Appelliert an die Vernunft aller Reisenden: Bildungsministerin Karin Prien (CDU).
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Appelliert an die Vernunft aller Reisenden: Bildungsministerin Karin Prien (CDU).

Quarantäne, Geldbußen, Fehltage: Reisen können Folgen für Lehrer und Schüler haben

Das Risiko fährt mit in den Urlaub

Kiel – Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hat Lehrer und Schüler auf mögliche Konsequenzen nach Reisen in Corona-Risikogebiete hingewiesen. Bei Lehrern, die nach der Rückkehr aus solchen schon vor Reiseantritt als Risikogebiete klassifizierten Regionen in eine vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne müssten und deswegen beim Schuljahresstart am 10. August fehlten, werde das als unentschuldigtes Fernbleiben betrachtet, sagte Prien. „In der Folge werden die Dienstbezüge einbehalten beziehungsweise das Entgelt wird nicht fortgezahlt.“ Weiterhin könne es disziplinarrechtlich geahndet werden. Tariflich Beschäftigten droht eine Abmahnung.

Versetzten Schüler „sich vorsätzlich oder fahrlässig in eine Lage, in der sie ihrer Schulpflicht nicht nachkommen können, begehen sie hiermit unter Umständen eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann“, sagte Prien. Handle es sich um einen mit den Sorgeberechtigten verbrachten Urlaub, werde eher auf die Eltern ein Ordnungswidrigkeitsverfahren zukommen. Den Schülern werde unentschuldigtes Fehlen im Unterricht angelastet.

Das Robert-Koch-Institut hat weltweit gut 100 Staaten als Risikogebiete eingestuft. Aktuell gehören dazu unter anderem Albanien, Ägypten, Israel, die Türkei und Südafrika. Für Menschen, die aus solchen Gebieten kommen, gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht – sofern sie nicht einen negativen Corona-Test vorweisen können, der jünger als 48 Stunden ist. Zudem müssen sie sich bei ihrem Gesundheitsamt melden.

Wer sich nicht daran hält, riskiert laut Sozialministerium eine Gelstrafe. „So kann das Unterlassen der ständigen Absonderung in der eigenen Häuslichkeit oder einer anderen geeigneten Unterkunft nach Ein- oder Rückreise aus einem Risikogebiet mit bis zu 10 000 Euro Bußgeld belegt werden“, teilte ein Sprecher mit.

Anders als Bayern plant Schleswig-Holstein nach den Sommerferien laut Prien bisher keine Corona-Serientests an den Schulen. Es würden aber Beschäftigte an ausgewählten Standorten wie Kiel, Lübeck und dem Kreis Segeberg getestet. „Die ersten Rückmeldungen aus dem Kreis Segeberg zeigen: Von mehr als 500 Tests war nur einer positiv“, sagte Prien. Und bei einer Studie in Lübeck, in der bisher 4 000 Personen getestet worden seien, „konnte kein einziger positiver Fall nachgewiesen werden“.

Grundsätzlich seien Urlaubsrückkehrer kein Problem, sagte Prien. „Jede Lehrkraft und jede Schülerin und jeder Schüler soll die Ferien nutzen, um sich zu erholen.“ In der Corona-Pandemie sei es aber wichtig, wie man Urlaub mache und in welches Land die Urlaubsreise führe. „Ich möchte an Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler appellieren, sich dieser Verantwortung für die Gesundheit aller an Schulen Tätigen bewusst zu sein.“ Auch hier gelte die „Aha-Regel“: Abstand halten, Hygiene einhalten, Alltagsmaske tragen. „Aber es gilt auch: Wir leben in einem freien Land und nicht in einem Überwachungsstaat.“  dpa

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