 oder 4,9 Prozent mehr als im Jahr davor.“

Im neuen Jahr dürfte die Arbeitslosigkeit insbesondere wegen der auf den Arbeitsmarkt drängenden Flüchtlinge aber wieder zunehmen – um 2,5 Prozent auf etwa 101000, prognostiziert die Arbeitsagentur.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) verwies darauf, dass die Zahl der arbeitslosen Ausländer im Vergleich zum Vorjahresmonat um 20,1 Prozent (2444 Arbeitslose) gestiegen ist.

Meyer bezeichnete die Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive in den Arbeitsmarkt als „eine große Herausforderung, welche das Land Schleswig-Holstein im Jahr 2016 und auch in den Folgejahren bewältigen wird.“

dpa

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